Fans geschockt: Die Weinheim Longhorns müssen absteigen
Mit der Spielabsage in Schwäbisch Hall werden alle Weinheimer Oberliga-Spiele aus der Wertung genommen. Es wartet ein Neuanfang auf allen Ebenen
Diese Nachricht schlägt bei den American Football Fans ein: Die Absage des jüngsten Oberliga-Spiels in Schwäbisch Hall ist für die TSG Weinheim Longhorns gleichbedeutend mit dem Zwangsabstieg in die zwei Klassen tiefer angesiedelte Bezirksliga. Wir fragten bei Abteilungsleiter Oliver König nach den Gründen für diesen sportlichen Tiefschlag.
Herr König, wie konnte es zu diesem Szenario kommen?
Oliver König: In der vergangenen Saison war es noch so, dass wir ein Spiel hätten absagen können, die Partie wäre 0:36 gewertet worden und erst bei der zweiten Spielabsage hätte der Abstieg gedroht. In diesem Jahr wurde die Regel geändert. Wir hätten trotz der Spielabsage ein Freundschaftsspiel machen müssen, hatten aber die Spieler dazu nicht. Zudem hätten wir für jeden fehlenden Spieler eine Geldstrafe zahlen müssen. Das wollten wir den 15 zur Verfügung stehenden Akteuren für diesen Spieltag nicht zumuten und haben deshalb abgesagt. Auch mit dem Hintergrund, dass das erst der Anfang von vier Spielen hintereinander gewesen wäre, an dem sich an unserer Personallage nicht viel geändert hätte.
Also wurde der Abstieg letztlich bewusst in Kauf genommen?
König: Uns ist leider nicht viel anderes übrig geblieben. Wir haben 35 aktive Spieler, von denen vornehmlich aus Verletzungsgründen aktuell nur 15 zur Verfügung stehen. 22 hätten wir mindestens gebraucht. Elf für die Defense, elf für die Offense. So macht es auch im Hinblick auf die Gesundheit der verbliebenen Spieler eben keinen Sinn. Und die letzten drei Jahre verliefen für uns sportlich ja auch nicht gerade rosig. Vielleicht bietet der komplette Neuaufbau, den wir jetzt machen müssen, ja auch Chancen.
Inwiefern?
König: Insofern, dass vielleicht der eine oder andere Rookie, den Football interessiert, der die Oberliga aber als zu große Einstiegshürde empfunden hat, jetzt den Weg nach Weinheim findet. Und auch für die eigenen Jugendspieler ist der Weg nach oben jetzt nicht mehr so weit.
Trotzdem ist das ein bitterer Gang für einen Verein, der in seinen zugegebenermaßen lange zurückliegenden besten Jahren sogar mal an die Tür zur GFL geklopft hat.
König: Zweifelsohne. Und natürlich müssen wir uns fragen, woran das lag. Letztlich müssen sich ja auch Abteilungsleitung und Trainerteam hinterfragen. Aber wir machen das eben alle ehrenamtlich in unserer Freizeit. Das war absolut nicht unser Wunsch, dass das jetzt so läuft. Wir führen jetzt viele Gespräche, um uns neu auszurichten.
Wie wird es jetzt weitergehen? Ist das Team denn im Groben überhaupt zu halten?
König: Das ist alles noch zu frisch, um dazu etwas sagen zu können. Nach diesem abrupten Saisonende müssen die Jungs das erst mal sacken lassen. Manche sind schockiert, traurig, manche wütend. Die müssen das jetzt erst mal verarbeiten. Unser Ziel wird sein, dass wir im August weitertrainieren werden, um den Jungs eine Perspektive zu bieten. Wir alle müssen das erst mal aufarbeiten.
Apropos Perspektive: Wie sieht es denn im Nachwuchsbereich aus?
König: Zum Glück gut. Die U 17 kann nach der in dieser Saison eingegangenen Spielgemeinschaft mit Heidelberg wieder selbstständig auflaufen. Die U 19 wurde in der Jugend-Regionalliga Vierter, das ist absolut als Erfolg zu werten. Und die U 13 greift im Flagbereich an.