Fußball

Auf TSG 1862/09 wartet bei Verbandsliga-Topfavorit ein Bonusspiel

Weinheim muss zum KSC. Auch im Fußballkreis geht es jetzt los. Und das gleich mit spannenden Derbys

Lukas Cambeis sieht seine TSG 1862/09 am Samstag beim hoch gehandelten Karlsruher SC II als Außenseiter. Foto: Katrin Oeldorf
Lukas Cambeis sieht seine TSG 1862/09 am Samstag beim hoch gehandelten Karlsruher SC II als Außenseiter.

Zwei Spiele, ein Punkt. Und am Samstag um 17 Uhr jetzt zu der Mannschaft, die in der Fußball-Verbandsliga ganz vorne erwartet wird – die TSG 1862/09 Weinheim muss am Samstag zum Karlsruher SC II. „Der KSC ist der große Favorit der Liga, ist physisch mit sechsmal Training in der Woche am Limit. Die haben eine ganz andere Zielsetzung als der Rest“, sagt TSG-Trainer Lukas Cambeis über die neu eingeführte U23 des Zweitbundesligisten. Dessen Altersschnitt wird gedrückt vom derzeit verletzten 37-jährigen Dominik Salz. Sturm-Kollege Turam Calhanoglu springt aber bestens in die Bresche, auch Kapitän Sebastian Weizel und Innenverteidiger Enes Zengin gehören zu den Leistungsträgern.

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„Neben der U23-Wiedereinführung wird auch die ohnehin bereits enge Zusammenarbeit zwischen aKAdemie und Profibereich wird intensiviert“, sagt Michael Bischof, Bereichsleiter Entwicklung, Scouting & Analyse. Kurzfristiges Ziel soll der Aufstieg in die Ober-, langfristiges der in die Regionalliga sein.

Cambeis will mutige Weinheimer

Klingt nicht nach einer Punktmöglichkeit für die TSG 1862/09 Weinheim. Oder sonst jemanden aus der Amateur-Verbandsliga. „Ich sehe den KSC und Bruchsal am Ende um den Aufstieg spielen. Wenn wir am Samstag nach dem Spiel nichts geholt haben, dann muss man das einordnen“, sagt TSG-Trainer Lukas Cambeis. „Natürlich sähe ein Punkt aus drei Spielen blöd aus. Aber wir müssen ruhig bleiben und im Rahmen unserer Möglichkeiten punkten.“

David Keller (Archivbild) fehlt der TSG 1862/09 Weinheim am Samstag im Karlsruher Wildpark gesperrt  wegen einer Ampelkarte. Foto: Kathrin Oeldorf
David Keller (Archivbild) fehlt der TSG 1862/09 Weinheim am Samstag im Karlsruher Wildpark gesperrt wegen einer Ampelkarte.

Könnte sein, dass das dann eben erst nach dem Spiel beim KSC der Fall sein wird. Weil die Rollen im Vorfeld klar verteilt zu sein scheinen, will Cambeis aber in die Trickkiste greifen. „Es hilft ja nichts, wir müssen letztlich etwas tun, dass der KSC nicht erwartet. Sich einfach hinten rein zu stellen, wie das wohl die meisten tun werden, bringt uns nicht weiter. Wir wollen mutig sein.“ Wie genau das im neben dem Bundesliga-Stadion beheimateten 5000 Zuschauer fassenden Grenke-Stadion im Wildpark morgen der Fall sein wird, entscheidet sich kurzfristig. „Auf die individuelle Qualität des KSC müssen wir uns nicht einlassen, wir sehen, was sie uns von der Formation her anbieten.“

Verzichten muss Cambeis auf seinen Abwehrchef David Keller (kleines Bild: Kathrin Oeldorf), der sich nach einer Rangelei beim verpatzten 1:3-Heimspielauftakt gegen Bruchsal die Ampelkarte einhandelte. Für ihn rückt Dominik Knauer in die Dreierkette. Mut sollte Weinheim machen, dass es Bruchsal in der ersten Halbzeit überlegen war und erst nach der Pause die 1:0-Führung hergab. „Bruchsal war einfach cooler. Wir machen aus vier hundertprozentigen Chancen eben nur eine.“ Abwehr-Routinier Gregor Zimmermann fügt an: „Wir müssen daraus lernen. Und wenn sich beim KSC für uns eine Chance ergibt, cleverer agieren.“ Oder um es mit Cambeis Worten zu sagen: „Dieses Spiel ist für uns ein Bonusspiel.“

Lützelsachsen will besseren Start

Nein, wie in der Vorsaison soll es bei der TSG 91/09 Lützelsachsen nicht laufen. Vor einem Jahr hatten die Saasemer einen Fehlstart hingelegt und aus den ersten vier Spielen nur einen Sieg gezogen, Tiefpunkt war ferner noch das 1:5 gegen den FV Leutershausen auf eigenem Platz. „In den ersten Trainingswochen in der Vorbereitung war ich sehr zufrieden, wir haben auch gute Ergebnisse erzielt“, spielt Trainer Frank Schüßler beispielsweise auf das 7:1 gegen den Landesliga-Absteiger SG Dielheim an. In der Mitte der Vorbereitung schlichen sich jedoch Verletzungen und Corona-Erkrankungen ein, sodass die Trainingsleistungen überschaubar wurden.

Enosis kein normaler Aufsteiger

Mit den Erinnerungen an den letztjährigen Saisonbeginn schärfte Trainer Schüßler noch einmal alle Sinne. „Wir müssen alles dafür tun, damit wir nicht wieder so einen Start hinlegen.“ Hinzu kommt der Auftaktgegner: „unbequem und undankbar“ sei der SV Enosis Mannheim, kein gewöhnlicher Aufsteiger. Der griechische Club ist gespickt mit zahlreichen ehemaligen Oberliga- und Verbandsliga-Spielern. „Da ist zum Beispiel ein Thorsten Kniehl, den ich schon ziemlich lange kenne. Seine 56 Tore in der letzten Saison sprechen für sich – er ist ein Unterschiedsspieler“, weiß Schüßler. Mit Hakan Yildiz (ASV Fußgönheim) und den ehemaligen Leutershausenern Georges N’Soukpoe und Gerard Dabla hat der SV Enosis im Sommer zusätzlich noch einmal ins Hochregal gegriffen.

Doch unter den Scheffel stellen will man sich bei der TSG 91/09 Lützelsachsen keineswegs. Trainer Schüßler hat auch bei seinen Neuzugängen sehr interessante Spieler entdeckt. „Samian Abdella und Florian Rech waren ja letzte Saison schon einige Male mit dabei. Dario Schneider bietet uns jetzt im Offensivbereich mehr Optionen.“ Auch den Aufsteigern aus der zweiten Mannschaft, Senan Celik und Tolga Abaza stellt der TSG-Coach ein gutes Zeugnis aus. „Senan beißt sich richtig rein und Tolga kommt torgefährlich aus dem offensiven Mittelfeld und ist in der Vorbereitung unser bester Torschütze.“ Man freut sich bei der TSG 91/09 Lützelsachsen auf den Auftakt mit einem Heimspiel - vor allem auch, um den Saisonstart vor einem Jahr völlig vergessen zu machen.

FVL-Trainer Ricardo Guimaraes will nach dem Pokal-Aus mit Leutershausen nun zum Kreisliga-Auftakt in Viernheim bestehen. Foto: Thomas Rittelmann
FVL-Trainer Ricardo Guimaraes will nach dem Pokal-Aus mit Leutershausen nun zum Kreisliga-Auftakt in Viernheim bestehen.

Die Ära nach Stefan Matthes startet beim FV Leutershausen, der es zum Auftakt ebenfalls mit einem Aufsteiger zu tun bekommt: Die Heisemer sind zu Gast beim TSV Amicitia Viernheim II. Der FV Leutershausen legte vor einem Jahr das Kontrastprogramm zu den Saasemern hin und stürmte mit einem Raketenstart die Tabellenspitze. Doch das Pokal-Aus bei der TSG 91/09 Lützelsachsen II sollte wachrütteln.

A-Klassen-Aufsteiger nach Sulzbach

Beginn eines neuen Kapitels beim FV Leutershausen II. Nach dem Gewinn des Doubles mit Kreispokalsieg der ersten Mannschaft und Meisterschaft und Aufstieg der zweiten Mannschaft gilt es nun, die in die Konserve gepackte Dosis an Euphorie zu öffnen und mit in den neuen Saisonstart zu tragen. „Wir versuchen, den Schwung so lange wie möglich mitzunehmen. Die Jungs freuen sich darauf, in der A-Klasse Fuß zu fassen“, erklärt Trainer Dominik Sättele. „Sie ziehen gut mit, müssen das jetzt aber auf die Platte bringen.“

Der Auftakt mit dem Spiel beim TSV Sulzbach, der in der Vorsaison eine Mischung aus unbeschwerter Runde und Aufmischen der gestandenen Clubs spielte, dürfte sogleich ein ordentlicher Gradmesser für den Aufsteiger sein. Sättele: „Sulzbach zähle ich unter die Top fünf.“ Sechs Spieler sind im Sommer aus dem eigenen Nachwuchs in die zweite Mannschaft nachgerückt, zudem kamen zwei Spieler von extern. Einer davon hat es Sättele besonders angetan: „Mika Jungmann (Neuzugang aus Lützelsachsen, Anm. d. Red.) hat sich richtig gut als Innenverteidiger gezeigt. Er hat zwar jahrelang nicht gespielt, aber könnte eine wichtige Stütze werden.“

Lenny Strohmenger (links) trug auch schon das Trikot des TSV Sulzbach, wo der FV Leutershausen II am Sonntag in die A-Klasse startet. Foto: Ernst Lotz
Lenny Strohmenger (links) trug auch schon das Trikot des TSV Sulzbach, wo der FV Leutershausen II am Sonntag in die A-Klasse startet.

Für einen Spieler wird die Auftaktbegegnung gleich schon besonders. Lenny Strohmenger lief einst für den TSV Sulzbach auf und trägt nun das FVL-Trikot. Auch er könnte die gegnerischen Angreifer in Schach halten. Sättele warnt: „Ich denke, dass sie gleich pressen werden mit ihren Top-Stürmern. Außerdem sind sie über die Außen sehr stark und haben alle Positionen doppelt besetzt.“ Der FV-Coach selbst wird die Partie nur aus der Ferne mitverfolgen, wird urlaubsbedingt von Co-Trainer Frieder Pfefferle vertreten. Die letzten Siege, die der TSV Sulzbach gegen die Heisemer erzielt hat, fielen mit 6:0, 6:1, 6:0 und 7:0 sehr deutlich aus.

Mit einem Reservenduell starten die zweiten Mannschaften der TSG 91/09 Lützelsachsen und des FV Fortuna Heddesheim in die neue Saison. Beide werden vorne erwartet. Mit Zuversicht auf eine sportlich sorgenfreiere Runde beginnen der SV Schriesheim (gegen den SC Blumenau), die TSG 62/09 Weinheim II (gegen die SG Mannheim) und die SG Hemsbach (gegen die SG 1983 Viernheim) mit Heimspielen. Die größten Aussichten auf einen Spitzenplatz hat von den Bergstraßen-Clubs neben Lützelsachsen II und Heddesheim II der SC United Weinheim. Dieser startet beim Kreisliga-Absteiger SKV Sandhofen.

Auch die B-Klasse startet

In der Kreisklasse B3 hat der TSV Sulzbach II die SG 1983 Viernheim II zu Gast. „Wir haben aus der Vorsaison noch etwas gut zu machen“, spielt TSV-Trainer Matthias Seiler auf die beiden knappen Niederlagen an. „Wenn der Einsatz und Wille stimmt, ist der perfekte Start mehr als möglich.“ Für die SG Hohensachsen beginn der Re-Start nach dem Absturz in die B-Klasse beim letztjährigen Dritten SKV Sandhofen II. Ein Wegweiser. Außerdem empfängt der SV Laudenbach den TuS 02 Weinheim, Schriesheim II den TSV Schönau, Heddesheim III die SpVgg 07 Mannheim und Rippenweier muss zum FV 03 Ladenburg II.