Pokalhorror für den SV Unter-Flockenbach beim SV Fürth
Der SV Fürth gibt dem Favoriten SV Unter-Flockenbach an Halloween Saures. So schaffen die "grünen Monsterjäger" die Sensation.
Halloween auf dem Kunstrasenplatz im Fürther Stadion. Es war die dritte Minute der Nachspielzeit, in der Spielern, Verantwortlichen und Fans des SV Unter-Flockenbach gleichermaßen das Blut in den Adern gefrieren sollte.
Als es die Verteidiger nicht schafften, die Kugel aus der Gefahrenzone zu befördern, ereilte den Favoriten das Grauen in Form von Adis Dolicanin, der den Ball aus zwölf Metern aus halblinker Position in den rechten Torwinkel beförderte. 1:0 für den SV Fürth, der damit ins Viertelfinale des Fußball-Kreispokals einzieht und dem Topfavoriten ein grausames Aus beschert hat – es war gleichzeitig die erste Pflichtspielniederlage des SV Unter-Flockenbach, der zwei Klassen höher die Verbandsliga dominiert.
"Ihr habt heute alle geackert, ihr seid alle gestorben" - Jochen Ingelmann
„Ihr habt heute alle geackert, ihr seid alle gestorben“, sagte am Dienstagabend Jochen Ingelmann, der Magier auf der Trainerbank des Kreisoberliga-Spitzenreiters SV Fürth, in Richtung seiner grünen Monsterjäger, die es schafften, aus den vermeintlichen Ungeheuern vom Wetzelsberg eher harmlose Kätzchen werden zu lassen, was auch SVU-Trainer Dalio Memic nach dem Spiel einräumte: „Ich muss von jeder Mannschaft, die wir stellen, erwarten können, dass wir gegen einen unterklassigen Gegner gewinnen. Wir waren zwar über weite Strecken dominant, aber das bringt nicht viel, wenn wir nicht schießen.“
Die Zähne ausgebissen
Vielleicht war die Rotation bei den „Flockies“ diesmal eine Spur zu arg. Zwar stand in der Partie noch immer jede Menge Qualität auf dem Platz, doch nicht selten versandeten die Bemühungen spätestens beim letzten Pass. Der Moment, der das Feuer des Verbandsligisten so richtig zum Lodern brachte, wurde schmerzlich vermisst. Möglicherweise hätte der eine oder andere Zauberer aus der SVU-Kreativabteilung dem gesamten Konstrukt die Grundlage dafür geliefert, dem SV Fürth Saures zu geben. Doch der freute sich in der Nachspielzeit über Süßes.
Von Beginn an entwickelte sich ein flottes Spiel, bei dem kein großer Klassenunterschied zu sehen war. Der Tabellenführer der Kreisoberliga setzte auf eine starke Defensive, an der sich der Verbandsliga-Spitzenreiter die Zähne ausbiss.
"Ich muss von jeder Mannschaft, die wir stellen, erwarten können, dass wir gegen einen unterklassigen Gegner gewinnen" - Dalio Memic
„Wir haben kompakt verteidigt, wie wir es uns auch vorgenommen haben. In der ersten Hälfte haben wir unsere Konter noch nicht so ausgespielt. Nach der Pause waren wir phasenweise sogar die stärkere Mannschaft. Die Mannschaft hat über die 90 Minuten all das, was wir uns vorgenommen haben, perfekt umgesetzt“, so Ingelmann. Wie makabre Symbole dessen, was für die Unter-Flockenbacher kommen sollte, ragten die zunehmend kahlen Bäume rund um den Kunstrasen wie Skelette in den vom fahlen Flutlichtschein erhellten Nachthimmel. Sie ließen das Ende erahnen, das Ende der Zeit, in der sich der SVU als ungeschlagen in den Pflichtspielen bezeichnen durfte. „Das war jetzt unsere erste Niederlage, womit wir auch erst einmal umgehen müssen. Aber ich weiß, dass wir Charakter und am Sonntag im nächsten Ligaspiel ein deutlich anderes Gesicht zeigen werden“, ist sich Memic sicher, seinen Zauberlehrlingen rechtzeitig zum Duell beim Titelkonkurrenten aus Bad Homburg neue Magie einzuhauchen. Gerade was die Durchschlagskraft in der Offensive betraf, war der Auftritt in Fürth zu blutleer.
Blutleere Offensive
Bitter für die Gäste war, dass der eingewechselte Torjäger Linus Hebling in der ersten Minute der Nachspielzeit nach Vorarbeit von Eckstein aus 14 Metern den Ball am langen Pfosten vorbeisetzte. Dies war die wohl beste Chance des SVU, wonach sich schon alles mental auf die Entscheidung im Elfmeterschießen vorbereitete. Möglicherweise war genau das der Grund, weshalb die Konzentration nicht reichte, den „Last-Minute-Horror“ noch abzuwenden.
SV Fürth: Hummel - Geissinger, J. Vucic (78. Karaagac), Dolicanin, Schumacher, A. Vucic, Frank (32. Burk), C. Diefenbach, Kabel, Leon Weise, N. Diefenbach.
SV Unter-Flockenbach: Kovis - Chatzigiannakis, J. Mayer, Paschaloglou (64. Hebling), Lobo (74. Gelzenlichter), Graidia, Zyprian, Schaudt, Eckstein, Cooper (74. Ulpins), Djouendjeu.
Tor: 1:0 Dolicanin (90.+3).
Beste Spieler: Leon Weise, J. Vucic - Chatzigiannakis. Zuschauer: 120.