In Lützelsachsen wird der alte auch der neue Trainer
Frank Schüssler und TSG 91/09 trennen sich nach dieser Kreisliga-Saison im Guten. Der Nachfolger kommt aus den eigenen Reihen.
Lützelsachsen. Nach zwei gemeinsamen Jahren werden die Fußballer der TSG Lützelsachsen und ihr Trainer der ersten Mannschaft, Frank Schüssler, getrennte Wege gehen. Mit Rick Hutter übernimmt der Vorgänger.
Manchmal verfolgt man für die Zukunft unterschiedliche Pläne, obwohl in der Gegenwart alles zusammenpasst. So auch aktuell in Lützelsachsen. Frank Schüssler, der bisherige Cheftrainer der ersten Herrenmannschaft und die Abteilungsleitung haben nach guten und wertschätzenden Gesprächen festgestellt, dass man sich für die neue Saison 2025/2026 jeweils anders aufstellen möchte. Dass dies eine einvernehmliche Trennung im Guten ist, zeigt auch die Tatsache, dass Schüssler die Mannschaft noch bis Saisonende betreuen wird.
„Für mich gab es da keinerlei Zweifel, mit der Mannschaft die Saison zu beenden. Ich fühle mich in Lützelsachsen sehr wohl und schätze Spieler wie Funktionäre gleichermaßen. Ich war schon immer jemand, der Dinge nicht unbeendet lassen möchte“, sagte Schüssler. Abteilungsleiter Gültekin Isci dankte Schüssler in höchstem Maße für sein Engagement und seinen Einsatz bei der TSG Lützelsachsen: „Frank hat den Verein von Anfang an ins Herz geschlossen und unsere Vereinsphilosophie zu hundert Prozent mitgetragen.“
Kontinuierlich auf Jugend setzen
Hiermit ist sicherlich auch die Einbindung der Spieler aus der eigenen Jugend gemeint. Unter Schüssler konnten beispielsweise Florian Rech, Samian Abdalla und Philipp Schröder bereits in ihrer ersten Herrensaison positiv auf sich aufmerksam machen und sich zu festen Bestandteilen der Kreisligamannschaft entwickeln. Ebenso wurden mit Tolga Abaza und Senan Celik Spieler aus der zweiten Mannschaft, die ebenfalls eine Jugendvergangenheit in Lützelsachsen aufweisen können, hochgezogen und etabliert.
„Ich bin Frank für die Entwicklung der Mannschaft und der Etablierung seiner klaren ballbesitzorientierten Spielidee sehr dankbar. Er hat wirklich eine tolle Arbeit bei uns geleistet und wird auch für jeden anderen Verein ein Gewinn sein“, richtet der aktuelle Sportliche Leiter Rick Hutter seine Worte an den scheidenden Coach.
Hutters Rückkehr naheliegend
Hutters Aufgabe wird es nun sein, diese Entwicklung fortzuführen. Vor zwei Jahren ging er den Schritt aus dem Traineramt in die Abteilungsleitung. Jetzt also der Weg zurück an die Seitenlinie. Wie es dazu kam, erläutert Hutter ganz offen: „Wir hatten ein paar Kandidaten im Kopf, denen wir gerne die Mannschaft anvertraut hätten. Allerdings sind diese Optionen aus ganz unterschiedlichen Gründen nicht zustande gekommen. Da ich bereits in der aktuellen Saison unsere A1-Junioren trainiere, war es dann irgendwann naheliegend, dass ich die Mannschaft wieder übernehme. Und einen externen Trainer zu verpflichten, einzig damit derjenige nicht Rick Hutter heißt, hat für uns keinen Sinn ergeben. Zumal uns die Verbindungen zu Verein und Spielern enorm wichtig sind.“
Sportlich also eine nachvollziehbare Lösung. Strukturell bedeutet das allerdings die nächste Herausforderung für die Fußballabteilung. Nachdem Jürgen Richter und Gültekin Isci bereits intensiv Nachfolger für ihre beiden Positionen in der Abteilungsleitung suchen, wird Hutter ab Juli mit der Doppelfunktion Abteilungsleitung und Trainer vorerst mehr als ausgelastet sein. „Doch zunächst gilt es der Mannschaft und Frank Schüssler viel Erfolg für die restlichen Wochen dieser Saison zu wünschen, sodass man einen gebührenden Abschied voneinander feiern kann“, hofft Jürgen Richter auf noch viele Siege für Schüsslers Abschiedstournee aus Lützelsachsen.
Schüsslers Zukunft offen
Der 47-jährige Hohensachsener will mit der TSG 91/09 in dieser Runde noch das Bestmögliche erreichen. „Ich hatte zwei Jahre hier, die sehr viel Spaß gemacht haben und in denen wir den Weg, junge Spieler zu integrieren, konsequent gegangen sind. Aber wir haben entschieden, neue Wege zu gehen“, sagt Schüssler, der noch die Chance auf Platz fünf sieht – trotz herausfordernder Personallage. „Es hatte seine Gründe, warum wir gerade nur Achter sind. Die zehn Punkte, die wir mehr haben könnten, haben wir meist durch individuelle Fehler verloren.“ Wohin sein Weg ihn führen wird, weiß Frank Schüssler noch nicht, dass er weiterführen soll, schon. „Ich brenne für den Trainerjob, es gibt auch zwei lose Ideen. Aber noch bin ich offen.“ rh