Ilya Ertanir ist das Mentalitätsmonster des SV Unter-Flockenbach
Ilya Ertanir schießt beim SV Unter-Flockenbach Freistöße und Ecken. Warum er fest an das Happy End in der Verbandsliga glaubt.
Unter-Flockenbach. Ilya Ertanir hat mit dem SV Unter-Flockenbach in der Fußball-Verbandsliga gerade in der Rückrunde tolle Spiele bestritten. Nach dem Fehltritt im letzten Auswärtsspiel der Runde stehen der SVU und sein Neuzugang im Titelrennen unter Druck – der 22-Jährige ist in Sachen Happy End aber guter Dinge.
Seine Poleposition hat der SV Unter-Flockenbach durch den bösen 2:5-Fehltritt im vorletzten Spiel bei der SG Langstadt/Babenhausen verloren – nun aber wartet auf Ilya Ertanir und Co. die große Chance, im vorletzten Saisonspiel eine weitere Wende im Titelrennen herbeizuführen. „Es geht um alles. Das ist das Spiel, auf das wir alle gewartet haben – das wichtigste Spiel der Saison“, sagt der 22-jährige Mittelfeldspieler des Ligazweiten vor dem Gipfeltreffen an diesem Samstag zu Hause gegen Spitzenreiter Sportfreunde Seligenstadt (15.30 Uhr).
Seligenstadt ist zu Gast
Mit einem Zähler Rückstand gehen die „Flockies“ ins wichtige Heimspiel am Wetzelsberg, wo zum Saisonabschluss am Sonntag, 31. Mai, noch ein weiterer Auftritt gegen den 1. FC Langen ansteht.
Dann möchte der SVU die Meisterschaft und die Hessenliga-Rückkehr feiern. Trotz des Patzers zuletzt, auf den das Team von Trainer Lukas Cambeis per 4:1-Heimsieg über das nächste Kellerkind FC Neu-Anspach am Samstag eine positive Reaktion zeigte, glaubt Ertanir fest ans Happy End: „Wir haben es sicher unnötig spannend gemacht. Aber jetzt auch positiven Druck, in diesem Aufstiegsendspiel alles noch zu unseren Gunsten zu drehen. Das ist eine ganz besondere Motivation“, blickt der Neuzugang von der TSG Weinheim – einer von mehreren Neuen vom badischen Verbandsligisten – guten Mutes auf das Alles-oder-nichts-Duell.
Der zentrale Mittelfeldspieler bangt ein wenig um seinen Einsatz, nachdem er gegen Neu-Anspach unsanft auf die Schulter gefallen war und die Untersuchungen am lädierten Körperteil noch kein Ergebnis erbracht haben. „Ich hoffe sehr, dass es bis Samstag hinhaut“, sagt Ertanir. Neben diesem Wermutstropfen durfte er sich im Heimspiel über sein sechstes Saisontor freuen, als er einen tollen Spielzug über Leon Gelzenlichter und Jann Germies zum 4:1-Endstand vollendete. Seine meisten Tore hat der beidfüßig begabte Mittelfeldspieler mit einer großen Stärke erzielt: den Standards. Seit dem Ausfall von Müslüm Arikan (der just sein Comeback nach Verletzung gab) schlägt er die Eckbälle von beiden Seiten, woraus bislang jede Menge Tore resultiert sind, und ist auch bei Freistößen in Strafraumnähe oft erster Kandidat für die Ausführung.
Leidenschaft als Stärke
Wie viele Tore er diese Saison vorbereitet hat, weiß Ertanir selbst nicht genau: „Mich interessieren Zahlen und Statistiken ehrlich gesagt weniger. Die Tabelle ist das Einzige, was für mich wirklich zählt“, betont der Standardspezialist, dessen weitere Stärken auf dem Feld speziell in einem Punkt liegen: Mentalität. „Meine Leidenschaft ist sicher meine größte Stärke. Ich bin auf dem Platz immer voll mit dem Herzen dabei, probiere auch, meine Mitspieler entsprechend mitzureißen“, erklärt Ertanir, der trotz des Patzers vor zwei Wochen beim Letzten die tolle Rückrunde hervorhebt: „Wir waren zwischenzeitlich ja klar im Hintertreffen, haben uns aber immer besser gefunden und vorgearbeitet. Ausrutscher passieren halt mal, aber insgesamt hätte es im zweiten Halbjahr fast nicht besser laufen können.“
Hinspiel in Seligenstadt gewonnen
Auch das Hinspiel in Seligenstadt zählte zu den Glanzstücken der Cambeis-Elf, die beim Primus Ende Oktober gleich mit 4:0 gewann. Ertanir steuerte auch in diesem Spiel seinen Teil zum klaren Erfolg bei. Den SVU sieht der starke Neuzugang als „sehr guten, sehr seriös geführten Verein. Ich fühle mich sehr wohl. Es geht sehr familiär zu, was mir gut gefällt und den Club auszeichnet“, sagt Ilya Ertanir, der beruflich selbstständig im Familienbetrieb als Bodenleger arbeitet. Mit Blick auf den Fußball räumt der versierte Mittelfeldspieler ein: „Ich habe keine Träume mehr, Profi zu werden. Auch, wenn man es vielleicht nicht vollends ausschließen sollte“ – der Traum vom erneuten Hessenliga-Aufstieg lebt dagegen weiter und soll im Gipfel unbedingt reifen.