Winterwurf-Meisterschaft

Kai Hurych vom KSV Fürth: Mit kalten Fingern zur Vizemeisterschaft

Der junge Odenwälder überzeugt mit seiner starken Leistung bei den Deutschen Winterwurf-Meisterschaften in Halle an der Saale auch den Bundestrainer.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Athleten ist Kai Hurych als dualer Student voll berufstätig – 40-Stunden-Woche inklusive. Sein Trainingsumfang ist dadurch zwar deutlich geringer, seinen Leistungen tut dies aber keinen Abbruch. Foto: Sascha Lotz
Im Gegensatz zu den meisten anderen Athleten ist Kai Hurych als dualer Student voll berufstätig – 40-Stunden-Woche inklusive. Sein Trainingsumfang ist dadurch zwar deutlich geringer, seinen Leistungen tut dies aber keinen Abbruch.

Fürth/Halle. Das Wetter machte den Deutschen Winterwurf-Meisterschaften der Männer in Halle an der Saale (Sachsen-Anhalt) am vergangenen Wochenende alle Ehre: Es schneite und war bitterkalt. Die Bedingungen für die Hammer-, Diskus- und Speerwerfer waren demnach alles andere als optimal – auch für Kai Hurych vom KSV 1909 Fürth. Der junge Odenwälder zählte zu den elf Athleten, die sich für die nationalen Titelkämpfe im Hammerwerfen qualifiziert hatten.

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Angeführt wurde das starke Teilnehmerfeld von Merlin Hummel (LG Stadtwerke München), der 2024 bei den Olympischen Spielen in Paris das Finale erreicht und bei den Europameisterschaften in Rom als Vierter eine Medaille nur knapp verpasst hatte. Aufgrund seiner Bestleistungen wurde Kai Hurych im Vorfeld an fünfter Position gelistet. Nach seinem guten Start bei den Hessischen Winterwurf-Meisterschaften in Darmstadt vor zwei Wochen wollte Hurych seine starke Frühform nun auch bei den nationalen Titelkämpfen bestätigen.

Hierfür verfolgte er einen klaren Plan: Sein Ziel war es, bereits mit dem ersten Wurf den Einzug in den Endkampf zu sichern, was ihm mit einer Weite von 61,97 Metern auch gelungen wäre. Doch Hurych setzte mit seinem zweiten Versuch noch einen drauf und erzielte 65,34 Meter, womit er vorerst auf Platz zwei lag.

Risikobereitschaft zahlt sich aus

In den folgenden Versuchen ging Hurych taktisches Risiko ein, was zu zwei ungültigen Versuchen führte. Doch im fünften Versuch zahlte sich seine Risikobereitschaft aus: Mit einer Weite von 66,38 Metern festigte er zunächst den Silberrang.

Der sechste Versuch brachte dann noch einmal Spannung in den Wettkampf, da die besten fünf in diesem Durchgang allesamt ihre Tagesbestleistungen erreichten und das Gesamtklassement somit noch einmal kräftig durcheinandergewirbelt wurde. Wurde Hurych noch einen Wurf zuvor von Torben Schaper (TSV Bayer 04 Leverkusen) um 23 Zentimeter überboten, so konterte der Fürther den Angriff seines Kontrahenten mit 66,70 Metern und eroberte mit der Winzigkeit von neun Zentimetern Vorsprung auf Schaper Platz zwei zurück – Silber.

Auf dem Siegerpodest: Kai Hurych (links) neben dem neuen Deutschen Meister Merlin Hummel und dem Dritten, Torben Schaper. Foto: Uwe Hurych
Auf dem Siegerpodest: Kai Hurych (links) neben dem neuen Deutschen Meister Merlin Hummel und dem Dritten, Torben Schaper.

Der Sieger hieß derweil, wenig überraschend, Merlin Hummel, der zwar nur zwei gültige Versuche vorzuweisen hatte, sich aber trotzdem mit 76,38 Metern deutlich von der Konkurrenz absetzen konnte

Nominierung fürs U23-Team

Nach dem starken Wettkampf in Halle erhielt Kai Hurych viele Glückwünsche von Zuschauern und Trainern zur gewonnenen Silbermedaille. Am meisten freute er sich jedoch über die Auszeichnung durch Bundestrainer Helge Zöllkau: Der Coach nominierte den Odenwälder für den European Winter Throwing Cup der U23-Junioren am 15. und 16. März in Nikosia (Zypern). Dabei treten die Nationen in den Wurfdisziplinen Hammer, Kugel, Diskus und Speer in der Mannschaftswertung gegeneinander an.

Die nationale Vizemeisterschaft und die daraus resultierende Cup-Nominierung sind indes umso höher bewerten, da Hurych im Gegensatz zu den meisten anderen Athleten aktuell ein duales Studium absolviert und somit auch berufstätig ist. Bei einer 40-Stunden-Woche ist sein Trainingsumfang im Vergleich zu den anderen Athleten also erheblich reduziert.

Nichtsdestotrotz sieht sich der Fürther nach den jüngsten Leistungen bestens gerüstet für die kommende Herausforderung – auch im Trikot der Nationalmannschaft will er dann sein Bestes geben. uh