Die SGL II muss zurück in die unterste Spielklasse
Der dritte Nicht-Antritt in der Handball-Badenliga bedeutet für Leutershausen II das Aus und ist ein Armutszeugnis für die traditionsreiche Abteilung.
Jetzt ist es also doch passiert: Zum dritten Mal in dieser Handballsaison hat es die SG Leutershausen nicht geschafft, eine Mannschaft für ein Badenligaspiel zu stellen. Durch den Nicht-Antritt der SGL II am Samstagabend beim TV Hardheim fiel das Damoklesschwert: Alle bisher absolvierten Spiele des Traditionsvereins werden aus der Wertung genommen, die Teufel werden in die 4. Bezirksliga – die unterste Spielklasse des Handballbezirks – durchgereicht.
„Ich kann ja niemanden zum Spielen zwingen. Und ich selbst kann halt nicht mehr“, sagte SGL-Trainer Roger Grössl verbittert. „Uns standen am Freitagabend vier Feldspieler und zwei Torhüter für das Spiel in Hardheim zur Verfügung. Spieler aus der A-Jugend und der Ib haben uns aus den verschiedensten Gründen abgesagt. Aber kein Vorwurf in diese Richtung. Die Probleme sind vielschichtiger.“
Schon vor der Saison 2022/23 war klar, dass der Ib-Kader in der Badenliga hart auf Kante genäht war. De facto existierte er nicht. Der jahrelang in Leutershausen spielende Freundeskreis um Peter Mohr und Co. hatte sich vor der Runde Richtung Schriesheim verabschiedet. Die verbliebenen Spieler waren verletzt oder beruflich so eingespannt, dass an regelmäßiges Training nicht zu denken war.
A-Jugend und Oldies
Umstände, die aber bekannt waren, die damit verbundenen Risiken wurden offenbar billigend in Kauf genommen. Die SGL hangelte sich mit einem Rumpfkader, bestehend aus A-Jugendlichen und Oldies, von einer Klatsche zur nächsten und standen vor dem jetzigen Aus nach 19 der 26 zu absolvierenden Spiele mit 0:38 Punkten und 327:615 Toren abgeschlagen am Tabellenende.
„Wir haben sowohl an den Verein als auch an die Abteilungsleitung appelliert, uns beim Finden von Spielern zu helfen, um die Saison stemmen zu können. Leider wurden wir damit alleine gelassen“ , sagte Grössl, der jetzt darauf hofft, dass die A-Jugend- und perspektivisch für die erste Mannschaft gedachten U21-Spieler mit Doppelspielrecht „bei einem uns nahe stehenden Verein“ ausgestattet werden können. So hatte man sich die diskutierte Handballspielgemeinschaft in Hirschberg wohl eher nicht vorgestellt.