Fußball-Bundesliga

Sorgen um Guirassy: Wechsel zum BVB weiter offen

Der Vertrag liegt bereits unterschriftsreif vor. Doch der geplante Transfer von VfB-Torjäger Serhou Guirassy zum BVB ist ins Stocken geraten. Erst in der kommenden Woche soll eine Entscheidung fallen.

Das erste Mannschaftstraining der Saison 2024/25 fand ohne Guirassy statt. Foto: Bernd Thissen/dpa
Das erste Mannschaftstraining der Saison 2024/25 fand ohne Guirassy statt.

Dortmund (dpa) - Rückflug statt Neustart: Zeitgleich mit dem ersten Training seiner vermeintlich neuen Dortmunder Kollegen stieg Serhou Guirassy am nahe gelegenen Airport in ein Flugzeug Richtung Stuttgart. Zum Leidwesen aller Beteiligten war damit der Plan hinfällig, den bisherigen Torjäger des VfB beim Cheftrainer-Debüt von Nuri Sahin als Neuzugang ins Rampenlicht zu stellen. Nach dem nicht bestandenen Medizincheck ist der 28-Jährige vom Hoffnungsträger zum Problemfall geworden. 

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Über die Schwere seiner Verletzung machte der Champions-League-Finalist beim ersten Teamtraining nach zweitägiger Leistungsdiagnostik keine Angaben. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur dpa ist eine weitere Untersuchung erst Anfang der kommenden Woche geplant. Guirassy soll sich bei einem Länderspiel für Guinea Anfang Juni eine Verletzung zugezogen haben, die laut BVB «einer weiteren Abklärung bedarf».

Vor allem Sahin dürfte inständig hoffen, dass die Mediziner dann keine Einwände mehr gegen den Abschluss des bereits unterschriftsreifen Vierjahresvertrags haben. Schließlich spielt der zweitbeste Torschütze der vergangenen Bundesliga-Saison (28 Treffer) eine große Rolle bei der angestrebten Rückbesinnung auf die BVB-DNA. Der neue Sportchef Lars Ricken brachte kürzlich zum Ausdruck, was er von Sahin erwartet: «Wir wollen mutig und offensiv spielen. Dann kommen die Erfolge.» Sichtbar werden soll das vor allem im Bundesliga-Alltag, in dem die Borussia unter Sahins Vorgänger Edin Terzic zuletzt nicht über Rang fünf hinaus kam.

Mit dem vom VfB Stuttgart verpflichteten Nationalspieler Waldemar Anton steht der erste Neuzugang bereits fest. Der als Ersatz für Mats Hummels gedachte Innenverteidiger sprach den Fans gleich im ersten Interview nach seiner Unterschrift aus der Seele: «Ich werde immer sagen, dass wir Erster werden wollen. Das Ziel habe ich, seit ich denken kann, eigentlich immer verfolgt.»

Neben Anton und Guirassy soll auch Pascal Groß den Kader verstärken. Die Verhandlungen mit dem Mittelfeldspieler, der noch bis 2025 beim englischen Club Brighton & Hove Albion unter Vertrag steht und wie Anton zum EM-Kader des DFB gehörte, sollen kurz vor dem Abschluss stehen. 

Die zahlreichen EM-Teilnehmer der Borussia und der bei der Copa América eingesetzte Giovanni Reyna steigen erst Ende Juli ins Training ein. Der US-Nationalspieler, der zuletzt für Nottingham Forest auflief, gehört neben Außenverteidiger Tom Rothe (Holstein Kiel) und Soumalia Coulibaly (Royal Antwerpen) zum Kreis der zurückgekehrten Leihspieler.

Viele Blicke zog Niklas Süle beim ersten Training auf sich. Der Innenverteidiger war zum Ende der vergangenen Saison wegen kaum zu übersehender Fitnessprobleme nur noch sporadisch zum Einsatz gekommen. Der BVB veröffentlichte bei X (vormals Twitter) selbst ein Bild vom 28-Jährigen in einer nun deutlich besseren körperlichen Verfassung.

Das erste Testspiel der Vorbereitung steigt am Freitag (18.00 Uhr), wenn der BVB im nahen Holzwickede gegen eine Auswahl von Amateurfußballern antritt. Am 19. Juli reist der dann noch immer dezimierte Tross zur Bundesliga-Auslandsvermarktung eine knappe Woche lang nach Thailand und Japan, wo zwei Testspiele anstehen. Das Trainingslager findet vom 1. bis zum 9. August erneut in Bad Ragaz in der Schweiz statt.