Pascal Eisele kämpft sich zurück in die Bundesliga
Nach langer Pause aufgrund einer Verletzung am Handgelenk arbeitet Pascal Eisele an seinem Comeback beim Bundesligisten SC Kleinostheim - die Weltmeisterschaft verpasst der Fürther allerdings.
Hinter Pascal Eisele liegt eine Monate dauernde Leidenszeit. Der Ringer-Europameister von 2016, der beim SV Fahrenbach groß geworden ist, zog sich beim Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft Ende November 2022, in dem seine Mannschaft vom SC Kleinostheim dem späteren Titelträger ASV Mainz 88 knapp unterlag, eine Verletzung am Handgelenk zu. Im vergangenen März musste er operiert werden – und danach stand für ihn eine sechsmonatige Reha auf dem Programm.
„Das ist ein verlorenes Jahr, was die Teilnahme an Turnieren angeht“, sagt er im Rückblick auf diese Zeit. So konnte der langjähriger Kaderathlet des Deutschen Ringerbundes weder bei nationalen Meisterschaften noch bei internationalen Konkurrenzen antreten und sich dementsprechend auch nicht für die Europa- und Weltmeisterschaften empfehlen. Stattdessen stand in den zurückliegenden Monaten viel Aufbautraining auf dem Programm. „Ich habe acht bis zehn Stunden täglich daran gearbeitet, wieder in Form und dann auch wieder auf die Matte zu kommen.“
Aufgeben gibt es nicht
Aufgeben ist für den gebürtigen Fürther, der schon seit einigen Jahren in Lörzenbach wohnt, kein Thema, und so hat sich der inzwischen 30-Jährige langsam, aber sicher wieder herangekämpft. Wenn nun am Samstag, 30. September, die Runde in der 1. Bundesliga Ost startet, wird Eisele wieder in der Startaufstellung der Kleinostheimer stehen. „Ich habe sehr viel trainiert in den vergangenen Wochen und bin in einer richtig guten Form“, geht er mit viel Zuversicht in den ersten Saisonkampf.
Ins Halbschwergewicht gerückt
Nachdem er über viele Jahre im Weltergewicht (bis 77 Kilogramm) gerungen hat, ist er inzwischen ins Halbschwergewicht (bis 87 kg) aufgerückt. Schon in der vergangenen Bundesliga-Runde ist der Griechisch-Römisch-Spezialist in dieser Kategorie angetreten – wobei diese national bis 86 kg geht –, somit ist es für ihn kein Neuland mehr. „Das läuft“, sagt er dazu.
Der Rundenauftakt wird gleich einmal eine Standortbestimmung für Kleinostheim und auch für Eisele sein, denn aufgrund des Feiertags der Deutschen Einheit geht samstags los mit dem Gastspiel beim AV Germania Markneukirchen, dienstags empfängt der SC den SV Wacker Burghausen und am folgenden Samstag geht es zur KG Baienfurt/Ravensburg. Dem 30-Jährigen kommt dieses Programm aber gerade recht. „Nach so langer Verletzungszeit ist es gut, viele Kämpfe zu bestreiten, um so schnell wieder reinzukommen“, erläutert er: „Das war schon eine lange Zeit, in der ich nicht ringen konnte.“
Nach dem knappen Halbfinal-Aus in der Saison 2022 ist für ihn das Erreichen des Viertelfinales das Saisonziel. „Alles, was darüber hinausgeht, ist ein Bonus“, macht er klar, dass der erneute Einzug unter die letzten Vier ein großer Erfolg für die Kleinostheimer wäre. „Wir haben einen guten Kader, aber die Konkurrenz hat sich zum Teil sehr verstärkt“, sieht er andere Teams als Favoriten auf den Titel.
Team für die WM steht
Aufgrund der langen Auszeit sind die Plätze im deutschen Kader für die internationalen Titelkämpfe natürlich weg. „Das Team für die Weltmeisterschaften steht“, berichtet er. In seiner Gewichtsklasse – international wird hier bis 87 kg gerungen – hat der Bundestrainer Hannes Wagner vom AC Lichtenfels nominiert. „Wenn er unter die Top-Fünf der WM kommt, hat er das Ticket für die Olympischen Spiele in der Tasche“, macht Eisele klar, der es Wagner gönnen würde, auch wenn er seinen eigenen Traum von einer Olympia-Teilnahme noch nicht aufgegeben hat. „Die 87-kg-Klasse ist so stark besetzt, wenn er hier die Qualifikation holt, dann hat er es auch verdient.“ Sollte es Wagner jedoch nicht schaffen, werden im kommenden Frühjahr bei den internen Qualifikationskämpfen des Deutschen Ringerbundes die Karten neu gemischt. „Schau’n mer mal, was wird“, merkt Eisele an.
Zwei Tore für die KSG Mitlechtern
Wenn die Ringer-Bundesliga nun wieder startet, wird er dann wohl weniger Zeit für seinen „Nebenjob“ haben, denn er geht weiterhin für den Fußball-Kreisoberligisten KSG Mitlechtern auf Torejagd. Zwei Tore hat er in der bisherigen Runde schon erzielt. „Ich helfe gerne, denn das ist eine junge Mannschaft, in der es Spaß macht, zu spielen“, berichtet er von einer guten Atmosphäre im Team. „Wir müssen sehen, wie es passt“, merkt er an, denn klar ist, dass das Ringen für ihn im Vordergrund steht.
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