TSG 1862/09 Weinheim will in Bretten nachlegen
Verbandsligist hofft auf den zweiten Saisonsieg. Urteil zur Roten Karte von Trainer Cambeis steht noch aus. Lützelsachsen will weniger Gegentore. Am Wochenende warten viele Derbys
Der erste Dreier der Saison 2024/25 wurde beim 2:1 (1:0) gegen Aufsteiger VfB St. Leon am Samstagnachmittag eingetütet, jetzt geht es für Fußball-Verbandsligist TSG 1862/09 Weinheim darum, eine kleine Serie zu starten und den Anschluss ans obere Tabellendrittel zu schaffen.
Ob dem ersten Saisonsieg nun tatsächlich sieben weitere Erfolge folgen werden, wie Mittelfeldspieler Ilya Ertanir nach dem 1:1 bei der U 23 des Karlsruher SC vor knapp zwei Wochen angekündigt hatte, vermag TSG-Trainer Lukas Cambeis zwar nicht zu sagen, an seiner eigenen Verlautbarung hält der Übungsleiter vor der Partie beim Vorletzten VfB Bretten am Sonntag, 15 Uhr, jedoch fest: „Wenn wir in Bretten unser Leistungsvermögen abrufen, dann werden wir auch dort als Sieger vom Feld gehen.“ Im Vergleich zum St. Leon-Spiel müsse seine Elf aber vor allem ein höheres Tempo an den Tag legen, fordert der 33 Jahre alte B-Lizenz-Inhaber. „Das war insgesamt zu behäbig“, moniert er.
Grundsätzlich sei die Leistung am Samstag „okay“ gewesen – „aber noch lange nicht optimal“. Gleichwohl falle es ihm schwer, den VfB einzuschätzen, sagt Cambeis. „Bretten hat in vier Spielen schon mehrere Systeme gespielt und ist mit zwei 0:5-Niederlagen gegen Bruchsal und den KSC II in die Saison gestartet. Ich weiß aber nicht, ob diese Ergebnisse aussagekräftig sind. Denn auch wir wissen um die Qualitäten dieser Teams.“ In der Tat: Auch die TSG 62/09 hat gegen Bruchsal verloren (1:3), gegen die Karlsruher Zweitvertretung nach starker Leistung dann aber zumindest einen Punkt geholt. In den folgenden Partien gegen St. Leon (1:1) und die SG Heidelberg-Kirchheim (2:3) sei es aus Brettener Sicht überdies deutlich enger zugegangen, mahnt Cambeis. „Nach einem 0:2-Pausenrückstand kam der VfB gegen Kirchheim in Unterzahl noch einmal ran, das spricht für die Moral der Mannschaft.“
Neuzugänge gut integriert
Besagte Moral ist nach den jüngsten Eindrücken auch bei den Zweiburgenstädtern intakt. Die Neuzugänge scheinen bestens integriert, allen voran Flügelflitzer Sebastian Beikert und Torhüter Tim Kallis, der gegen St. Leon einen Foulelfmeter in überragender Manier parierte. Auch Noah Hannawald und Rahman Jawadi deuten ihre Fähigkeiten immer häufiger an, gönnen sich zuweilen aber auch noch Verschnaufpausen.
Mit Danny Kadioglu und Sufian Aliji fallen zwei weitere Neuzugänge hingegen weiter aus. Kadioglu befindet sich nach seiner Hochzeit in den Flitterwochen, Aliji ist nach wie vor verletzt. Noch offen sind die Einsätze von Youngster Vincent Hilgert (Hüftprobleme) und dem zuletzt überzeugenden Ilya Ertanir. Ertanir wurde am Samstag von den Gegenspielern des Öfteren hart attackiert, musste bereits nach einer knappen Stunde vorzeitig das Feld verlassen. „Er hat einen Pferdekuss davongetragen“, berichtet Trainer Lukas Cambeis. Auf der Gegenseite kehrt Defensiv-Allrounder David Keller nach zweiwöchiger Pause (erst Sperre, danach privat verhindert) zurück in den Kader.
Ob Cambeis selbst seine Mannschaft in Bretten am Spielfeldrand betreuen kann, ist ebenfalls fraglich. Der TSG-Coach war in der hektischen Schlussphase gegen St. Leon wegen einer vermeintlichen Schiedsrichterbeleidigung auf die Tribüne verbannt worden – Rote Karte inklusive. „Ich habe nach Spielende sofort das Gespräch mit dem Schiedsrichter gesucht, wurde aber ziemlich abgebügelt“, erinnert sich der 33-Jährige, der weiter beteuert, dass es sich um eine Fehlentscheidung gehandelt habe. Auch der Verein habe dies Anfang der Woche in einer Stellungnahme an den Verband zum Ausdruck gebracht. Mit einer Entscheidung ist wohl noch in dieser Woche zu rechnen.
Lützelsachsen in der Abwehr nicht sattelfest
Die Nachspielzeit war am vergangenen Wochenende nicht gerade der beste Freund der beiden Bergsträßer Kreisligisten. Der FV Leutershausen verspielte seine Führung gegen die SG Oftersheim (2:2), die TSG 91/09 Lützelsachsen stand nach dem Ultimo-Treffer der Ilvesheimer am Ende sogar mit leeren Händen da (1:2). Entsprechend gebeutelt zeigte sich TSG-Trainer Frank Schüßler nach aktuell drei Punkten aus zwei Spielen: „Das aktuelle Problem ist, dass wir gute Spiele hinlegen, uns aber ein besseres Ergebnis verbauen durch viele einfache Fehler. Gerade die beiden Gegentore gegen Ilvesheim haben wir uns quasi selbst gemacht, das geht einfach nicht.“
7:6 lautet das Torverhältnis der Saasemer nach den ersten beiden Spielen, das Credo, Spiele ohne Gegentor zu bestreiten, das die TSG in der vergangenen Saison angestrebt und nach einer Anlaufzeit auch mehrfach umgesetzt hatte, ist derzeit wieder anhängig. Die aktuelle Instabilität an der jugendlichen Unerfahrenheit der aus dem Nachwuchs aufgerückten Spieler festzumachen, wäre nach Schüßler nicht korrekt. „Das ist für mich keine qualitative Geschichte, sondern eine Sache der Konzentration insgesamt. Und da müssen wir dazu kommen, dass wir das wieder schärfen.“
Schüßler ist mit Kader zufrieden
In den Vordergrund gespielt haben sich mit Samian Abdalla und Dario Schneider zwei Neuzugänge, die vom TSG-Coach das volle Vertrauen bekommen haben und sich im Kreisliga-Kader der Bergsträßer sichtlich wohl fühlen. „Sie haben voll eingeschlagen. Ich bin aber auch bei allen anderen überzeugt, dass jeder für uns noch wertvoll sein wird. Ich bin sehr zufrieden mit dem Kader.“
In dieser Trainingswoche durfte er die Übungseinheiten wieder mit 17 Feldspielern bestreiten, eine Zahl, die ein qualitativ intensives Training erlaubt. Hinzu kommt, dass sich mit Konstantin Beutel erstmals seit langer Verletzungspause ein wichtiger Faktor im Team wieder im Training präsentiert hat. Ob es bei ihm schon für eine Dauerbelastung reicht, wird sich in der heutigen abschließenden Trainingseinheit zeigen. Weiterhin fehlen wird Matthias Schröder, „ein Unterschiedsspieler, der schon seit vielen Jahren herausragende Leistungen zeigt.“
Mit der kommenden Partie gegen die SpVgg Wallstadt stehen sich zwei Mannschaften gegenüber, die zum Auftakt hinter ihren eigenen Erwartungen zurückgeblieben sind. Bei Wallstadt lag das mitunter aber auch am harten Auftaktprogramm gegen Rot-Weiß Rheinau (2:3) und den SC Käfertal (2:2). Schüßler warnt daher: „Das ist für mich einer der Top-Favoriten. Sie stehen etwas mit dem Rücken zur Wand und sind wie wir auch nicht zufrieden. Daher werden beide Teams voll auf Sieg spielen.
FV Leutershausen erst am Dienstag
Der FV Leutershausen pausiert am Wochenende aufgrund des Ladenburger Altstadtfests und greift erst am Dienstag beim FV 03 Ladenburg wieder ins Geschehen ein.
Lützelsachsener Pokalaus
Die TSG 91/09 Lützelsachsen II ist momentan in der Fußball-Kreisklasse A2 ein Garant für torreiche Spiele. In den beiden bisherigen Ligapartien gab es einen Sieg und eine Niederlage bei 7:7 Toren, im Pokalspiel am Mittwochabend gegen den FV 08 Hockenheim eine 3:4-Niederlage. Wo sich die Trümpfe und wo die offenen Baustellen finden lassen, liegt klar auf der Hand. „Vorne bekommen wir immer unsere Chancen und machen auch unsere Tore, Problem ist derzeit die Defensive“, berichtet Spielleiter Oliver Kratzer.
Der jugendliche Leichtsinn wurde insbesondere im Pokalspiel gegen den FV 08 Hockenheim augenscheinlich. Dem 0:2 durch Jan Zimmermann (12.) und Nils Werner (18.) ließen die Saasemer durch Moritz Peterseim (42.) ebenso den Anschlusstreffer folgen wie in der zweiten Halbzeit durch Manuel Holz (52.), nachdem Mike Koppisch zwischendurch wieder auf 1:3 erhöht hatte (44.). „Das hat uns letztlich ein bisschen das Genick gebrochen: Immer wenn wir ein Tor gemacht haben, hat uns die Ruhe gefehlt und wir wollten sofort mehr“, hat Kratzer beobachtet.
Die routinierten Rennstädter knallten dann aber jedes Mal mitten hinein in die Drangphase, Koppisch besorgte das 2:4 (55.). Danach spielte und rannte die TSG 91/09 Lützelsachsen II an, der letzte Treffer zum 3:4 kam allerdings zu spät (90.). Zwar bot sich in der Nachspielzeit nach einer Ecke, in der sich sogar TSG-Torhüter Manuel Herzog in den Angriff mit einschaltete, noch die Riesenchance zum Ausgleich, doch Hockenheims Simon Schuhmacher klärte auf der Linie (90.+3). „Klar war die Stimmung nach dem Spiel erst einmal gedrückt. Insgesamt muss man aber sagen, dass es ein Erfolg war, dass wir mit unserer zweiten Mannschaft bis ins Viertelfinale vorgestoßen sind.“
Im Derby fehlt der Kapitän
Bitter für die TSG: Kapitän Ibrahim Bouramdane humpelte bereits nach 40 Minuten vom Feld und dürfte für die kommende Partie gegen den SC United Weinheim ausfallen. Gegen den Aufstiegskandidaten, selbst nur mit erst einem Punkt gestartet, erwartet Kratzer wieder ein hartes Stück Arbeit für die eigene Hintermannschaft: „United ist eine spielstarke Mannschaft. Wichtig wird sein, dass wir defensiv stabil stehen.“
Auch Sulzbach ist raus
Mit dem TSV Sulzbach war unter der Woche im Kreispokal eine weitere Bergstraßen-Mannschaft gefordert. Am Ende war der Kreisligist MFC 08 Lindenhof für den A-Klassisten aber eine Nummer zu groß. Die Mannheimer siegten nach Toren von Alexander Kraus (30., 72.) und Konstantin Ivanov (64., 89.) und dem Sulzbacher Ehrentreffer von Moritz Wittenmaier (84.) mit 4:1. Die Rückkehr auf den Liga-Alltag sieht für den TSV die Partie gegen den SC Blumenau vor, der in den ersten beiden Spielen schon 15 Gegentore kassiert hat.
Ferner bestreiten der SV Schriesheim und die SG Hemsbach ein Bergstraßen-Duell, auch die Begegnung zwischen der TSG 1862/09 Weinheim II und der SG 1983 birgt einen gewissen prickelnden Nachbarschaftscharakter. Um die ersten Saisonpunkt bewirbt sich unterdessen der FV Leutershausen II bei der DJK Feudenheim.
Gleich zwei B-Klassen-Derbys
In der Staffel 3 der Kreisklasse B will die SG Hohensachsen den guten Saisonstart mit der bisherigen Optimal-Ausbeute mit einem weiteren Sieg beim FV Fortuna Heddesheim III vergolden. Schriesheim II empfängt den TSV Sulzbach II. Der TuS Einheit Weinheim tritt bei der SpVgg 07 Mannheim an.