Gewichtheben

Der AC 92 will die Fans begeistern und oben mitmischen

Am Samstag startet der AC 92 Weinheim mit einem von zwei Heimkämpfen und einem Neuzugang in die Saison der 2. Bundesliga

Martin Adler ist für den AC 92 Weinheim sportlich und menschlich eine Verstärkung. Am Samstag um 19 Uhr geht es im Sportpark des AC 92 zum Saisonstart der 2. Bundesliga gegen Dortmund. Foto: Marco Schilling
Martin Adler ist für den AC 92 Weinheim sportlich und menschlich eine Verstärkung. Am Samstag um 19 Uhr geht es im Sportpark des AC 92 zum Saisonstart der 2. Bundesliga gegen Dortmund.

Wenn Gerhard Schmitt, Trainer des AC 92 Weinheim, von seiner Mannschaft in der 2. Bundesliga spricht, gerät er ins Schwärmen. „Das ist ein klasse Team, das sich gut versteht. Und wir sind stolz, dass wir es schaffen, in dieser Liga mit Sportlern aus dem Umkreis Leistungssport bieten zu können.“ Für einen Wettkampf Gewichtheber extra einzufliegen, das käme für Weinheim nicht infrage. „Wir wollen auch so versuchen, Titelfavorit TSV Heinsheim zu ärgern. Wobei das schon abartig ist, dass da zwei Athleten aus Bulgarien im Prinzip das heben können, was unsere Mannschaft insgesamt zu leisten imstande ist.“

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Der Aufstiegsfavorit Nummer 1 ist also ausgemacht. Der AC 92 Weinheim muss am 2. Dezember nach Heinsheim und wird sich dort so teuer wie möglich verkaufen. Und das wollen die Bergsträßer, die ihre Saison am Samstag mit dem Heimkampf im AC-Sportpark gegen Dortmund eröffnen, auch in allen anderen Kämpfen. „Unser vorrangiges Ziel ist es, die Zuschauer zu begeistern und vorne mitzumischen. Ein Platz unter den besten drei Teams sollte drin sein.“

Heinsheim die Übermannschaft

Das gut aufgestellte Team ist allerdings nur zweimal zu Hause an der Hantel. Ausgerechnet beim Spitzenkampf gegen Heinsheim hatten die Wrestler die Halle schon länger gebucht, sodass der AC das Heimrecht herschenken musste. Ob der Heimvorteil sportlich tatsächlich etwas gebracht hätte, sei dahingestellt. Die Heinsheimer sind klarer Favorit in dieser Gruppe und streben den Aufstieg an. Sie haben gleich fünf Bulgaren in ihrem Aufgebot, darunter den stärksten Mann der Welt, Karlos Nasar, und Vizeweltmeister Bozhidar Andreev.

„Wir freuen uns alle auf die Wettkämpfe, sind gut vorbereitet und wollen auf jeden Fall mit zwei Siegen in die Runde starten“, sagt Gerhard Schmidt vor einer herausfordernden Runde. Denn in der Saison 2024/25 wird die 2. Liga von bisher 21 Mannschaften auf 18 Mannschaften komprimiert. Dann geht es nicht mehr wie bislang in drei Siebenergruppen an den Start, sondern in zwei Gruppen à neun Mannschaften. „Natürlich wollen wir uns für diese 2. Liga qualifizieren. Das wären dann acht Wettkämpfe, davon vier zu Hause“, sagte Schmidt.

Adler als Glücksfall

Mit Martin Adler haben die ACler einen starken Neuzugang. Ein Glücksfall für Weinheim, weil der 24-Jährige zu seiner Freundin nach Dossenheim zog und Lust hatte, weiter hochklassig Gewicht zu heben. Adler kam im Alter von zehn Jahren über den Schulsport zum Gewichtheben. Sein damaliger Trainer Fred Altenkirch erkannte sein Talent und riet im ab der siebten Klasse ins Sportinternat nach Frankfurt/Oder zu wechseln, wo er täglich trainierte. Dort war er bis zu seinem Abitur und holte in dieser Zeit drei Deutsche Meistertitel. Auch schaffte er den Sprung in die Bundesligamannschaft des TSV Blau Weiß 65 Schwedt, welche mit ihm in die 1. Bundesliga aufstieg. In dieser Zeit machte er dann auch seine Ausbildung als Elektroniker.

2022 zog er von Schwedt zu seiner Freundin Andrea nach Dossenheim. Er arbeitet als Elektroniker und macht am Wochenende seinen Industriemeister für Elektrotechnik. Die Liebe zum Gewichtheben und der Wunsch, wieder Bundesliga zu heben brachten ihn zum AC, wo er gut trainieren kann, und begeistert aufgenommen wurde. gs/AT