Fußball

Rückkehrer mit Strahlkraft beim VfL Birkenau

Niklas Halblaub, Hauke Hentschel und Jan-Luka Tschunt aus der Waldhof-Jugend verstärken den Kreisoberligisten VfL Birkenau. Aber es gibt auch Abgänge, die wehtun und einen Trainerwechsel in der Reserve.

Niklas Halblaub (links) wird nach seinem Wechsel von Eintracht Wald-Michelbach nun das Offensivspiel des VfL Birkenau auf Touren bringen. Bild: Philipp Reimer Foto: Philipp Reimer Photography
Niklas Halblaub (links) wird nach seinem Wechsel von Eintracht Wald-Michelbach nun das Offensivspiel des VfL Birkenau auf Touren bringen. Bild: Philipp Reimer

Wenn ein Verbandsligaspieler mit 21 Jahren zurück in die Kreisoberliga geht, lässt das aufhorchen. Für Niklas Halblaub jedenfalls ist es eine Rückkehr zu seinem Heimatverein VfL Birkenau, wo sein Vater Volker Halblaub auch Fußball-Abteilungsleiter ist.

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Eintracht Wald-Michelbach hätte den Offensivspieler, der in der Jugend des SV Waldhof ausgebildet wurde, gerne behalten. Jetzt freut sich Birkenaus Trainer Ludwig Brenner über einen Neuzugang, der durchaus Strahlkraft hat. „Es ist doch so, dass Vereine immer wieder ihre eigenen Spieler ansprechen und versuchen, sie zurückzuholen. Es wird immer schwieriger, neue Spieler zu rekrutieren, wenn man nicht gerade mit der großen Geldbörse auf Einkaufstour geht. Aber das kann ja kaum ein Verein noch“, sagt der 63-jährige ehemalige Zweitligaspieler.

Jens Klein hinterlässt Lücke

Die Birkenauer waren mit ihrer Rückholaktion zwei weitere Male erfolgreich: So kommt der 18-jährige Jan-Luka Tschunt aus der A-Jugend des SV Waldhof Mannheim zurück. Er ist der Sohn von Andreas Tschunt, dem Sportlichen Leiter des VfL. „Er ist ein top ausgebildeter Spieler, der immer mal wieder bei uns mittrainierte. Wir kennen ihn bestens“, sagt Brenner und gibt Tschunt schon jetzt eine Stammplatzgarantie auf der Sechserposition. Dort entstand nach dem Wechsel von Kapitän Jens Klein, der als Co-Spielertrainer zur KSG Mitlechtern ging, eine Lücke. „Das ist ein Riesenverlust. Jens war mein verlängerter Arm auf dem Platz“, sagt Brenner, der Klein auch in der Abwehr einsetzen konnte.

Mit Hauke Hentschel kommt nach sechs Jahren ein Defensivspieler zurück, der während seines Studiums seinen Pass beim VfL Neustadt (A-Liga Rhein-Mittelhaardt) hatte. Brenner setzt auf den routinierten Spieler, der Führungsqualitäten zeigen soll. Immerhin ging dem VfL einiges an Erfahrung verloren. So hat sich Thorben Schmidt der zweiten Mannschaft von Zweitliga-Aufsteiger SV Elversberg angeschlossen. Schmidt wohnt in Elversberg, pendelte aber wegen des Berufs aus dem Saarland an die Bergstraße. Er will es nun noch einmal in der Verbandsliga wissen, der VfL bemüht sich um ein mögliches Zweitspielrecht.

Platz acht verbessern

Philipp Klein wechselte zum Klassenkonkurrenten Olympia Lorsch. Er war mit Florian Frölich der einzige Linksfuß in der Mannschaft und erzielte auch acht Tore in der vergangenen Saison. „Wir haben gute Leute verloren, ich bin aber zuversichtlich, dass wir das kompensieren können“, sieht Brenner die Mannschaft sicherlich nicht schlechter und will deshalb Platz acht verbessern. Perspektivisch soll es auf Platz fünf gehen. In Birkenau tut sich was – von einem „Königstransfer“ wie dem von Niklas Halblaub profitiere man nicht nur unmittelbar sportlich, er stärkt auch den Ruf des Vereins. Inwieweit, das wird sich dann zur nächsten Saison zeigen, wenn der VfL wieder um Spieler wirbt. Brenner: „Es geht voran.“

Aber erst einmal müssen die Birkenauer ihre Leistung stabilisieren. Junge Spieler wie Felix Möck und Philipp Wolk sind dabei wieder einen Schritt weiter. Überhaupt gibt es einiges, auf das Brenner in seinem zweiten Jahr aufbauen kann.

Bei seinem Amtsantritt in Birkenau wurde vieles geändert und die Abwehr neu formiert. „Es war klar, dass nicht alles gleich funktionieren wird. Aber es wurde im Laufe der Saison besser, und wir sind jetzt eingespielter“, sagt Brenner, der beispielsweise Josua Hofmann und Gem Schäfer von der offensiven Außenbahn in die Viererkette holte. „Die Spieler waren bereit, das alles mitzutragen. Wir haben teilweise bis zum Exzess trainiert und immer wieder Ballsicherheit und Kombinationsspiel geübt“, lobt der Trainer seine Mannschaft. Tore hat der VfL immer geschossen, wenn jetzt noch die Zahl der Gegentreffer verringert werden kann, dann sollte bei gleichbleibender Offensivkraft etwas möglich sein.

Die Probezeit ist vorbei

Ein „toller Start“ (Brenner) mit der Tabellenführung nach fünf Spielen habe die Birkenauer weit in die Saison getragen. Das gab Selbstvertrauen und zudem ein Punktepolster, als die Ergebnisse ab dem neunten Spieltag nicht mehr ganz so gut waren.

Zum Saisonstart am 6. August zu Hause gegen den Vizemeister SG Unter-Abtsteinach müsse man gleich wieder präsent sein, fordert Brenner: „Die Probezeit ist vorbei.“ Danach geht es zum Aufsteiger FC Ober-Abtsteinach. Das sind zwei schwere Spiele in einer Kreisoberliga, die Brenner als so stark wie schon lange nicht mehr bezeichnet. Neben Unter-Abtsteinach zählt er auch Absteiger FC Fürth und Olympia Lorsch zu den Favoriten.

Erschwerend kommt hinzu, dass es jetzt 17 Mannschaften und damit zwei mehr in der Klasse sind. Das bedeutet vier zusätzliche Spiele, wobei die Birkenauer nur einen relativ kleinen Kader mit 15 Mann und fünf Perspektivspielern haben. „Ein kleiner Kader kann auch ein Vorteil sein, wenn wir von größeren Verletzungen verschont bleiben“, macht sich Brenner (noch) keine Sorgen.

Zum Ende der vergangenen Saison war das anders, weil der VfL auf dem Zahnfleisch ging. Es hätte sicherlich der eine oder andere Punkt mehr geholt werden können, doch angesichts der Ausfälle konnte Brenner über die Bank nichts nachlegen.

Am Wochenende ist Kerwe

Ein Gradmesser wird für den Trainer sein, wie sich seine Mannschaft gegen die Top-Teams schlägt, gegen die man in der vergangenen Saison nichts ausrichten konnte. „Die Chance ist größer geworden“, sieht Brenner seine Mannschaft auf einem guten Weg. Am Wochenende spielt der Fußball allerdings nicht die erste Geige, denn dann wird in Birkenau erst mal die Kerwe gefeiert. Getestet wird dann erst wieder am 16. Juli zu Hause gegen den SV St. Stephan Griesheim.

Benjamin Braun (rechts) ist neuer Trainer des VfL Birkenau II. Bild: Fritz Kopetzky Foto: Ernst Lotz
Benjamin Braun (rechts) ist neuer Trainer des VfL Birkenau II. Bild: Fritz Kopetzky

Benjamin Braun übernimmt

Einen Trainerwechsel hat es bei der zweiten Mannschaft des VfL Birkenau gegeben. Bereits zur Winterpause teilte der 40-jährige Spielertrainer Dennis Dietrich mit, dass er nach fünf Jahren nicht mehr weitermachen möchte. Künftig trägt Benjamin Braun zusammen mit seinem Co-Trainer Patrick Bauer die sportliche Verantwortung beim Fußball-C-Ligisten.

Der 31-jährige Braun spielte lange beim TSV Sulzbach, ehe er 2019 zum VfL Birkenau wechselte, wo er in der ersten Mannschaft spielte und dann Kapitän der Reserve war. Braun hat die Trainer-C-Lizenz und betreut auch die Verbandsliga-Fußballerinnen von Olympia Lorsch.

Patrick Bauer kam vor drei Jahren vom FC Fürth zum VfL. Zuvor spielte der 40-Jährige unter anderem höherklassig für DJK Edingen-Neckarhausen, SG Hemsbach, SG Hemsbach/Sulzbach, VfB Lampertheim, SV 98/07 Seckenheim und SV Laudenbach. Er war zuletzt Keeper der zweiten Mannschaft, die er jetzt als Co-Trainer weiter begleitet. Außerdem ist er Torwarttrainer beim VfL.

Nachdem die Birkenauer in der vergangenen Saison gegen den Abstieg kämpften, hofft Cheftrainer Ludwig Brenner für den Unterbau, „dass es wieder etwas nach oben geht“. Allerdings wird bei der Reserve vieles davon abhängen, wie es personell bei der ersten Mannschaft aussieht, die einen relativ kleinen Kader hat.