Mannheim: Martinovic verlässt Rhein-Neckar Löwen für hohe Ablöse
Nach nur einem Jahr verlässt Ivan Martinovic die Mannheimer Rhein-Neckar Löwen - und das für eine überdurchschnittliche Ablösesumme. Sein Nachfolger steht schon fest.
Mannheim. Nach Torwart Mikael Appelgren hat nun auch Rückraumspieler Ivan Martinovic die Rhein-Neckar Löwen verlassen. Er schließt sich mit sofortiger Wirkung seinem neuen Club an, teilt der Verein mit. Die Mannheimer Handball-Bundesligisten bekommen für ihn eine mehr als stattliche Ablösesumme und mit Lukas Sandell einen neuen Top-Spieler. Der 28-Jährige bildet mit Ex-Löwe Albin Lagergren den rechten Rückraum der schwedischen Nationalmannschaft.
Sandell unterschreibt bei den Löwen einen Einjahresvertrag - daher bemüht sich der Verein bereits um einen Nachfolger auf der rechten Rückraumposition ab Sommer 2026. „Mit Lukas bekommen wir einen der besten Eins-gegen-eins-Spieler auf dieser Position, einen extrem schnellen und wendigen Spieler, der Tempo, Tiefe und Torgefahr mitbringt. Zudem hat er in Aalborg und zuletzt bei Veszprém auf höchstem Niveau in der Champions League gespielt“, sagt Uwe Gensheimer, der Sportliche Leiter der Rhein-Neckar Löwen, über den jüngsten Neuzugang beim zweifachen Deutschen Meister und Pokalsieger.
Schwedisches Rückraum-Duo
„Die Idee der Löwen, mit mir zu arbeiten, hat mich überzeugt: Sie haben einen klaren Plan, wie sie spielen wollen – und der passt ziemlich perfekt zu meiner Art, Handball zu spielen“, so der schwedische Nationalspieler. Er wird mit Nationalmannschaftskollege Edwin Aspenbäck ein rein schwedisches Gespann auf Rückraum rechts bilden
Nötig geworden ist der Transfer durch den Wechselwunsch von Ivan Martinovic. Der Kapitän der kroatischen Nationalmannschaft hatte noch bis Sommer kommenden Jahres einen Vertrag bei den Löwen. Argumente für seinen frühzeitigen Wechsel zu einem internationalen Top-Klub waren die Teilnahme an der hampions League sowie die Nähe zu seiner Heimat Wien.
„Hier kann ich mir meinen Traum erfüllen, im größten Wettbewerb auf Vereinsebene anzutreten und mich dort mit den Besten der Besten zu messen. Zudem bin ich wieder deutlich näher an meinem geliebten Wien“, sagt Martinovic. „Die Jungs in der Kabine, die treuen Fans in der SAP Arena und auswärts – die werde ich schwer vermissen. Auf der anderen Seite ist das jetzt eine einmalige Gelegenheit, und die möchte und darf ich mir nicht entgehen lassen.“
Überdurchschnittliche Ablöse
Auch Geschäftsführer Holger Bachert ordnet die Personalie ein: „Am liebsten hätten wir noch sehr lange mit Ivan zusammengearbeitet. Wir waren im Frühjahr in sehr guten Gesprächen zwecks einer Verlängerung. Jetzt ist es anders gekommen, und wir haben absolut das Beste aus der Situation gemacht. Mit Lukas Sandell kriegen wir einen tollen Spieler – und für Ivan eine überdurchschnittliche Ablöse.“
Martinovic schlug nach seinem Wechsel von Melsungen nach Mannheim im Sommer 2024 direkt ein, führte die Löwen unter anderem zu Liga-Siegen gegen Kiel und seinen Ex-Verein. Unvergessen bleiben seine Tore in den Pokalpartien seine tragische Verletzung im Pokalhalbfinale gegen Kiel, als er erst unaufhaltsam losballerte und dann unter Tränen mit Patellasehnenriss in die Kabine gestützt werden musste.
Mit Lukas Sandell kommt der bestmögliche Ersatz: Bereits mit jungen 23 Jahren etablierte sich der Linkshänder beim dänischen Primus Aalborg Handbold, zog mit ihm ins Champions-League-Finale 2021 ein und war außerdem maßgeblich am Gewinn von WM-Silber 2021 und EM-Gold 2022 mit Schweden beteiligt. Mit Veszprém gewann er in zwei Saisons die ungarische Meisterschaft zweimal, den Pokal einmal und die Klub-Weltmeisterschaft 2024. (sig)