Handball

Ein junger Trainer freut sich auf die "Top-Adresse S3L"

Florian Taafel kommt aus Pforzheim als Drittliga-Chef an die Bergstraße. Die Mannschaft bleibt in weiten Teilen zusammen und wird sogar noch verstärkt.

Auf unserem Foto stecken die Hände war in den Taschen, doch die Handballer von S3L haben aktuell gut tun. Das Bild zeigt von links Geschäftsführer Alexander Stiehl, Thomas Zahn, den neuen Trainer Florian Taafel und Mark Wetzel. Foto: Philipp Reimer Fotografie
Auf unserem Foto stecken die Hände war in den Taschen, doch die Handballer von S3L haben aktuell gut tun. Das Bild zeigt von links Geschäftsführer Alexander Stiehl, Thomas Zahn, den neuen Trainer Florian Taafel und Mark Wetzel.

Hirschberg. Gegen die aktuellen Sportlichen Leiter Mark Wetzel und Thomas Zahn hat er in den Spielen der TGS Pforzheim gegen den TVG Großsachsen und die SG Leutershausen noch selbst gespielt. Jetzt machen sie gemeinsame Sache: Florian Taafel wird zur kommenden Saison neuer Trainer von Handball-Drittligist Saase3Leutershausen. Der 38-Jährige, 18 Jahre Spieler und zwei Jahre lang Trainer in der Goldstadt, wechselt an die Bergstraße. Gestern wurde er offiziell in der S3L-Geschäftsstelle präsentiert.

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Die Verantwortlichen waren sich schnell einig. Erst vor zwei Wochen gab es den ersten Anruf, tags darauf saß Taafel schon in der Geschäftsstelle in Leutershausen. „Es gab andere Angebote, aber nirgendwo hat das Gesamtpaket so gestimmt wie hier. Der Verein hat einen tollen Namen, ist für mich hinter den Rhein-Neckar Löwen die Nummer 2 in einer Region, handballverrückt ist. Und mit dem Konzept, junge Spieler aus der A-Jugend in die 3. Liga heranzuführen, kann ich mich voll identifizieren“, sagt der junge Familienvater, der nach der Geburt seines fünf Monate jungen Sohnes Willi wieder offen für Neues ist.

Im vergangenen Sommer war Taafel mit einem großen Abschiedsspiel von der Handballbühne verschwunden. Aber nur ganz kurz. Wenig später trainierte er beim TV Kornwestheim mit, hielt sich dort fit. Als das Verletzungspech bei den Lurchis zuschlug, wurde er auch auf dem Spielfeld ein gefragter Mann. Schließlich galt Taafel jahrelang als gefährlichster Rückraum-Shooter der 3. Liga. „Inzwischen hat sich die Personallage wieder entspannt, sodass ich mein Trainings-Engagement wieder etwas zurückfahren konnte“, lacht der Mann, der bei S3L nicht wieder ins Trikot schlüpfen will.

„Das ist nicht geplant. Wir hoffen, dass er sich voll auf seine Arbeit als Trainer konzentrieren kann“, sagte Nagel. Taafel kann dabei auf ein Team bauen, das ihm in Teilen gut bekannt ist: S3L-Keeper Sebastian Ulrich ist ein guter Freund, auch gegen Moritz Mangold, Max Kessler, Stefan Salger, Niklas Krämer und Tim Götz hat er schon gespielt. Und auch auf Spieler wie Hannes Weindl freut er sich. „In dem Jungen steckt viel Potenzial.“ Ob er seinen Kumpel „Ulle“, der eigentlich familiär und beruflich bedingt kürzertreten will, noch überreden kann, eine weitere Saison dranzuhängen, ist aktuell noch offen. „Im Tor und am Kreis haben wir aktuell noch eine Baustelle. Vielleicht lässt sich Sebastian Ullrich ja noch überzeugen“, hofft Wetzel. Sein Karriereende angekündigt hat Simon Spilger, Niklas Schwenzer geht ebenfalls, Luca Mastrocola wechselt in die Schweiz.

Starker Kader

Ansonsten steht der Kader, das „Spitzenteam“ soll laut Wetzel wieder um die ersten drei Plätze mitspielen. Alexander Hübe wird seinen Abschied geben, Moritz Mangold aus der zweiten mannschaft nach oben rücken. Auf Linksaußen sind Tobias Schetters und Maximilian Kessler eingeplant, im linken Rückraum sollen Sven Schreiber. Leon Keller und der aus dem Regionalliga-Team hochgezogene Lukas Gutsche agieren. Hannes Weindl, Bastian Seitz und Max Preller bilden das Trio auf der Mitte, Tim Götz wird nach erlittenem Kreuzbandriss nächste Woche am Knie operiert. Er wird frühestens zur Rückrunde ein Comeback geben können. Im rechten Rückraum kommt Stefan Salger mit Bundesliga-Erfahrung zurück an die Bergstraße.

„Ein zweiter Mann mit Zweitligaerfahrung hat uns seine mündliche Zusage gegeben. Das kam auf Vermittlung von Florian Taafel zustande. Aber noch ist der Vertrag nicht unterschrieben“, sieht Wetzel den rechten Rückraum bestens aufgestellt. Auf Rechtsaußen bleiben Fabian Schwarzer und Lukas Bauer. Abwehrchef Niklas Krämer ist am Kreis ebenso eingeplant wie Niklas Sorda, dessen Sprunggelenk allerdings noch große Sorgen bereitet. Liviu Ianos wird Co-Trainer bleiben.

Baustelle S3L II

Was für die erste Mannschaft nach einem mehr als soliden Plan klingt, sieht für das Regionalligateam seit Sonntag nicht mehr ganz so gut aus. Da unterlag S3L II im Abstiegsduell der TSG Söflingen und hat nun vier Zähler Rückstand auf den Nichtabstiegsplatz. „Das war enttäuschend. Da hat mir vor allem in der Abwehr die Bereitschaft gefehlt“, sagte Thomas Zahn nach dem 33:37. Der Plan mit punktueller Unterstützung aus der ersten Mannschaft sei offenbar nicht aufgegangen. Die aktuell Verantwortlichen werden nochmals sprechen müssen. „Natürlich will auch die zweite Mannschaft wissen, wie und wo es weitergeht. Aber die Lage sieht nach dem letzten Spiel nun nicht besser aus.“

Feststehe, dass die Zusammenarbeit zwischen erster und zweiter Mannschaft intensiviert werden müsse. Und auch dafür scheint Teamplayer Taafel der richtige Mann. „Ich bin es aus Pforzheim gewohnt, dass wir regelmäßig zwei, drei A-Jugendliche auf Drittliga-Niveau bringen. Das soll unser Ziel auch hier sein“, sagt der Mann, der auch in seinem Job auf Netzwerken setzt. Der Immobilienmakler hat sich für die S3L das Okay von seiner Frau geholt. Seit einem Jahr wird die kleine Familie mit Sohn Willi komplettiert. „Meine Frau ist da mitgewachsen und weiß, wie ich Handball lebe. Das geht bei mir nur zu 100 Prozent.“ Und das ist dem 38-Jährigen auch die Fahrt aus Pforzheim wert. „Ich mache mir keine Sorge hier anzukommen.“ Florian Taafel ist bereit.