HSG Weschnitztal: Jetzt ist es doch passiert
Der Meister ist einfach nur platt - und so kassiert die HSG Weschnitztal die erste Heimniederlage. Bei der HSG Fürth/Krumbach ist die Luft raus.
Jetzt hat es den Meister doch noch erwischt: Am Samstagabend unterlag der seit einer Woche feststehende Titelträger der Handball-Verbandsliga und Badenliga-Aufsteiger HSG Weschnitztal mit 23:24 (13:13) der TVG Großsachsen II. Nach dem Grund für die erste Heimniederlage musste HSG-Trainer Marcus Gutsche nicht lange suchen. „Wir sind nach der Meisterfeier am Wochenende zuvor personell auf dem Zahnfleisch gegangen. Gefühlt die halbe Mannschaft ist krank“, so der Coach.
So musste Spielmacher Gerrit Fey ebenso passen wir die verletzten Stefan Dietrich und Frederik Saul. Hinzu kam, dass Timo Zehrbach angeschlagen war und nur sporadisch mitwirken konnte, Alexander Postel und Tillmann Clemens hatten das Spiel mit der zweiten Mannschaft eine Stunde zuvor noch in den Knochen und als zu allem Überfluss auch noch Lars Heckmann Mitte der zweiten Hälfte verletzt raus musste, ging bei Weschnitztal nicht mehr viel.
Gutsche war froh, dass er mit Jugendspieler Mika Dewald und den eigentlichen Zweitmannschaftsspielern Moritz Beschorner und Tim Seils zumindest noch ein paar Alternativen im Kader hatte, was aber gegen kampfstarke Großsachsener, die als Vorletzter Mitten im Abstiegskampf stecken, am Ende dann doch zu wenig war. Nach einem ausgeglichen Spiel mit wechselnden Führungen lag Weschnitztal acht Minuten vor dem Ende beim 22:21 letztmals vorne, dann gelang den Gäste ein Doppelschlag zum 22:23 (54.). In Überzahl egalisierte Markus Wiegand noch einmal (54.), aber in den letzten sechs Minuten gelang nur noch dem TVG ein Treffer, die Odenwälder wirkten etwas kopflos und damit war die Überraschung perfekt.
„Natürlich sind wir enttäuscht und so hatte ich mir das wahrlich nicht vorgestellt“, gab Marcus Gutsche im Anschluss zu, stellte aber auch klar: „Wir haben eine überragende Runde gespielt und auch wenn man sich das anders wünscht: Heute waren wir einfach platt, was sicherlich zum einem großen Stück den exzessiven Meisterschaftsfeiern eine Woche zuvor geschuldet war.“
HSG Weschnitztal: Kiss (1), Heckmann - Beschorner, Mitrovic (4), Postel, Seils, Clemens (4), Niklas Zehrbach (2), Timo Zehrbach (2), Dewald, Wiegand (5), Lars Heckmann (5/2), Hammann (1).
HSG Weschnitztal II - TSG Wiesloch II 24:18 (13:7)
Die Hoffnung auf den Klassenerhalt in der Bezirksliga 1 lebt bei der HSG Weschnitztal II weiter. Mit einem dank einer überragenden Deckung verdienten 24:18 (13:7)-Erfolg im Kellerduell gegen den Drittletzten TSG Wiesloch II haben die Odenwälder ihre Chance gewahrt, müssen allerdings weiter auf Patzer des Vorletzten Heidelberg-Wieblingen hoffen.
Weschnitztal erwischten einen schlechten Start, lag 0:3 hinten, drehte das Spiel aber schnell zum 7:4 (18.). Im Mittelblock der Deckung verrichteten Alexander Postel und Christoph Loroch Schwerstarbeit, avancierten damit aber neben den beiden Haupttorschützen Benedikt Brehm und Jochen Eckstein zu den Matchwinnern für das Team von Trainer Sascha Clemens. Kontinuierlich baute die HSG ihren Vorsprung aus, führte zur Pause schon mit 13:7 und hatte beim 19:10 (45.) für die frühe Entscheidung gesorgt.
HSG Weschnitztal II: Otte, Haas - Beschorner (1), Dörsam (2), Loroch (1), Albrecht, Seils, Postel (2), Brehm (7), Arnold, Heckmann (1), Ripper (1), Clemens (3), Eckstein (6). mep
HSG Fürth/Krumbach - HC VfL Heppenheim 29:34 (13:13)
Bei den Handballern der HSG Fürth/Krumbach scheint die Luft raus zu sein. Am Samstagabend unterlagen die Odenwälder dem bis dahin abstiegsbedrohten Tabellenvorletzten HC VfL Heppenheim mit 29:34 (13:13) – und das in eigener Halle.
Eigentlich ist es Fürther Selbstverständnis, zu Hause kein Spiel zu verlieren, was zugleich impliziert, keinesfalls zweimal gegen den gleichen Gegner zu verlieren. „Leider waren wir heute wirklich schwach“, musste HSG-Trainer Sebastian Eisenhauer zugeben. Mit David Fischer, Fabian Beye und dem noch gesperrten Keeper Henrik Richter fehlten zwar drei Leistungsträger, aber das wollte Eisenhauer nicht als Entschuldigung verstanden wissen: „Natürlich hat man gemerkt, dass sie fehlen. Dennoch hätte ich mir mehr erwartet. Heute hat sich der Trend der letzten Spiele leider fortgesetzt“, sieht der Trainer sein Team seit dem Aus im Kampf um einen Top-Drei-Platz nicht mehr konsequent genug. „Das, was wir abliefern, ist zu wenig“, so Eisenhauer.
Dabei schien Fürth/Krumbach Mitte der ersten Hälfte die Partie in den Griff zu bekommen, führte 13:11 (24.), aber die kampfstarken Heppenheimer konterten, glichen aus (13:13) und setzten sich nach dem 18:18 (36.) allmählich ab. „Wir mussten immer einem Rückstand hinterherlaufen, was natürlich auch noch Kraft gekostet hat“, meinte Sebastian Eisenhauer. Als der Rückstand sechs Minuten vor dem Ende auf vier Tore angewachsen war (24:28), öffnete Fürth seine Deckung, setzte alles auf eine Karte. „Aber auch das hat heute nichts mehr gebracht. Es lief einfach nicht und wir konnten den Schalter nicht umlegen“, resümierte der HSG-Trainer enttäuscht, während Heppenheims Coach Simon Meier natürlich hochzufrieden war: „Ich denke schon, dass wir heute die bessere Mannschaft waren und gerade in der zweiten Hälfte uns noch einmal steigern konnten“, so Meier, der mit seinem Team durch den Sieg zugleich die letzten Zweifel am Klassenerhalt beseitigte und von Schlusslicht Griesheim nicht mehr einzuholen ist.
HSG Fürth/Krumbach: Hebling, Dorn - Matthis Jäckel (7), Schuricht (5), Renner (1), Koch (2), Malte Jäckel, Sattler, Kilian, Mink (2), Lars Richter (3), Kaiser (9).
HSG Fürth/Krumbach II - TG Biblis 34:25 (21:14)
Rundum zufrieden war Ingo Trumpfheller, Trainer der HSG Fürth/Krumbach II: „Das war heute die wohl beste Leistung, seit ich die Mannschaft coache“, lobte er nach dem Kantersieg gegen den seitherigen A-Liga-Vierten TG Biblis. Dass die Odenwälder ihrerseits durch den Erfolg wieder auf Rang acht vorgerückt sind, freute Trumpfheller zudem: „Das ist der Platz, den wir am Ende auch haben wollen.“ Gegen die körperlich deutlich überlegenen und wurfgewaltigen Bibliser funktionierte die Fürther 3:3-Deckung von Beginn an hervorragend, zudem zeigte sich Alexander Schmitt im Tor in starker Form. „Aus unserer Abwehr heraus haben wir viel Tempo gemacht und Biblis immer unter Druck gesetzt“, so Trumpfheller. Schon in der ersten Hälfte setzte sich die HSG kontinuierlich von 4:4 (6.) auf 9:6 (12.) und weiter auf 14:7 (16.) ab. Als die Fürther kurz nach der Pause erstmals mit zehn Toren führten (25:15, 37.), war die Entscheidung gefallen. „Kompliment an meine Jungs. Sie haben das heute gegen einen wirklich starken Gegner herausragend gelöst“, bilanzierte Trumpfheller.
HSG Fürth/Krumbach II: Schmitt, Lindner - Klink (3), Malte Jäckel (4), Meiß (7), Herdner (2), Weber (4), Schütz, Raabe (3), Camcioglu (6/3), Brunnengräber (3/2), Schüle, Metzger (2), Jäger. mep