Fußball

Gruppenliga: Fürths Trainer Ripperger fehlt der „der letzte Punch“

Der FC Fürth verliert trotz guter Chancen mit 0:2 gegen den VfB Ginsheim. Auch der SV Fürth geht in Münster leer aus.

Den Ball greift Fürths neuer Torwart Tom Dahlke im Spiel gegen den VfB Ginsheim ab. Foto: Fritz Kopetzky
Den Ball greift Fürths neuer Torwart Tom Dahlke im Spiel gegen den VfB Ginsheim ab.

Fürth. Gerade in der zweiten Hälfte hatte der FC Fürth im Spiel der Fußball-Gruppenliga gegen den VfB Ginsheim genügend Möglichkeiten, um zu einem Torerfolg zu kommen, doch irgendwie sollte es einfach nicht sein. Letztlich sahen die 150 Zuschauer im Fürther Stadion einen verdienten 2:0-Sieg der Gastmannschaft.

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Prinzipiell sprach vom Spielverlauf her recht viel für den FC Fürth. Zwar lagen die Platzherren durch einen Treffer von Can Özer in der 23. Minute mit 0:1 hinten – hier waren sich der neue FC-Keeper Tom Dahlke und die Hintermannschaft offenbar nicht ganz einig, wer den Ball klären sollte, da es niemand machte, bedankte sich der Ginsheimer Stürmer auf seine Art –, doch in der 42. Minute sah VfB-Spieler Paul Pfeffer nach einem wiederholten Foulspiel Gelb-Rot. Letztlich vermochten die Rot-Weißen aber auch aus der über die Hälfte des Spiels andauernden Überzahl keinen Profit zu schlagen.

„Nachdem die erste Hälfte an den Gegner ging, kamen wir nach dem Platzverweis etwas besser ins Spiel, aber wir haben es heute nicht geschafft, den letzten Pass an den Mann zu bringen. Wir hatten zwar Chancen, aber wir waren nicht konsequent genug“, konstatierte FC-Spielführer Jusef Nerabi.

FC-Trainer Ralf Ripperger vermisste den „letzten Tick Energie“, den sein Team etwa beim Erfolg gegen Fehlheim deutlich präsentierte: „Mir hat der unbedingte letzte Wille, der letzte Punch gefehlt. Beispielsweise es einfach auch mal aus der zweiten Reihe zu versuchen.“

Gerade in der ersten Hälfte kamen die Fürther bei ihrer Vorstellung bei Weitem nicht an ihre eigentlichen Möglichkeiten heran. Das Ergebnis war, dass es in den ersten 45 Minuten keine einzige echte Torchance für die Gastgeber gab. Das Heft hatten die Ginsheimer fest in ihrer Hand und hätten mit etwas mehr Glück im Abschluss zur Pause durchaus auch höher führen können.

Auch unmittelbar nach Wiederanpfiff verpasste es der VfB zweimal kurz hintereinander, das Ergebnis weiter nach oben zu schrauben. Erst nach einer Stunde Spielzeit waren endlich auch von den Fürthern Offensivaktionen zu verzeichnen, die es wert waren, in der Statistik als Chance aufzutauchen. So etwa in der 61. Minute, als Marco Kaffenberger nach einer Freistoßflanke von Andreas Adamek das Tor per Kopf nur haarscharf verfehlte. In der Folge drängte der FC auf den Ausgleich. Ginsheim schaffte es nur noch selten, für Entlastung zu sorgen, doch wenn es gelang, dann waren deren Konter brandgefährlich. Einer davon sollte schließlich auch sitzen: In der 88. Minute war es erneut Can Özer, der den Ball nach einem schnellen Gegenstoß an die Unterkante der Latte nagelte, von der die Kugel schließlich in die Maschen sprang. „Wir haben heute in dieser Partie sehr viel Potenzial liegenlassen. Prinzipiell haben wir uns selbst geschlagen. Das ist schade, doch wenn eben dieser letzte Tick nicht abgerufen wird, dann wird dies bestraft“, resümierte Ripperger.

Linienrichter verletzt sich

Ein Kuriosum am Rande: In der Halbzeitpause gab es eine Durchsage des Stadionsprechers, dass zur Weiterführung des Spiels ein neutraler Linienrichter benötigt werde. Der Hintergrund war, dass sich Schiedsrichter René Filges an der Wade verletzt hatte und das Spiel nicht weiter leiten konnte. „Ich habe mich schon die letzten 20 Minuten der ersten Hälfte durchs Spiel gequält, es ging einfach nicht mehr“, so der Unparteiische. Für ihn übernahm schließlich sein erster Assistent, Pascal Filges, die Pfeife. Als neuer Linienrichter fungierte Reza Sadeghi, der zuvor das B-Liga-Spiel des FC Fürth II gegen den VfB Lampertheim geleitet hatte und sich noch im Stadion befand.

FC Fürth: Dahlke - Gehbauer, Landzettel (61. Turzer), Sielmann (61. Gensel), Nerabi, Ernst, Adamek, Kaffenberger, Gärtner, Gebhardt, Jaija (64. Yapicilar).

Tore: 0:1 Özer (23.), 0:2 Özer(88.).

Besonderes Vorkommnis: Gelb-Rot für Pfeffer (Ginsheim/42.) nach wiederholtem Foulspiel. Beste FC-Spieler: geschlossene Leistung. Zuschauer: 150. gie

SV Münster - SV Fürth 3:1 (0:0)

In einer speziell in Hälfte eins chancenarmen Partie hinterließ der SV Fürth im Auftritt beim SV Münster lange den besseren Eindruck. Die Gäste gingen durch Medet Incirkus nach der Pause auch verdient in Führung (57.), mussten sich am Ende aber beim 1:3 (0:0) mit der zweiten Niederlage in Folge anfreunden.

„Es war ähnlich wie in den drei vorherigen Spielen: Wir waren nicht richtig schlecht, machen aber einfach zu viele Sachen nicht gut genug“, sagte Trainer Jochen Ingelmann, nachdem Münster das Spiel durch einen Doppelschlag von Tareq Hamed (78./83.) gedreht und in der Nachspielzeit noch ein drittes Tor nachgelegt hatte (90.+3). Vor dem 1:3 hatte Fürth durch Yannick Marx und bei einer weiteren Szene im Strafraumgetümmel gute Ausgleichschancen liegenlassen. „Wir sind leider zu oft an den mäßigen Platzverhältnissen oder unserem technischen Vermögen gescheitert“, hielt Ingelmann fest. Und so blieb der Treffer von Incirkus, der nach einer Flanke von Nicolas Böhmer eine Marx-Brustablage am Elfmeterpunkt aus der Drehung ins Tor schoss, der einzige für die Gäste. Im ersten von zwei Heimspielen hintereinander hofft der mit fünf Punkten elfplatzierte SV Fürth am Mittwoch gegen den Tabellendritten Dersim Rüsselsheim (20 Uhr) auf einen besseren Ausgang.

SV Fürth: Hummel - Geissinger, J. Vucic, Böhmer, A. Vucic, Kabel, Eckstein, Incirkus (68. Babic), Weise, Flohr (74. Jöst), Marx.

Tore: 0:1 Incirkus (57.), 1:1 T. Hamed (78.), 2:1 T. Hamed (83.), 3:1 Stork (90.+3). dbe