Ironman

Triathlon, Studium und Karriere: Wie Jonas Adam alles unter einen Hut bekommt

Zwei Wochen nach seiner ersten WM-Teilnahme auf Hawaii blickt der Fürther Jonas Adam mit Stolz auf das Erreichte zurück. Jetzt ist für ihn erst mal Erholung angesagt. Hierfür hat er einen ganz besonderen Plan.

Nach 10:13:06 Stunden war es endlich geschafft: Jonas Adam im Ziel der Ironman-WM auf dem legendären Alii Drive. Foto: Jonas Adam
Nach 10:13:06 Stunden war es endlich geschafft: Jonas Adam im Ziel der Ironman-WM auf dem legendären Alii Drive.

Es kann gut sein, dass demnächst ein „Eiserner“ im Fußballtraining des SV Fürth aufschlägt. Die Rede ist dabei allerdings nicht von einem aufstrebenden Talent des Bundesligisten 1. FC Union Berlin, sondern von einem echten „Ironman“ – genauer gesagt von Jonas Adam. „Ich bin immer noch ein leidenschaftlicher Fußballer, obwohl ich vor eineinhalb Jahren mit dem Kicken aufgehört habe“, sagt der 28-Jährige. „Ich wohne schließlich direkt neben dem Stadion, da fällt es nicht allzu schwer, mal wieder vorbeizuschauen.“

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An eine Fortsetzung seiner fußballerischen Laufbahn verschwendet Adam allerdings keinen Gedanken. Vielmehr geht es ihm darum, die alten Kumpels mal wieder zu treffen und weiteren Abstand vom bisherigen Höhepunkt seiner Sportlerkarriere zu gewinnen: der Teilnahme an der Ironman-Weltmeisterschaft der Triathleten auf Hawaii.

Einer von 2282 „Finishern“

Am 26. Oktober zählte der Odenwälder zu den 261 deutschen Altersklassenathleten, die sich neben den fünf deutschen Profis (darunter auch der spätere Sieger Patrick Lange) für die Titelkämpfe qualifiziert hatten – und letztlich auch zum erlauchten Kreis der 2282 „Finisher“, die nach einer Schwimmstrecke von 3,862 Kilometern, 180,246 Kilometern auf dem Rennrad sowie einem Marathonlauf über 42,195 Kilometer die Ziellinie am weltbekannten Alii Drive überquerten.

Von Langes Siegerzeit von 7:35:53 Stunden war Adam mit seiner Zeit von 10:13:06 zwar deutlich entfernt, und auch die Qualifikationszeit vom Frankfurter Ironman (9:30 Stunden) sowie das selbst gesteckte Ziel von „unter zehn Stunden“ blieben (noch) unerreicht.

Über 180 Kilometer meisterte Jonas Adam auf seinem Rennrad bei der Ironman-WM. Foto: Jonas Adam
Über 180 Kilometer meisterte Jonas Adam auf seinem Rennrad bei der Ironman-WM.

Dennoch überwiegt knapp zwei Wochen nach dem Großereignis der Stolz darüber, im Konzert der Branchengrößen mitgespielt zu haben. Und: Der 791. Platz bei 2282 Finishern klingt alles andere als schlecht. In der Altersklassenwertung der 25- bis 29-Jährigen stand sogar der 76. Platz zu Buche.

Noch beachtlicher erscheint die Leistung, wenn man bedenkt, dass es Jonas Adam in gerade einmal zwei Jahren und parallel zu seinem Hauptjob als Unternehmensberater sowie einem berufsbegleitenden Masterstudium in Business Administration bereits nach Hawaii geschafft hat. Dem Traumziel aller Triathleten schlechthin, das für viele trotz jahrelanger Strapazen unerreicht bleibt.

Beim Laufen sei "noch mehr drin", meint Jonas Adam. Und grundsätzlich gilt für den Fürther: "Das ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange". Foto: Jonas Adam
Beim Laufen sei "noch mehr drin", meint Jonas Adam. Und grundsätzlich gilt für den Fürther: "Das ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange".

„Die Zeit von etwas mehr als zehn Stunden ist letztlich recht passabel“, übt sich Adam angesichts seiner fulminanten Leistungssteigerung fast schon in Bescheidenheit – und fügt kämpferisch hinzu: „Das ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange.“ Vor allem beim Schwimmen sieht er „große Verbesserungsmöglichkeiten“. Auch beim Laufen sei „noch mehr drin“. Was durch kontinuierliches Training möglich sei, zeige seine Entwicklung auf dem Rennrad, erklärt Adam.

12 000 Kilometer in elf Monaten

Knapp 12 000 Kilometer hat er demnach im Jahr 2024 bereits zurückgelegt, sein Stundenmittel liegt bei rund 39 Kilometern. „Noch vor zwei Jahren hätte ich das nicht mal ansatzweise fahren können“, ist er selbst ein wenig überrascht. Und er weiß: „Es wird von Wettkampf zu Wettkampf immer besser. Außerdem liegt das beste Ironman-Alter noch vor mir.“

Tatsächlich belegen gleich mehrere Langzeitstudien, dass die besten „Ironmen“ zwischen 35 und 39 Jahre alt sind – der aktuelle Hawaii-Sieger Patrick Lange zählt beispielsweise auch schon 38 Jahre.

Der Triathlonsport ist für den Fürther ein hervorragender Ausgleich zum Alltag. Foto: Jonas Adam
Der Triathlonsport ist für den Fürther ein hervorragender Ausgleich zum Alltag.

Bis dahin hätte Jonas Adam also noch zehn Jahre Zeit. Einen solchen Langzeitplan verfolgt der Fürther allerdings nicht. Zumal er betont: „Ich bin lieber ein sehr guter Altersklassen-Athlet als ein schlechter Profi.“

Für Jonas Adam soll der Triathlonsport deshalb auch weiterhin eine willkommene, gerne auch etwas strapazierende Abwechslung vom Alltag sein. 2025 möchte er sich gerne erneut für die WM, die dann wieder im französischen Nizza stattfindet, qualifizieren. Und auch Hawaii darf es gerne noch mal sein – wann auch immer. Das Training jedenfalls will Jonas Adam voraussichtlich Mitte Dezember wieder aufnehmen.

In den nächsten Wochen ist aber erst einmal Erholung angesagt. Von den anstrengenden Wochen vor der WM, dem Wettkampf an sich, aber auch von der anschließenden Urlaubswoche auf Hawaii mit seinen Freunden und Verwandten sowie der insgesamt 35-stündigen Rückreise. Mindestens ein kleiner Kick mit alten Freunden sollte dabei allemal drin sein.