Drittes Spiel, dritter Sieg für Birkenau
TSV-Frauen freuen sich über die Tabellenführung, wissen sie aber auch einzuordnen. HSG Weinheim/Oberflockenbach findet zur Leichtigkeit zurück
Den Oberliga-Handballerinnen des TSV Birkenau reichte im Heimspiel gegen die SG Heidelsheim/Helmsheim beim 29:22 (11:10) eine gute Halbzeit, um das Spiel zu entscheiden. Annira Klink lieferte dabei eine überragende Defensivleistung auf der Deckungsspitze.
Die SG Heidelsheim/Helmsheim startete überraschend selbstbewusst in die Begegnung und kaufte den Birkenauerinnen zunächst den Schneid ab. Bereits in der sechsten Minute stand es 1:5. In der Defensive ließen die TSV-Damen den Gästen freien Lauf, in der Offensive fand man keinen Zug zum Tor. Selbst zwei Siebenmeter blieben in der Anfangsviertelstunde ohne Torerfolg. Angeführt von Linn Gutsche kämpfte sich das Team in die Partie und kam in der 23. Minute erstmals zum Ausgleich (9:9). In den verbleibenden sieben Minuten in Halbzeit eins konnte Katharina Bussek nur noch über einen Siebenmeter bezwungen werden. Linn Gutsche und Annalena Meyer trafen zum 11:10-Pausenstand.
Nach der Pause läuft es
Das Trainerteam Schäfer/Hofmann/Leinert schien in der Halbzeit die richtigen Worte gefunden zu haben, denn die TSVlerinnen kamen mit dem Seitenwechsel nun besser ins Spiel. Innerhalb von 15 Minuten bauten die Gastgeberinnen die Führung durch temporeichen Handball auf sechs Tore aus (19:13, 44.). Dass der TSV dabei nur drei Gegentore hinnehmen musste, war auch das Verdienst von Annira Klink, die auf der Deckungsspitze ein überragendes Spiel machte.
Die SG verkürzte noch mal auf drei Tore (20:17, 48.). Danach erspielten die TSV-Damen souverän den 29:22-Endstand. In allen drei Spielen war das Trainerteam aufgrund der Ausfälle gezwungen, die Mannschaft immer wieder umzustellen. Kein Wunder also, dass sich das Team erst im Spielverlauf finden musste, um dann verdient als Sieger von der Platte zu gehen. Die Mannschaft nimmt eine gute Entwicklung, die auch von Nöten ist, wenn man den Klassenerhalt erreichen will.
Die derzeitige Tabellenführung ist zwar nur eine Momentaufnahme, sie sollte der Mannschaft aber das nötige Selbstvertrauen für die bevorstehenden Aufgabe geben. Nach zweicöhiger Spielpause empfängt der TSV am 26. Oktober nun die SG Nußloch. Anwurf zum Heimspiel in der Langenberghalle ist 19.30 Uhr. pb
TSV Birkenau: Sauer, Bussek; Klink, Schäfer (2), Crnisanin (5), A. Meyer (2), Harbarth (3), Hanke (1), Knapp, Hassel, Becker (1), Gutsche (10), Lampert, Fremr (5).
Weinheim spielt leidenschaftlich
In den letzten Spielen hatte Trainer Jürgen Al-Shawani „die Leichtigkeit, das freche und unbeschwerte Aufspielen aus der vergangenen Runde“ vermisst. Und die Handballerinnen der HSG Weinheim/Oberflockenbach nahmen ihn beim Wort: mit Biss, Leidenschaft und einer frechen und konsequenten Spielweise überzeugten sie beim verdienten 33:27-Heimsieg gegen die HSG Walzbachtal.
Von Minute eins an waren die Weinheimerinnen hellwach. Es zeichnete sich ein schnelles Spiel ab, beide Teams drückten konsequent aufs Gaspedal. Den besseren Start erwischte die Heim-Sieben, die sich durch schnelles Umschaltspiel und sicher verwertete Torchancen auf 4:1 absetzte. Erst in Minute 13 glich Walzbachtal erstmals aus. Jetzt entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, dem auf Weinheimer Seite Katharina Propp und Stella Püschel ihren Stempel aufdrückten. Zehn Minuten vor Ende des ersten Durchgangs nahmen die Gäste beim 11:9-Zwischenstand ihre Auszeit. Doch dem direkt folgenden Anschluss der Walzbachtalerinnen setzte der HSG-Express nochmals eine Tempoverschärfung entgegen und erhöhte bis zur Pause auf 16:13.
Nach Wiederanpfiff musste die HSG das 16:15 hinnehmen und Trainer wie auch Fans bangten, ob nun nicht wieder die obligatorischen „Zehn-Minuten“ Einzug halten würden. Doch die Rot-Blauen erwachten früher und konterten ihrerseits mit zwei Treffern. Binnen vier Minuten stellten danach Püschel und Propp durch vier weitere blitzsaubere Tore auf 23:18 (40.). Die Gäste gingen voll auf Risiko und nahmen zwei HSG-Akteurinnen in enge Deckung. Bis auf ein Tor kamen sie heran. In dieser Phase führte Julika Fath gekonnt Regie und setzte ihre Mitspielerinnen in Szene. Aus einer stabilen 6:0-Abwehr um Johanne Eder-Herzog und Sina Pinto vor einer sicher parierenden Laura Propp im Tor ließen die Gastgeberinnen dann nichts mehr anbrennen. In der offenen Manndeckung am Ende der Partie konnte das Ergebnis durch die siebte Feldspielerin noch auf 33:27 erhöht werden. Mit dieser geschlossen guten Mannschaftsleistung verabschieden sich die HSG-Damen in eine 14-tägige Pause. Weiter geht es am 26. Oktober beim klaren Titelfavoriten SG Heddesheim. Vielleicht gelingt es, die Nachbarn ein wenig zu ärgern. kf
HSG Weinheim/Oberflockenbach: L. Propp, Sax; Fath (6), Pinto (1), Püschel (9), Amann, Müller (4), Karl (1), Eder-Herzog (3), Funder (2), K. Propp (7/3).