SVU ist harmlos und schlampig: 1:1 gegen den Tabellenletzten
Der SV Unter-Flockenbach kommt im Heimspiel der Hessenliga gegen den Tabellenletzten TuS Hornau nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus. Gedenkminute für Gregor Hebling.
Unter-Flockenbach. Nein, verloren hat der SV Unter-Flockenbach sein Heimspiel gegen die TuS Hornau zwar nicht. Allerdings reichte ein Blick in die Gesichter der Spieler, um festzustellen, dass sich das 1:1 gegen den Tabellenletzten der Fußball-Hessenliga wie eine Niederlage anfühlte.
Stimmen zum Spiel
Max Heckhoff (SVU-Verteidiger): „Die erste Halbzeit war enttäuschend. Wir waren nicht griffig genug und kamen nicht in die Zweikämpfe. Das wurde nach der Pause besser. Wir sind in Führung gegangen, haben es aber verpasst, das 2:0 nachzulegen. Durch einen blöden Fehler haben wir den Ausgleich kassiert. Am Ende war es einfach zu wenig, um drei Punkte zu holen. Jetzt müssen wir eben zusehen, dass wir in der nächsten Woche in Baunatal die Punkte mitnehmen.“
Ylli Cermjani (SVU-Mittelfeldspieler): „Die zweite Hälfte war ganz in Ordnung. Wir sind früh in Führung gegangen, doch leider habe ich es verpasst, das 2:0 zu köpfen. Stattdessen haben wir den Ausgleich bekommen. Ich denke nicht, dass es bei uns an mangelndem Ehrgeiz gelegen hat. Wir hatten in dem Spiel einfach auch viel Pech.“
Luca Kaiser (SVU-Stürmer): „Wir haben kein gutes Spiel gemacht und haben sehr unglücklich agiert. So war nicht mehr drin als ein Punkt. Nun müssen wir sehen, dass wir in den nächsten Wochen bei den Auswärtsspielen was mitnehmen.“
Andreas Klöckner (Trainer TuS Hornau): „In unserer Situation helfen eigentlich nur Siege, weshalb wir hier auch gewinnen wollten. Ich denke, das hat man auch gesehen, dass wir nach dem 1:1 weiter nach vorn gespielt haben. Beide Mannschaften haben mit offenem Visier gespielt und haben bis zum Schluss den Lucky Punch gesucht. Wir waren da in der Nachspielzeit nah dran. Letztlich ist das 1:1 aber ein gerechtes Ergebnis.“ gie
„Das ist absolut enttäuschend. Wir hatten uns so viel vorgenommen, aber vor allem in der ersten Halbzeit waren wir überhaupt nicht im Spiel“, resümierte der nachdenkliche SVU-Trainer Dalio Memic nach dem Spiel.
Schwache Leistung
Unter dem Strich war das 1:1 das gerechte Ergebnis, jedoch gegen einen nicht unbedingt vor Gefahr übersprudelnden Gegner einfach viel zu wenig. Dabei ist insbesondere der erste Durchgang zu nennen, in dem die „Flockies“ lediglich durch Harmlosigkeit, schlampiges Passspiel, chronische Konzentrationsmängel und haarsträubende Fehler auffielen. Als Beispiel darf etwa eine Szene in der 27. Minute gelten, als Torwart Marcel Petrinec ohne Not einen Rückpass im Strafraum mit den Händen aufnahm. Beim folgenden Freistoß machte er wenigstens mit einer überragenden Parade gegen Hendrik Sexauer seinen Aussetzer wieder gut.
Die laut und gut vernehmbar von Co-Trainer Sascha Noe über den Platz gebrüllte Aufforderung „Jetzt endlich alle aufwachen!“ traf genau das, was nötig gewesen wäre. Die einzig erwähnenswerte Gelegenheit für die Wetzelsberger in Durchgang eins hatte Luca Kaiser (43.), dessen Versuch aus kurzer Distanz aber von Gästekeeper Dorth zur Ecke geklärt wurde.
Nach einer offenkundig gelungenen Ansprache in der Kabine kamen die Gastgeber mit deutlich mehr Engagement, Konzentration und Einsatzwille zurück. Das sollte auch schnell belohnt werden, denn bereits in der 48. Minute ging der SVU in Führung. Ausgangspunkt war eine Musterflanke von Angel Arthee von der linken Seite. Diese erreichte Aron Unrath, der sich in den Hornauer Strafraum geschlichen hatte und den Ball aus kurzer Distanz eindrückte. Dies war der Auftakt zur besten Phase der Unter-Flockenbacher im gesamten Spiel. „Da sah es ganz gut aus und wir hatten die Chancen, um das 2:0 nachzulegen“, trauerte Memic einigen vergebenen Gelegenheiten hinterher. Die beste davon hatte Ylli Cermjani, der nach einer Flanke von Müslüm Arikan völlig frei aus drei Metern zum Abschluss kam, aber das Kunststück fertigbrachte, den Ball rechts am Tor vorbeizuköpfen. Eine regelrecht symptomatische Szene für dieses Spiel.
Das rächte sich in der 69. Minute, als Hendrik Sexauer der Ausgleich gelang. Dem Treffer ging eine zu zögerliche Aktion von Max Heckhoff voraus, der die Situation so nicht zu klären vermochte. Sexauer bedankte sich mit einem Schuss aus kurzer Distanz durch Petrinecs Beine. „Das war einfach viel zu wenig heute. Am Ende müssen wir sogar noch froh sein, nicht noch das 1:2 kassiert zu haben“, nahm Memic Bezug auf zwei Szenen in der Nachspielzeit, als die TuS Hornau noch einmal alles für einen Sieg auf der Zielgeraden des Spiels mobilisierte. Sexauer (90.+1) und eine Minute später Krönert ließen es vor dem SVU-Kasten lichterloh brennen, scheiterten aber beide knapp. „Klar ist, dass wir nächste Woche in Baunatal sehr viel mehr bringen müssen“, machte Memic deutlich.
Gedenkminute für Gregor Hebling
Doch letztlich ist der Fußball nur eine Nebensache, wie einmal mehr bereits vor dem Anpfiff der Partie deutlich wurde. Es gab nämlich eine Schweigeminute zum Gedenken an Gregor Hebling. Das Mitglied des SVU-Verwaltungsgremiums verstarb völlig überraschend im Alter von nur 60 Jahren.
SV Unter-Flockenbach: Petrinec - Gelzenlichter, Nag (75. Imsirovic), Arikan, Arthee, Kaiser (81. Fischer), Schaudt (75. Bundschuh), Heckhoff, Borgenheimer (81. Hammann), Cermjani (68. Schneider), Unrath.
Tore: 1:0 Unrath (48.), 1:1 Sexauer (69.).
Beste SVU-Spieler: keine. Zuschauer: 220.