Kreisliga B: Der Aufsteiger spielt gleich gegen den Absteiger
Der FC Fürth II erwartet am Donnerstag den ISC Fürth zum Derby in der Kreisliga B. Das ist für beide ein besonderes Spiel.
Fürth. Gleich am ersten Spieltag der Fußball-Kreisliga B gibt es am Donnerstag (19.30 Uhr), das Fürther Lokalduell. Der eine, der ISC Fürth, ist aus der A-Liga abgestiegen, der andere, der FC Fürth II, von der C-Liga aufgestiegen. Für beide Teams geht es um eine Standortbestimmung: Wie ist ihr Platz in der neuen Liga? Die beiden sportlichen Leiter geben jeweils als Ziel drei Punkte aus.
„Ein guter Saisonstart ist wichtig für Moral und Zusammenhalt der jungen Truppe“, betont der sportliche Leiter Taner Bahceci vom ISC. Denn es gab nach dem Abstieg einen größeren Umbruch. Mit Frank Hirschhausen zum TSV Aschbach oder dem ehemaligen Spielertrainer Erblin Azizi zur TG Jahn Trösel verließen mehrere Leistungsträger den Verein. Fast die gesamte ältere Generation verabschiedete sich nach dem Abstieg, viele Junge rückten nach.
Auf der anderen Seite konnte der Vorstand aber etliche Neuzugänge verpflichten. Dazu zählen Oguzhan Bayraktar und Tunahan Karaagac von der Fürther SV-Reserve sowie Serkan Gözübüyük, John Kithuka und Atakan Çelik vom FC Fürth. Der neue Spielertrainer Ogün Hanci kam von der SG Reichenbach. Er leitet mit Co-Trainer Harun Besic die Truppe. Erdem Erdogan, Burak Gözübüyük, Mahsun Ergün und Volkan Gözübüyük wurden reaktiviert. Ihsan Çetinkaya stieß vom FSV Zotzenbach dazu. Torwart Dennis Isik verpflichtete man von Türkspor Mannheim.
Besser in der Fairnesstabelle sein
Die Vorbereitung in Form von Freundschaftsspielen lief laut Bahceci ganz gut. „Wir haben uns tapfer geschlagen.“ Aber durch Verletzungsprobleme konnte die Stammelf bisher nicht geschlossen agieren. Nur die Partie gegen A-Liga-Aufsteiger SV Affolterbach ging verloren. Er hofft, dass die bisher Fehlenden beim Derby dabei sein können. Deshalb wurden sie im Training geschont. Der sportliche Leiter will die Erwartungslatte für die Saison nicht allzu hoch hängen. Denn sonst würde man sich selbst zu stark unter Druck setzen, meint er. Der ISC strebt seinen Worten zufolge einen sicheren Mittelfeldplatz an. „Wenn was nach oben geht, nehmen wir es natürlich mit.“
Fast wichtiger ist ihm, dass man in der Fairnesstabelle besser steht. Denn da gab es in der vergangenen Saison einen heftigen Ausrutscher nach unten.
Bei der Reserve des FC Fürth lag in der Vorbereitung der Fokus auf der mannschaftlichen Geschlossenheit, erläutert Sportvorstand Marco Knapp. Neuer Trainer ist Sascha Amend, der viel höherklassige Erfahrung hat. Nach dem Aufstieg heißt das Ziel Klassenerhalt. Von den Spielern wird das Training sehr gut angenommen, freut sich Knapp. Elf bis 13 Spieler sind kontinuierlich dabei. Durch den relativ großen Kader in der ersten Mannschaft gibt es die Möglichkeit, von dort die Reserve ab und zu zu verstärken. Die Mischung mit dem Grundstock der Zweiten soll dann zum Erfolg führen. Auch wenn zwei Vorbereitungsspiele gegen die höherklassigen Mörlenbacher und Ober-Abtsteinacher verloren gingen, präsentierte sich das Team dort gut. Aufgrund von Urlaubern war der Kader nicht komplett. Die Elf führt sich aber durch zwei Siege gegen C-Ligisten und vor allem durch das 4:0 gegen den B-Ligisten Beerfelden gut gerüstet. „Da haben wir Selbstvertrauen getankt.“
Besondere Brisanz
Die braucht der FC auch im Derby. Denn da ist durchaus eine gewisse Brisanz drin, weil viele ISC-Spieler früher beim Nachbarverein aktiv waren. Sowieso ist der Gegner nicht zu unterschätzen, je nachdem wie die Mannschaft drauf ist, weiß Knapp. „Wir gehen voll motiviert an die Sache ran und wollen drei Punkte holen“, betont er. Knapp sieht aber den ISC als Favoriten. Für seine Elf gilt es, kompakt zu verteidigen und mit viel Energie zu Werke zu gehen. In der vergangenen Saison lebte man von der Qualität einzelner Spieler. „Jetzt müssen wir als Mannschaft auftreten.“ Laufwege und Passfolgen wurden einstudiert. Das Gemeinschaftsgefühl wurde bei einem Trainingslager zusammen mit der ersten Mannschaft in Finkenbach gefördert. 30 Spieler waren dabei. „Das schweißt zusammen“, sagt Knapp. Passende Neuzugänge gibt es auch. Etwa den treffsicheren, reaktivierten Dennis Atali. Oder Steven Hanke, der nach vier Jahren wieder die Fußballschuhe schnürt. Einen spielenden Co-Trainer fand der FC noch nicht. Das soll Richtung Winter geschehen. tom