Aus 32 Mann wird bei der TSG 91/09 Lützelsachsen ein Rumpfkader
Krasse Personallage vor dem Spiel gegen den A-Klassen-Zweiten Sandhofen. Kreisligist FV Leutershausen hat zudem ein Torwartproblem
Die TSG 91/09 Lützelsachsen II steckt in der Ergebniskrise. Aus den letzten fünf Partien erzielten die Saasemer lediglich zwei Punkte und trübten damit den starken Saisonstart, der nach sieben Partien einen der besten Schnitte der letzten Jahre auswies. Doch an der Qualität liegt es keineswegs, wie Trainer Ruben Castro erklärt: „Wir haben große Verletzungsprobleme, insbesondere unsere erfahrenen Spieler, die die Jungen führen sollen, fallen aus.“
Aus dem auf dem Papier 32 Mann starken Kader ist eine Rumpftruppe geworden, jüngst musste sogar der Ersatztorwart der A-Jugend als Feldspieler beim A-Klassen-Team eingewechselt werden. „Ich kann den Jungs auch überhaupt keinen Vorwurf machen. Alle hängen sich rein, aber es fehlt auch einfach ein bisschen das Glück. Ich hoffe, dass wir am Sonntag eine schlagkräftige Truppe zusammenbekommen.“
Das wird auch bitter nötig sein, denn der Gegner heißt SKV Sandhofen und ist seines Zeichens Tabellenzweiter. Es ist eines der Spiele, bei denen man gemeinhin sagt, man habe nicht viel zu verlieren. Und dennoch steht einiges auf dem Spiel, denn das Polster von dem derzeit trügerischen Tabellenplatz sechs bis Rang 13, dem ersten Nichtabstiegsplatz, beträgt gerade einmal drei Punkte. „Wir haben die Tabelle immer im Auge, wissen aber auch, dass in dieser Liga jeder jeden schlagen kann. Warum sollte nicht auch uns eine Überraschung gelingen“, klammert sich Castro an die David-Rolle gegen den Goliath, der in der Vorsaison noch Kreisliga gespielt hat.
Doch auch danach steht bis zur Winterpause ein Mammutprogramm an, neben den Nord-Mannheimern kommen die weiteren Gegner SC Käfertal II, FV Fortuna Heddesheim II und SV Schriesheim ebenfalls aus der Spitzengruppe. „Das wird echt hart. Wenn wir zur Winterpause auf einem einstelligen Tabellenplatz stehen, wobei ich denke, dass wir das schaffen können, dann bin ich schon zufrieden“, gibt Castro seiner Elf ein Nahziel aus.
FVL II will nachlegen
Nach dem zweiten Saisonsieg möchte der FV Leutershausen II nun unbedingt nachlegen und zuhause gegen die SG 1983 Viernheim weiter punkten. Der FV Fortuna Heddesheim II will die Tabellenführung gegen die DJK Feudenheim verteidigen. Ebenfalls auf eigenem Platz spielen der SV Schriesheim (gegen den SC Käfertal II) und der SC United Weinheim (gegen den TSV Sulzbach). Die SG Hemsbach tritt beim Tabellennachbarn ESC Blau-Weiß Mannheim an, die TSG 1862/09 Weinheim II reist zum FC Phönix Mannheim.
TuS verfällt nicht in Panik
Ein Wechselbad der Gefühle gab es zuletzt für die TuS 02 Weinheim. Nach dem 2:1 über die SpVgg Wallstadt III, dem zweiten Saisonsieg, kamen die Zweiburgenstädter beim FV 03 Ladenburg II mit 1:9 unter die Räder. Weinheims Spielleiter Armin Kohler blickt differenziert auf die letzten Partien: „Ladenburg II ist eine gute Mannschaft, die oben mitspielt und sicherlich nicht unser Maßstab ist. Außerdem stand unser Torwart aus beruflichen Gründen nicht zur Verfügung.“
Nach zwölf absolvierten Rundenspielen stehen somit erst sechs Zähler zu Buche, woraus Tabellenplatz zwölf resultiert. Auch wenn man sich gerne weiter oben gesehen hätte, verfällt Kohler nicht in Depression: „Wir waren uns bewusst, dass es eine schwere Vorrunde wird, da wir im Sommer viele neue Spieler bekommen haben, die lange nicht aktiv waren. Somit merkt man, dass uns nach 60, 70 Minuten meist etwas die Luft ausgeht.“ In den letzten beiden Runden vor der Winterpause gegen den SKV Sandhofen II und den SV Laudenbach will sich die TuS 02 Weinheim daher noch gut aus der Affäre ziehen. wy
Überraschung im Tor?
Dem Kreisligisten FV Leutershausen ist seit vergangenen Sonntag ein ausgesprochenes Torwartproblem entwachsen. Stammkeeper Ömer Ilhan hatte sich vor wenigen Wochen das Kreuzband gerissen, und zu allem Übel handelte sich sein Ersatzmann Jannis Weidner im Spiel gegen den ASV Feudenheim (2:3) eine Rote Karte ein und sieht nun einer Spielsperre entgegen. Somit musste Maximilian Bordt, Keeper der zweiten Mannschaft in der A-Klasse, für insgesamt 172 Minuten in die Bresche springen – sicherlich keine zielführende Dauerlösung.
„Wir sind hier mit heißer Nadel dran und grad dabei, jemanden zu arrangieren“, will Co-Trainer Jonas Meier-Küster das Geheimnis nicht lüften, nur soviel: „Es sieht so aus, als ob wir einen älteren Torhüter reaktivieren.“
Der Routinier hofft, dann auch selbst wieder an Bord zu sein, eine Oberschenkelblessur verhinderte sein Mitwirken gegen Feudenheim. Dennoch erlebte er auch von der Seitenlinie aus eine aufopferungsvoll arbeitende und spielende Leutershausener Mannschaft in Unterzahl. „Das war schon unfassbar schön, da zuzusehen, wie die Stimmung im Team war, wie sie alles umgesetzt und taktisch zusammengearbeitet hat“, hatte Meier-Küster beobachtet. Von gefühlten 70 Prozent Ballbesitz sowie einem klaren Chancenplus sprach der 35-Jährige, einzig die Belohnung fehlte an diesem Tag. „Ich habe der Mannschaft nach dem Spiel gesagt, dass Fußball eines der schönsten Sachen, aber manchmal eben auch sehr bitter ist“, so Meier-Küster.
Somit gilt es, die Uhren wieder auf null zu drehen und mit großer Konzentration die kommenden Aufgaben anzugehen. In den letzten vier Partien vor der Winterpause warten mit dem TSV Neckarau, dem FV 1918 Brühl II und dem TSV Amicitia Viernheim II drei Mannschaften, die das Schlusstrio der Liga bilden, zudem die TSG Eintracht Plankstadt, der derzeit ein Negativlauf zu schaffen macht. „Diese Spiele haben große Bedeutung. Es ist schon hart, wie es zuletzt für uns gelaufen ist und daher müssen wir unbedingt punkten, damit wir positiv aus der Vorrunde herauskommen“, fordert Meier-Küster.
Er selbst will am liebsten am Sonntag gegen den TSV Neckarau schon wieder auf dem Platz stehen. „Wir haben in den letzten vier Spielen nur ein Gegentor aus dem Spiel heraus bekommen, die drei Tore von Feudenheim waren Standards“, setzt Meier-Küster auf die Stabilität im Team.
Für Lützelsachsen wird es schwer
Diese hat zuletzt der TSG 91/09 Lützelsachsen gefehlt. Das 1:6 von Ladenburg, durch das die Saasemer mit den Römerstädtern die Plätze getauscht haben, hat einen Schock hinterlassen. Zuletzt so hoch verloren hatte die TSG im Badischen Verbandspokal. Der Gegner hieß im Sommer 2023 allerdings Fortuna Heddesheim und kam aus der Verbandsliga. Dass es die Saasemer in der Liga besser können, dürfen sie am Sonntag gegen den SC Rot-Weiß Rheinau, seines Zeichens aktueller Tabellendritter, unter Beweis stellen.