Eintracht Frankfurt: Hasebe gibt sein Tradi-Debüt im Odenwald
Makoto Hasebe ist eine Bundesliga-Legende und spielt jetzt erstmals in der Traditionsmannschaft von Eintracht Frankfurt. 1400 Karten sind für das Spiel beim SV Affolterbach am Mittwoch bereits verkauft.
Die 10 000 Zuschauer, die im August zum Derby des FSV Frankfurt gegen die Traditionsmannschaft der Eintracht kamen, wird der SV Affolterbach sicherlich nicht erreichen. Aber zum Abschluss der Aktion „Eintracht in der Region“ wird es am kommenden Mittwoch, 2. Oktober, auf dem Peter-Heckmann-Gelände in Affolterbach auf alle Fälle proppenvoll werden. Anstoß ist um 18.30 Uhr. Das Rahmenprogramm – unter anderem mit einem Training der Fußballschule von Eintracht Frankfurt mit deren Leiter Karl-Heinz Körbel – beginnt bereits um 16 Uhr.
Wer spielt für die Eintracht?
Eintracht Frankfurt Traditionsmannschaft: Jürgen Hoffelner, Masar Qosa (Tor), Sascha Amstätter, Uwe Bindewald, Rudi Bommer, Baldo Di Gregorio, Matthias Dworschak, Matthias Hagner, Maurizio Gaudino, Makoto Hasebe, Markus Husterer, Slobodan Komljenovic, Michael König, Karl-Heinz Körbel, Uwe Müller, Tuncay Nadaroglu, Bastian Oczipka, Ervin Skela, Lothar Sippel, Michael Thurk, Thomas Zampach, Claus-Peter Zick.
Trainer: Wolfgang Trapp und Andree Wiedener.
SV Affolterbach Soma: Frank Sattler, Helmut Sattler (Tor), Frank Rosenberg, Björn Hanekamm, Manuel Keil, Michael Kessler, Oliver Roggatz, Christof Heckmann, Simon Planicka, Marc Elsner, Klaus Schuster, Marco Unrath, Thomas Kirschenlohr, Martin Bruns, Bernd Rettig, Timo Sattler, Gunther Knapp, Eric Müller, Pascal Seeberger, Arne Wilhelms, Stefan Jäger, Helmut Keiss
Trainer: Waldemar Heiser, Betreuer: Rainer Eckert und Sven Hufler.
1400 Tickets haben die SVA-Verantwortlichen für das Spiel ihrer Soma (die Spieler müssen mindestens 40 Jahre alt sein) gegen die Frankfurter Tradi um „Chef“ Karl-Heinz „Charly“ Körbel im Vorverkauf bereits abgesetzt (Stand Donnerstagabend).
"Wir hören bislang nur Gutes über die Vorbereitungen des sehr engagierten Teams des SV Affolterbach und freuen uns auf einen Hexenkessel" - Karl-Heinz Körbel
„Erfahrungsgemäß sind es an der Tageskasse noch mal um die 300 Karten mehr, das hat uns zumindest die Eintracht mitgeteilt“, sagt Simon Planickavom Organisationskomitee des rührigen Vereins, der schon seit Monaten mit der Planung für dieses Großereignis beschäftigt ist.
Und je näher der Termin rückt, umso größer wird die Vorfreude – aber auch eine gewisse Anspannung ist vorhanden, schließlich will der SV Affolterbach ein guter Gastgeber sein. „Wir sind alle euphorisiert und voller Tatendrang“, sagt Soma-Leiter Planicka und erinnert daran, dass bereits viel Arbeit im Hintergrund geleistet wurde – aber eben längst noch nicht alles gestemmt wurde.
Die Werbetrommel gerührt
Mit dem Vorverkauf ist der 40-jährige Planicka, der eigentlich ein eingefleischter Lilien-Fan ist, jedenfalls sehr zufrieden. „Es läuft besser als erhofft.“ Das Ziel waren 1500 Zuschauer, was auch erreicht wird. Damit kommen jetzt mehr als Affolterbach Einwohner hat (1200). Die Wetteraussichten für kommenden Mittwoch sind derzeit noch in Ordnung, sodass es sicherlich viele kurzentschlossene Gäste gibt. Durch den Feiertag am Donnerstag sei es zwar schön, am nächsten Morgen ausschlafen zu können, aber einige Familien nutzen den Brückentag am Freitag für einen Kurzurlaub. „Sonst wären sicherlich noch mehr gekommen“, sagt Planicka.
Zuletzt waren es bei Traditionsspielen in Staufenberg im Landkreis Gießen 1200 Zuschauer, davor beim FSV Berghausen (Kassel) 1050 und beim SV Burghaun (Fulda) 1400 Besucher – der SV Affolterbach muss sich im Odenwald also keinesfalls verstecken.
Dafür hat das SVA-Organisationskomitee auch alle Register gezogen, erzählt Planicka. Vereine, Fanklubs und Firmen wurden angeschrieben und Flyer in der Großgemeinde verteilt. In den Sozialen Medien rührte der Verein ebenfalls die Werbetrommel. Dabei zeigte sich der SVA auch spendabel und übergab vor Kurzem 30 Freikarten an die Behindertenhilfe Bergstraße in Fürth – Sportler stehen nun einmal zusammen und Gemeinschaft ist beim SV Affolterbach nicht nur ein hohler Leitspruch, sondern wird auch gelebt.
Noch einen Schub
Einen Schub hat die Eintracht-Kampagne jetzt noch einmal durch die Tatsache bekommen, dass Makoto Hasebe in Affolterbach sein Debüt in der Eintracht-Tradi geben wird. Der 40-jährige Japaner ist der fünftälteste Feldspieler der Bundesliga und beendete im Sommer zusammen mit Kapitän Sebastian Rode seine Karriere. Als Co-Trainer der U21 bleibt der Musterprofi dem Verein erhalten. Auch Seppl Rode hätten die Odenwälder gerne gesehen, doch studiert der Bensheimer derzeit Sportmanagement in St. Gallen und hat nächste Woche ein Blockseminar. „Leider nimmt die Uni in der Schweiz keine Rücksicht auf einen deutschen Feiertag“, sagt Planicka.
Der Fußballgott ist noch fraglich
Fußballgott Alex Meier steht zwar noch nicht im offiziellen Kader. Doch bei der Eintracht ging man am Freitag davon aus, dass er ebenfalls kommt – wenn ihm nicht eine Verpflichtung in seiner Funktion als U16-Trainer dazwischenkommt. Aber auch ohne den Kult-Torjäger haben die Frankfurter jede Menge Adler-DNA auf dem Platz, wie beispielsweise Maurizio Gaudino, der Mittelfeldstratege aus den 1990er-Jahren, und Uwe „Zico“ Bindewald, der der Eintracht 18 Jahre treu blieb. Noch heute skandiert die Kurve den Namen von „Eisenfuß“ Bindewald, wenn es die Spieler auf dem Platz an Kampfgeist vermissen lassen.
Wie soll man gegen eine solche Mannschaft von Ex-Profis, die teilweise noch voll im Saft stehen, bestehen? „Wir wollen zumindest nicht zweistellig verlieren“, sagt Planicka. Das Ergebnis stehe aber nicht im Vordergrund, sondern man wolle, dass alle Besucher am Ende mit einem guten Gefühl nach Hause gehen. Schon sieben Gegner bekamen in diesem Jahr eine zweistellige Packung. Am nächsten dran an einer Überraschung war der SV Burghaun bei seiner 6:7-Niederlage. Schon ein Unentschieden wäre ein Riesenerfolg.
Frankfurter Siegesserie
Trainiert haben die Affolterbacher jedenfalls fleißig, um den Adler-Trägern zumindest ein paar Federn wegzunehmen. Und wer weiß, vielleicht gelingt ihnen zum Abschluss der beliebten Frankfurter Spielserie sogar der ganz große Coup. Der Odenwald wäre dann garantiert in aller Munde und der SV Affolterbach könnte sich Retro-T-Shirts mit dem Aufdruck „Europapokalsiegerbesieger“ machen lassen. Zu schön, um wahr zu werden.
Bundesliga-Rekordspieler Karl-Heinz Körbel freut sich jedenfalls auf das Aufeinandertreffen im Odenwald – und vor allem auf die Debüts von Makoto Hasebe (235 Spiele für die Eintracht zwischen 2014 und 2024) und Bastian Oczipka (167 Spiele zwischen 2012 und 2017).
Zwei Neuzugänge für Frankfurt
„Ein Jahr mit zahlreichen Spielen, tollen Events und sehr vielen Toren wird in Affolterbach stimmungsvoll zu Ende gehen. Wir hören bislang nur Gutes über die Vorbereitungen des sehr engagierten Teams des SV Affolterbach und freuen uns auf einen Hexenkessel. Wir sind sehr froh, dass wir mit Makoto und Bastian gleich zwei Neulinge der jüngeren Generation in unserem Team aufnehmen können. Sie werden uns sicherlich helfen, die Siegesserie aufrechtzuerhalten“, sagt Körbel und fügt an: „’Eintracht in der Region’ war auch im dritten Jahr ein voller Erfolg. Und es wird weitergehen.“ Die Konkurrenz hessenweit ist groß, aber wer weiß, vielleicht erhält in Zukunft wieder einmal ein Odenwälder Klub nach seiner Bewerbung den Zuschlag.
Der Spielball wird übrigens kurz vor Anpfiff um 18.30 Uhr per Gleitschirm eingeflogen. Eberhard Gienger, ehemaliger Kunstturner und Gewinner der Bronzemedaille am Reck bei den Olympischen Sommerspielen 1976, hat dafür wieder einmal seinen großen Auftritt. Aus der Politik haben sich Landrat Christian Engelhardt, die Erste Kreisbeigeordnete Angelika Beckenbach und Diana Stolz, die Hessische Ministerin für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege, angekündigt.
Eintracht-Fanparty nach dem Spiel
Das geplante Feuerwerk musste wegen der Afrikanischen Schweinepest abgesagt werden, im Anschluss an das Spiel steigt aber eine große Eintracht-Fanparty in der Peter-Heckmann-Halle. Mit dem hauseigenen SVA-DJ-Team kann gefeiert werden. Der Eintritt für die Party ist ab 21 Uhr frei. Und wer danach noch immer nicht genug hat, der geht am kommenden Samstagabend, 5. Oktober, zur „Nacht in Tracht“, die der SV Affolterbach gemeinsam mit der Trachtenkapelle Kocherbach veranstaltet. Bereits um 16 Uhr findet das Spitzenspiel in der Kreisliga B zwischen der SG Hammelbach/Scharbach und dem SV Affolterbach statt – wenn das nicht mal eine ereignisreiche Woche ist.
Karten für das Spiel der Soma des SV Affolterbach gegen die Traditionsmannschaft von Eintracht Frankfurt gibt es noch an den bekannten Vorverkaufsstellen oder im Internet unter www.sv-affolterbach.de