Hat der Weltmeistertitel einen Basketball-Boom ausgelöst?
Vor 15 Monaten feierten die deutschen Basketballer einen Sensationserfolg bei der Weltmeisterschaft. Die TG Rimbach erhoffte sich dadurch einen Wachstum ihrer Abteilung. Wie ist es den weschnitztäler Korbjägern seitdem ergangen?
Im September vergangenen Jahres schrieb die deutsche Nationalmannschaft Basketball-Geschichte: Mit ihrem Sieg im WM-Finale gegen Serbien sicherte sie sich den ersten Weltmeistertitel überhaupt. Auch die Athleten der TG Rimbach fieberten damals gespannt mit. Nun, zum Jahreswechsel, lässt sich zurückblicken: Hat dieser historische Triumph einen Basketball-Boom ausgelöst?
„Eher weniger“, meint Simeon Mitrakev - Spieler, U16-Trainer und Vorstandsmitglied von Rimbachs Basketballern. „Während der WM gab es schon einen kurzen Hype, aber einen erheblichen Zuwachs an neuen Spielern gab es nicht.“ Im Gegensatz zum Standing in den Vereinigten Staaten ist Basketball in Deutschland noch eine Nischensportart und werde unter anderem von den Medien auch nach dem Titelgewinn immer noch „zu wenig“ wahrgenommen.
Kooperation mit Heppenheim
Um die Sportart in der Region voranzutreiben, wurde nach Abschluss der vergangenen Saison beschlossen, sich mit den „Black Dogs“ vom TV Heppenheim zusammenzuschließen. Die Kooperation nennt sich „HepRim Baskets“ und stellt neben zwei Herrenmannschaften noch eine U18 und eine U16. Die Damen und die jüngeren Jugendmannschaften aus Rimbach spielen zurzeit unabhängig davon.
„Das Ziel ist es, in Zukunft höhere Ligen anzustreben und so den Sport bei uns im Verein attraktiver zu machen“, sagt Mitrakev. „Letzte Saison hatten wir häufig mit Spielermangel zu kämpfen, sodass wir Spieler hochholen und letztlich unsere zweite Mannschaft zurückziehen mussten. Den Heppenheimern erging es ähnlich. Durch die Zusammenarbeit soll so etwas in Zukunft nicht mehr vorkommen.“
Nicht nur bei den Senioren, sondern auch in der Jugendarbeit wird vom Zusammenschluss profitiert. Dank des erweiterten Einzugsgebiets können mehr Talente erreicht und gefördert werden. Zudem entspannt sich die Situation bei den Trainerkapazitäten, was eine gezielte und qualitativ hochwertige Talentförderung ermöglicht. „Unsere Junioren sind zunehmend wettbewerbsfähig. Wir verlieren deutlich weniger Spieler an umliegende, größere Vereine wie aus Weinheim oder Bensheim.“
Wie es sportlich aussieht
Die Entwicklung der Rimbacher Basketballer seit ihrem Neustart im Jahr 2015 kann sich sehen lassen. Saison für Saison zeigen sich deutliche Fortschritte. So krönte sich die U18 in der Bezirksliga zur Meistermannschaft, scheiterte jedoch knapp im Aufstiegsspiel zur Landesliga. Auch die Damen konnten einen großen Erfolg verbuchen und sicherten sich den Meistertitel in der Kreisliga. Mit dem Zusammenschluss mit Heppenheim wollen die Rimbacher nun einen weiteren Schritt nach vorne machen und sportlich das nächste Level erreichen.
Aktuell belegt die erste Mannschaft der HepRim Baskets in der Kreisliga A einen soliden vierten Platz von insgesamt zehn Teams. Eine Liga darunter überwintert die Reserve auf Rang acht, während die Rimbacher Damen sich im Mittelfeld der Kreisliga behaupten und den vierten Platz von sieben Teams einnehmen. Besonders stark präsentiert sich die U18, die nach dem knapp verpassten Aufstieg nun ungeschlagen die Bezirksliga anführt. Bei den U16-Teams rangiert HepRim derzeit auf dem siebten Platz in der Bezirksliga, während die TG Rimbach in der Kreisliga den vierten Platz hält.
Der Aufstieg ist noch drin
Auch wenn in der Hinrunde nicht alles genauso funktioniert hat wie geplant, sieht Mitrakev dem neuen Jahr positiv entgegen. „Wir trainieren mit der ersten Mannschaft dreimal die Woche, jeder einzelne zieht mit. Wenn man mich persönlich fragt: Ja, der Aufstieg ist auf jeden Fall noch drin. Und auch falls es nicht klappen sollte, dann greifen wir eben nächste Saison wieder an.“
Langfristig soll der Basketball bei der TG Rimbach weiterhin groß aufgebaut werden. Durch die Zusammenarbeit mit den Bergsträßern ist Mitrakev zuversichtlich, was die Zukunft angeht. „Wir wollen in allen Altersklassen einen großen Spielerpool aufbauen und vor allem unseren Nachwuchs ordentlich ausbilden, sodass wir bestenfalls bald auch in den Oberligen vertreten sind. Und wir wollen natürlich auch bei den Senioren so weit oben mitspielen wie möglich.“ Der Grundstein dafür ist gelegt - Mitrakev selbst strebt demnächst seine C-Trainerlizenz für den Leistungssport an, um seinen Schützlingen eine noch bessere Ausbildung zu ermöglichen.