Union Berlin trennt sich von Baumgart - Eta übernimmt
Union Berlin trennt sich nach dem 1:3 in Heidenheim überraschend von Trainer Baumgart. U19-Coach Marie-Louise Eta übernimmt bis Saisonende - als erste Frau in der Männer-Bundesliga.
Berlin (dpa) - Union Berlin hat sich überraschend von Cheftrainer Steffen Baumgart getrennt. Als Nachfolgerin übernimmt bis zum Saisonende die bisherige U19-Trainerin Marie-Louise Eta, wie der Fußball-Bundesligist kurz vor Mitternacht mitteilte. Wenige Stunden zuvor hatten die Berliner 1:3 bei Schlusslicht Heidenheim verloren. Der Vorsprung des Tabellenelften auf Relegationsplatz 16 beträgt weiter sieben Punkte.
Neben dem 54 Jahre alten Baumgart müssen auch dessen Co-Trainer Danilo de Souza und Kevin McKenna gehen. «Wir spielen bisher eine absolut enttäuschende Rückrunde und lassen uns vom Tabellenstand nicht blenden: Unsere Lage ist nach wie vor bedrohlich und wir benötigen dringend Punkte, um den Ligaverbleib zu sichern», erklärte Profifußball-Geschäftsführer Horst Heldt laut Mitteilung.
Heldt: Hatten keine Überzeugung mehr
«Zwei Siege aus vierzehn Spielen seit der Winterpause und die gezeigten Leistungen in den letzten Wochen geben uns nicht die Überzeugung, dass uns eine Trendumkehr in der bisherigen Konstellation noch gelingt», so Heldt weiter. «Wir haben daher entschieden, jetzt noch einmal neu anzusetzen.»
Baumgarts sportliches Ende bei Union kommt auch deshalb überraschend, weil die Berliner erst im Januar den Vertrag mit dem früheren Union-Spieler vorzeitig verlängert hatten. Der gebürtige Rostocker hatte die Köpenicker Anfang Januar 2025 als Trainer übernommen und in der vergangenen Saison auf Platz 13 geführt.
In Eta wird erstmals eine Frau als Cheftrainerin einen Männer-Bundesligisten anleiten. Für Eta, die ab dem Sommer die Bundesliga-Frauen der Berliner übernehmen wird, ist die Aufgabe kein komplettes Neuland. Bereits von November 2023 bis Mai 2024 hatte die 34-Jährige als Co-Trainerin den Abstiegskampf der Köpenicker begleitet.
«Ich freue mich, dass Marie-Louise Eta sich bereit erklärt hat, diese Aufgabe interimistisch zu übernehmen, bevor sie im Sommer wie geplant Cheftrainerin der Profimannschaft der Frauen wird», sagte Heldt. Sie habe «die Überzeugung, dass wir mit dem Team die entscheidenden Punkte holen», ergänzte Eta.