Faustball

Benefizturnier für tödlich verunglückten Philipp Behringer

200 Zuschauer und drei Faustball-Mannschaften beteiligen sich an der Spendenaktion für den ehemaligen Wünschmichelbacher Faustballer. Durch das gesammelte Geld soll die Familie unterstützt werden

Am Eingang der Sporthalle erinnern Fotos an Philipp Behringers Faustballzeit in Wünschmichelbach. 3560 Euro kamen an Spenden beim Benefizturnier zusammen. Foto: Fritz Kopetzky
Am Eingang der Sporthalle erinnern Fotos an Philipp Behringers Faustballzeit in Wünschmichelbach. 3560 Euro kamen an Spenden beim Benefizturnier zusammen.

Er war immer da, wenn eine helfende Hand gebraucht wurde. Ein „Nein“ kam in Philipp Behringers Wortschatz selten vor. So kannten nicht nur die Faustballer „seines“ TV Wünschmichelbach ihren Mitspieler, der am 21. Dezember bei einem Arbeitsunfall in seinem Wohnort Schriesheim tödlich verunglückte. „Wir hatten erst gehofft, dass es sich um eine Falschinformation handelt“, kann es sein Teamkollege Lars Quenzer auch zwei Wochen nach dem Unglück nicht fassen. Philipp Behringer kann nie wieder im TVW-Trikot spielen.

Vor Beginn des Turniers gedachten ehemalige Mitspieler wie Zuschauer ihrem verstorbenen Teamkollegen und Freund. Foto: Fritz Kopetzky
Vor Beginn des Turniers gedachten ehemalige Mitspieler wie Zuschauer ihrem verstorbenen Teamkollegen und Freund.

Das lag am Mittwoch im kleinen Vorraum der Hohensachsener Sporthalle. Daneben zwei Kerzen und Fotos in zwei schwarzen Bilderrahmen, die an gemeinsame sportliche und gesellige Zeiten erinnern. Davor ein Faustball mit Schlitz für die Spenden, die seiner Familie, seiner Frau und dem elfjährigen Sohn in diesen dunklen Zeiten zumindest finanziell etwas helfen sollen. Auf dem von seinem Arbeitgeber eingerichteten Spendenkonto gingen in den vergangenen beiden Wochen über 68 000 Euro ein. Nach dem Benefizturnier am Mittwoch sind es jetzt 3560 Euro mehr.

31 Jahre TVW-Mitglied

31 Jahre lang war der Steinklingener Mitglied im TV Wünschmichelbach, am 3. Dezember spielte Philipp Behringer noch beim Landesliga-Spieltag der zweiten Mannschaft und hielt seinen Vorderleuten auf der linken Verteidigerposition den Rücken frei. Das galt für den nur 40 Jahre alt gewordenen Mann, der immer gut gelaunt auf dem Sportplatz am Bärsbacher Weg erschien, auch auf anderen Ebenen. Zuletzt half der Zimmermann federführend bei der Sanierung des Festzelt-Gestänges auf dem Sportplatz mit.

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200 Zuschauer fanden den Weg in die Hohensachsener Sporthalle, um Behringers Familie zu unterstützen. Foto: Fritz Kopetzky
200 Zuschauer fanden den Weg in die Hohensachsener Sporthalle, um Behringers Familie zu unterstützen.

Beim TVW sind sie miteinander aufgewachsen, da steht man füreinander ein, das ist eben mehr als Verein, das ist Familie. Und das ist keine Floskel, das wird gelebt. In den Weinheimer Odenwald-Ortsteilen kennt man sich. Als Neffe beziehungsweise Cousin der Chefs vom Gasthaus zur Rose in Oberflockenbach, wie auch als einen Jugendfreund und Helfer in vielen Lebenslagen.

Alle Erlöse gespendet

„Kurz nach Weihnachten haben wir angefragt, ob die Sporthalle in Hohensachsen frei ist. Wir wollten irgendetwas tun“, sagt Wünschmichelbachs Sportlicher Leiter Lars Quenzer. Helfen, da wo Philipp Behringer immer geholfen hat. Ein kleines Bisschen zurückgeben. Die Idee zum Blitzturnier wurde in Windeseile umgesetzt, die Rose spendete, Jens Müller aus Rittenweier spendierte die Wurst, deren Verkaufserlöse vom Mittwoch ebenfalls aufs Spendenkonto gingen. Faustball-Erstligist TV Käfertal sagte ganz spontan zu, nicht nur weil in dessen Team mit Nico Müller und Marcel Stoklasa ehemalige Wünschmichelbacher spielen. Zu solch einem Anlass ist die Teilnahme selbstverständlich. Einer für alle, alle für einen.

Auch für Wünschmichelbachs Faustball-Weltmeister und Kapitän Jonas Schröter war die Teilnahme am spotan angesetzten Blitzturnier Ehrensache. Foto: Fritz Kopetzky
Auch für Wünschmichelbachs Faustball-Weltmeister und Kapitän Jonas Schröter war die Teilnahme am spotan angesetzten Blitzturnier Ehrensache.

Weltmeister erweisen Ehre

Und selbstverständlich war für viele auch der Besuch des Dreierturniers. Schon beim Warmmachen der beiden Wünschmichelbacher Teams war die Tribüne gut gefüllt, am Ende wurden es 200 Zuschauer, die nicht nur hochklassigen Sport sahen. Angeführt von Weltmeister Nick Trinemeier und dem durchschlagskräftigen Nationalspieler Marcel Stoklasa wurde der Deutsche Vizemeister TV Käfertal seiner Favoritenrolle gegen den Zweit- und Landesligisten aus Wünschmichelbach deutlich gerecht. Doch der Sport war eben nur Nebensache.