Triathlon

Drei Weinheimer Triathleten beim Ironman auf Hawaii

Felix Swiczinsky, Florian Ganz und Johannes Lutz zeigen bei der Weltmeisterschaft beachtliche Leistungen, trotz Quallenkontakt

Die Weinheimer Felix Swiczinsky, Johannes Lutz und Florian Ganz (von links) vor dem Schwimmstart auf Hawaii. Foto: TSG 1862 Team Radsport Wagner
Die Weinheimer Felix Swiczinsky, Johannes Lutz und Florian Ganz (von links) vor dem Schwimmstart auf Hawaii.

Rekorde sind bei der diesjährigen Ironman Weltmeisterschaft auf Hawaii nur so gepurzelt: Schwimmrekord (Sam Askey-Doran, 45,43 Minuten), Rekord auf der Radstrecke (Sam Laidlow, 3:57,22 Stunden) und Gesamtstreckenrekord (Gesamtsieger Patrick Lange, 7:35,53 Stunden).

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Auch aus Weinheimer Sicht ist ein Rekord zu vermelden: Erstmals konnten sich drei Triathleten der TSG 1862 Weinheim Team Radsport Wagner in die Siegerlisten im wichtigsten Rennen des Jahres eintragen. Für die TSG Weinheim gingen beim ältesten Triathlon über die Langdistanz Felix Swiczinsky, Florian Ganz (beide Altersklasse 40-44) und Johannes Lutz (AK 70-74) an den Start.

Um 19 Uhr deutscher Zeit begaben sich die Amateure, die im Fachjargon Agegrouper oder Altersklassenathleten genannt werden, in der Bucht von Kailua in den 27 Grad Celsius warmen Pazifik, um die 3,8 Kilometer zu bewältigen. Salzwasser und Strömungen erschweren die Disziplin, die angesichts der Wassertemperaturen zudem ohne Neoprenanzug geschwommen werden muss.

Qualle raubt Energie

Florian Ganz musste dabei Bekanntschaft mit Quallen machen, ein Vorfall, der ihn über das gesamte Rennen beschäftigen sollte. Felix Swiczinsky stieg in seiner Paradedisziplin nach sensationellen 57,51 Minuten aus dem Wasser, Ganz folgte mit 1:13,30 Stunden vor Lutz (1:35,56 Stunden).

Die Radstrecke über 180 Kilometer führte die Athleten zunächst in südlicher Richtung entlang der Kona- und Koala-Küste, erreichte dort den ersten Wendepunkt und wies dann in nördlicher Richtung nach Hawi, dem zweiten Wendepunkt, bevor es dann wieder zurück nach Kona ging.

Der Radabschnitt gilt als solches nicht als besonders anspruchsvoll. Lediglich kleinere Erhebungen stellen sich den Athleten in den Weg. Schwierig ist der Radsplit wegen der berüchtigten Winde, der hohen Luftfeuchtigkeit und Temperaturen. „Der Gegenwind ist manchmal schon krass“, berichtet Johannes Lutz. Windschattenfahren ist nach dem Regelwerk der Ironman Corporation verboten, sodass jeder für sich einen Weg finden muss, mit den Bedingungen klarzukommen. „Die Zeitfahrmaschinen helfen dann schon ganz ordentlich. Da kannst Du dem Wind etwas ausweichen, wenn Du auf den Extensions liegst“, erklärt Teamkapitän Micha Wagner.

Neben den äußerlichen Bedingungen machten Florian Ganz seine Verbrennungen zu schaffen, die er sich bei seiner Begegnung mit den Quallen zugezogen hatte. „Nicht das Radfahren als solches, sondern diese Verletzung hat mir die meiste Energie geraubt“, erläutert Ganz.

Und mit Energie müssen die Sportler haushalten. „Unter dem Strich kommt es darauf an, auf dem Rad nicht zu viele Körner zu verbrauchen, damit ausreichende Reserven für den abschließenden Marathon vorhanden sind“, sagte Swiczinsky, der nach 5:10,43 Stunden vom Rad stieg. Zu diesem Zeitpunkt konnte er auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit von mehr als 34 km/h zurückblicken. Nicht viel langsamer war Ganz, der nach 5:25,18 Stunden die Wechselzone erreichte. Lutz schnürte nach 7:36,59 Stunden die Laufschuhe, um die Marathon-Laufstrecke in Angriff zu nehmen.

Längster Tag des Jahres

Das Ziel des Rennens befindet sich traditionell auf dem berühmten Ali’i Drive, wo alle Triathleten nach getaner Arbeit stimmungsvoll mit einheimischer Folklore empfangen werden. Nach 9:46, 13 und einer Marathonzeit von 3:30,44 Stunden war der Arbeitstag für Felix Swiczinsky beendet. Florian Ganz und Johannes Lutz erlebten tatsächlich den längsten Tag des Jahres, wie die Langdistanz gerne apostrophiert wird. Ganz legte sich nach 12:08,01 Stunden erschöpft hinter der Ziellinie ab, Lutz folgte nach 16:20,24 Stunden. „Für mich war es ein bisschen ein Wandertag“, spielt Lutz seine Leistung herunter, nicht ohne Stolz, Platz 26 seiner Altersklasse erreicht zu haben.

„Wir sind aber wieder dabei, wenn wir noch einmal die Möglichkeit haben“, resümiert Swiczinsky. „Aber erst einmal ist Erholung angesagt“. Was auch immer das heißen mag im Vergleich zu den Strapazen einer Ironman-Weltmeisterschaft. jwe