Bundesliga

Unbesiegter VfB-Coach Hoeneß «nicht happy», aber stolz

Der VfB Stuttgart bleibt unter Sebastian Hoeneß auch in Augsburg ungeschlagen. «Wir leben», sagt der neue Coach. Der Abstiegskampf bleibt trotz der «Ergebniskonstanz» ein Fight mit offenem Ausgang.

Stuttgarts Trainer Sebastian Hoeneß gestikuliert. Foto: Tom Weller/dpa
Stuttgarts Trainer Sebastian Hoeneß gestikuliert.

Augsburg (dpa) - Kein Sieger, kein Verlierer, keine Klarheit: Nach 90 sehr intensiven Abstiegskampf-Minuten im Augsburger Stadion rangen die Trainer Sebastian Hoeneß und Enrico Maaßen mit der kniffligen Punkt-Wertung. Am Ende entschieden sich beide nach dem 1:1 (1:0) zwischen dem FC Augsburg und dem VfB Stuttgart für die positiven Aspekte.

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«Der Punkt ist enorm wichtig für uns als Mannschaft, für die Moral und für die Tabelle. Wir wurden belohnt für eine starke zweite Halbzeit», sagte der nach vier Pflichtspielen (zwei Siege, zwei Remis) weiterhin unbesiegte Hoeneß, auch wenn der 40-Jährige mit dem VfB weiter auf dem Relegationsplatz festklebt. Maaßen befand: «Unser Minimalziel war, Stuttgart auf Abstand zu halten.» Das gelang im sechsten sieglosen Spiel nacheinander, bei dem die Gastgeber zum fünften Mal einen Vorsprung nicht ins Ziel bringen konnten. Was Maaßen und seine Spieler nervte.

Aber der FCA liegt in der Fußball-Bundesliga fünf Runden vor Schluss weiter fünf Punkte vor den Stuttgartern und der Abstiegszone. Das Nervenspiel geht weiter, es spitzt sich zu. «Wir müssen uns bis zum Ende auf intensive Wochen einstellen. Das nehmen wir an», sagte Augsburgs Manager Stefan Reuter. Die Aussage hätte auch von Hoeneß kommen können.

Hoeneß will Punkt gegen Gladbach «veredeln»

Der Neffe von Bayern-Patron Uli Hoeneß war bemüht, Kraft aus dem Verlauf des Abends zu ziehen. Wie schon beim spektakulären 3:3 gegen Borussia Dortmund in der Woche zuvor gelang den Stuttgartern vor 30.660 Zuschauern in der ausverkauften Augsburger Arena wieder ein Comeback. Dion Beljo hatte für den FCA früh getroffen. Hoeneß reagierte mit klugen Offensivwechseln zur Pause. Und Kapitän Wataru Endo stocherte in der 78. Minute nach einer kuriosen Mitnahme des Balles zwischen den Knien irgendwie über die Linie.

VfB-Sportdirektor Fabian Wohlgemuth sprach von einem «Arbeitstor». Hoeneß nannte den Treffer «symbolisch für unsere zweite Halbzeit, wo wir es erzwungen haben». Und Torwart Fabian Bredlow hielt fest: «In unserer Situation ist jeder Punkt ein gewonnener Punkt.» Den will Hoeneß am kommenden Wochenende daheim gegen Mönchengladbach «veredeln».

Der Nachfolger von Bruno Labbadia, der in Stuttgart in kurzer Zeit viel bewirkt hat, wehrte sich im Augsburger Pressekonferenzraum gegen eine überzogene Anspruchshaltung, nach der ein Punkt in Augsburg zu wenig sei. Auch er war nicht «happy mit dem Ergebnis» - und trotzdem «stolz» auf die Reaktion seiner Mannschaft in Hälfte zwei. «Wir sind nicht in der Situation zu sagen, wir nehmen hier in Augsburg mal locker drei Punkte mit. Die Augsburger können einem das Leben ganz schön schwer machen. In der ersten Halbzeit waren sie auf scharf gestellt», erklärte Hoeneß: «Dass wir bis zum Ende fighten müssen, war doch klar.»

Auf Dauer werden Unentschieden nicht reichen. Aber Sportchef Wohlgemuth sah wieder Ermutigendes. Er lobte «die Willensleistung» der Mannschaft in Rückstand liegend: «Und wir haben eine gewisse Ergebniskonstanz.» Drei Heimspiele haben die Stuttgarter noch und nur noch zwei Partien auswärts, darunter die beim direkten Konkurrenten Hertha BSC. Hoeneß entschwand nach einem «rassigen» Kampfspiel zuversichtlich in die Augsburger Nacht: «Wir nehmen die Gewissheit mit, dass wir leben und marschieren können.»