So lief das Debüt von Lukas Cambeis beim SV Unter-Flockenbach
Der neue Trainer Lukas Cambeis hatte mit dem SV Unter-Flockenbach nur eine gemeinsame Trainingseinheit - dann ging es in der Verbandsliga schon gegen den VfR Groß-Gerau. Nach dem Abpfiff war er bedingt zufrieden.
Unter-Flockenbach. Das Debüt von Lukas Cambeis als neuer Trainer des Fußball-Verbandsligisten SV Unter-Flockenbach ist geglückt. Im Heimspiel gegen den VfR Groß-Gerau setzten sich die „Flockies“ am Mittwochabend mit 2:0 durch. Souverän war die Vorstellung jedoch nicht.
„Es ist eigentlich hochgradig unverdient, aber am Ende des Tages interessiert das nicht mehr. Wir haben die Punkte verbucht, das ist wichtig“, machte der neue Coach keinen Hehl daraus, dass noch einiges zu tun ist, bis der Fußball so aussieht, wie er ihn sich vorstellt. Cambeis hatte am Sonntag die Nachfilge von Dalio Memic angetreten.
Gerade in der ersten Hälfte war auf Unter-Flockenbacher Seite nicht viel zu sehen, das positiv in Erinnerung blieb. Das Defensivverhalten zeigte größere Defizite auf, ging es mal nach vorn, stimmte teilweise die Abstimmung nicht oder die Pässe wurden schlampig gespielt, so dass sie nie ankamen. Sturmspitze Luca Kaiser hing so meist in der Luft. „Wir hätten uns nicht beschweren dürfen, wenn wir zur Halbzeit mit 0:3 zurückgelegen hätten“, sagte Cambeis. In der Tat gingen die gefährlichen Aktionen sämtlich von den Gästen aus. So reagierte zweimal SVU-Schlussmann Marcel Petrinec, der für Arthur Kovic kam, hervorragend. Einmal blieb er im Eins-gegen-eins gegen Dominik Schröter der Sieger (2.), dann pflückte er Ilias Benazza den Ball in höchster Not vom Fuß (44.). Allerdings machte Petrinec eine Situation selbst scharf, als er Schröter unbedrängt in die Beine spielte (37.). Dass der VfR diese Einladung nicht annahm, grenzte fast schon an ein Wunder.
„Ich habe in der Pause den Jungs gesagt, dass eine Mannschaft, die so viele Chancen liegenlässt, im Normalfall nicht gewinnt“, sagte Cambeis. Damit sollte er richtig liegen. Nach der Pause hatten die „Flockies“ aber auch mehr Zugriff, was sich mit dem ersten gelungenen Angriff auch in einem Torerfolg widerspiegeln sollte. Ilya Ertanir schickte Müslüm Arikan über links auf die Reise. Mit einer scharfen Hereingabe fand er einen Abnehmer in Luca Kaiser, der aus kurzer Distanz nur den Fuß hinhalten musste (49.) – 1:0. Das war der perfekte Start in die zweite Hälfte, in der sich der SVU zwar noch immer schwertat, dennoch wirkten die Aktionen zielgerichteter und sicherer als in der ersten Hälfte.
Der Treffer zum 2:0-Endstand resultierte schließlich aus einem Foulelfmeter in der 77. Minute. Müslüm Arikan wurde im Strafraum regelwidrig gestoppt. Der Gefoulte schnappte sich selbst den Ball und verwandelte sicher mit einem Schuss in die Tormitte. Fast hätte Jonas Waldmann in der 84. Minute nach einer weiteren Hereingabe von Arikan mit seinem Abschluss aus kurzer Distanz auf 3:0 erhöht, er verfehlte das Tor allerdings knapp. Das wäre des Guten dann aber auch wohl zu viel gewesen.
„An der Art und Weise hat mir zwar einiges noch nicht gepasst, doch die Einstellung der Mannschaft ist top, das muss man festhalten“, machte Cambeis deutlich. Zwar sind es noch etliche Schritte, bis der Fußball gezeigt wird, den er sich vorstellt, doch der Übungsleiter zeigt sich voller Zuversicht: „Man darf nicht vergessen, dass wir gerade eine gemeinsame Trainingseinheit hatten, da kann ich keine Wunder erwarten.“
Am kommenden Sonntag (15 Uhr) gastiert der SV Unter-Flockenbach bei Germania Ober-Roden. Mit dem Gegner hat sich Trainer Cambeis noch nicht beschäftigt: „Der volle Fokus galt erst einmal Groß-Gerau. Ich kenne Ober-Roden bislang nicht, aber wir haben ein Video, das wir uns anschauen werden.“
Klar ist aber, dass zwei Dinge bereits im anstehenden Spiel besser klappen sollen: das Anlaufen des Gegners und das Defensivverhalten allgemein. Verzichten muss der SVU möglicherweise auf Spielführer Morris Nag, der gegen Groß-Gerau in der 66. Minute vom Platz humpelte und sich an den Oberschenkel griff.
SV Unter-Flockenbach: Petrinec - Kamuff (89. Maraj), Nag (66. Gelzenlichter), Arikan, Ertanir, Katich, Kaiser (73. Waldmann), Heckhoff (79. Bundschuh), Aliji (66. Schaudt), Kuhn, Germies.
Tore: 1:0 Kaiser (49.), 2:0 Arikan (77., Foulelfmeter).
Beste SVU-Spieler: geschlossene Leistung. Zuschauer: 200.