Dem TV Wünschmichelbach fehlt nicht viel zur 1. Bundesliga
Der Außenseiter aus dem Weinheimer Odenwald-Stadtteil schrammt nur haarscharf an der Überraschung vorbei. Der Mini-Kader gibt alles
Es war so knapp! Als krasser Außenseiter zu den Aufstiegsspielen ins hessische Dieburg angereist, hätten die Faustballer des TV Wünschmichelbach den Aufstieg in die 1. Feld-Bundesliga fast geschafft. Letztlich fehlte der Mannschaft aus dem Weinheimer Odenwald-Stadtteil nur ein einziger Satzgewinn, um einen der beiden Aufstiegsplätze zu ergattern. „Wir hatten das Potenzial alle drei Spiele zu gewinnen, das macht es schon ein bisschen ärgerlich“, sagte Wünschmichelbachs Spielertrainer Jonas Schröter. „Es wäre schon verdient gewesen.“
Der amtierende Faustball-Weltmeister sah seine Mannschaft auf Augenhöhe mit den Favoriten. „Am Ende fehlte wirklich nicht viel. In der entscheidenden Phase hat man gesehen, dass wir mit nur sechs Spielern gegenüber der Konkurrenz nicht ganz so gut aufgestellt waren.“ Lange trauern will die kleine, aber verschworene TVW-Truppe nicht. „Wir sind eine relativ junge Mannschaft, werden im nächsten Jahr wieder angreifen“, verspricht der Wahl-Hemsbacher weiterhin Spitzensport am Bärsbacher Weg. Zunächst geht es aber erst einmal in eine zwei- bis dreimonatige Pause, ehe die Hallensaison startet.
Auch dort hatte der TVW im Februar an den Aufstiegsspielen teilgenommen, diese sogar in der Weinheimer Kreissporthalle ausgerichtet. Allerdings waren die Gastgeber damals ohne Chance geblieben, die Wünschmichelbacher sind im Freien letztlich doch noch einen Tick stärker als in der Halle, wie sich das auch am Samstag zeigte.
Super Start ins Turnier
Gegen Gastgeber TV Dieburg hatte der TVW zunächst noch mit etwas Startproblemen zu kämpfen, musste den ersten Satz 9:11 abgeben, um dann aber doch noch souverän in 3:1 Sätzen zu gewinnen. Nach einer relativ langen Spielpause stand dann gegen den TV Stammheim schon das erste Endspiel an. Da der Süd-Vertreter sein erstes Spiel gegen Waldrennach verloren hatte, war klar: Ein Sieg würde dem TVW zum Erstliga-Aufstieg reichen. Der Start glückte auch perfekt. Beim 12:10 nach Satz eins und einer 6:2-Führung im zweiten Durchgang bahnte sich die Sensation an. Dann aber bracht die TVW-Defensive ein und nach dem 8:11 hatten die Odenwälder trotz guten Spiels keine Chance mehr.
Eine Chance blieb noch: Sollte gegen den TV Waldrennach ein 3:0-Satzsieg gelingen, würde Wünsch-michelbach noch auf den zweiten Platz rücken. In diesem Endspiel zeigte sich das Schröter-Team von Beginn an auf der Höhe, legte in den ersten beiden Sätzen jeweils ein 11:9 vor. Vor allem Tim Lutz glänzte während des gesamten Turnierverlaufs immer wieder mit super Angaben. Noch ein Satzgewinn und Wünsch-michelbach wäre in der 1. Bundesliga. Dann aber mussten die Badener der Hitze und ihrem Mini-Kader Tribut zollen. „Bei uns mussten alle durchspielen, während die Konkurrenz auf neun, zehn Spieler zurückgreifen konnte. Das macht es gerade in den Aufstiegsspielen natürlich schwierig.“ Nach dem 6:11 war die TVW-Moral gebrochen. Die beiden restlichen Sätze verlor man jeweils 5:11. Lange Trübsal bliesen die Weinheimer Odenwälder aber nicht, auch wenn Erstliga-Duelle gegen Teams wie Serienmeister TSV Pfungstadt und TV Käfertal natürlich verheißungsvoll gewesen wären. Den Druck aufzusteigen macht sich der TVW aber nicht, die Mannen vom Bärsbacher Weg agieren eben im Rahmen ihrer Möglichkeiten. „Wir werden sowohl in der Halle als auch auf dem Feld wieder angreifen und dann schauen wir eben, was im nächsten Jahr geht“, sagt Schröter. Mit dem einen oder anderen zusätzlichen Spieler sicher sogar mehr.