Fußballer vor der Saison

In Rippenweier soll sich etwas bewegen

Der Fußball-B-Klassist hat keine Lust mehr auf Niemandsland. Aber der Kader ist so dünn, dass selbst der Trainer mit 49 noch mal ran muss

Jacob Dörsam, Florian Walla, Maurice Jaskulski, Michael Geller und Trainer Michael Jaskulski (von links) gehören zu den neuen Gesichtern beim SV Rippenweier. Foto: Katrin Oeldorf
Jacob Dörsam, Florian Walla, Maurice Jaskulski, Michael Geller und Trainer Michael Jaskulski (von links) gehören zu den neuen Gesichtern beim SV Rippenweier.

Fünf Siege, vier Remis und 15 Niederlagen – das war die Bilanz des SV Rippenweier in der vergangenen B-Klassen-Runde. Für die Fußballer auf dem höchstgelegenen Sportplatz im Kreis Mannheim stand am Ende der elfte Tabellenplatz. Und letztlich waren alle froh, eine einmal mehr durchwachsene Saison zu Ende gebracht zu haben. Trainer Frank Lennert gab sein Amt nach vier Jahren ab, gleich vier Spieler beendeten ihre Karriere, fünf verließen den Verein und auch der Mann für alle Fälle, Alexander Bickel, Spielleiter, Pressewart, zuletzt sogar noch Aushilfs-Spieler, zog sich nach über einem halben Leben in die zweite Reihe zurück. Umbruchstimmung in „Ripper“, wieder einmal.

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Nur noch 18 Mann übrig

Für Spielleiter Lars Schmitt, im nächsten Jahr mit 30 Jahren Vereinszugehörigkeit Rekordhalter in der aktiven Mannschaft, stand viel Arbeit an. Das Gerüst bestand aus nur noch zwölf Spielern, inzwischen sind es immerhin 18, auf die man sicher setzen kann. Eigentlich umfasst der Kader 23 Spieler, doch das eben nur auf dem Papier.

Der neue Trainer Michael Jaskulski hütete in seiner langen Fußballkarriere auch schon das Tor in Rippenweier und steht auch jetzt wieder in der Kaderliste. Im Alter von fast 49 Jahren. „Ich hoffe nicht, dass ich zum Einsatz kommen muss“, lacht er. Brian Crossek spielt zwar parallel auch noch Faustball beim TV Wünschmichelbach, in der Vorrunde gibt es da jedoch keine Terminüberschneidungen. „Und dann hoffen wir in der Rückrunde auf einen weiteren Zugang, wenn dessen Sprunggelenk-Operation gut verläuft“, sagt Jaskulski.

Für den neuen Mann an der Seitenlinie ist der SV Rippenweier die erste Station im Aktivenbereich. Bislang sammelte er als Jugendtrainer bei JFV Unter-Flockenbach/Trösel und der TSG 91/09 Lützelsachsen Erfahrung. Dort spielte auch seinen Sohn Maurice, der wie Florian Walla (beide 19) und Jacob Dörsam (20), den Altersschnitt in Rippenweier senkt. Auch der vierte Zugang Frank Bolle gehört mit 24 noch zur jungen Garde, Michael Geller gehört der erfahrenen Riege an. „Insgesamt ist es eine gute Mischung, aber mit nur 18 Spielern im Kader darf wirklich gar nicht passieren. Ich würde mir schon wünschen, dass wir uns mit zwei, drei weiteren neuen Spielern etwas breiter aufstellen können“, sagt Jaskulski.

Jaskulski: Nicht auf Platz zehn

Von der Qualität seiner Mannschaft ist er indes überzeugt. „Wir brauchen uns vor niemandem verstecken, vor allem nicht, wenn wir den Mannschaftszusammenhalt auf den Platz bringen. Letztlich muss es unser Ziel sein, dass kein Gegner gern nach Rippenweier kommt.“ Bei der Formulierung einer Platzierung ist der neue Chef etwas defensiver. „Wichtig ist, dass wir gut in die Saison kommen und nicht irgendwo auf den Plätzen zehn bis 13 zu finden sind. Das Problem der vergangenen Runde war, dass sich nichts mehr bewegt hat. Deshalb haben vielleicht auch so viele aufgehört. Aber wir können etwas bewegen.“ Sollte sich der Erfolg einstellen, hofft Jaskulski, dass doch einige Ruheständler oder Pausierer wieder Lust bekommen.

Attraktiveres Spiel

Dabei setzt er auf attraktiveres Spiel. Lange Bälle allein sind ihm Jaskulski zu einfach. „Die Spieler sollen sich Selbstbewusstsein im Kurzpassspiel holen, die Zonen besetzen und auch mal den Fehler eines anderen ausbügeln. So bekommen wir Ruhe in die Mannschaft.“ In die Saison startet der SVR mit drei Auswärtsspielen, weil im September die Zufahrt zum Sportplatz saniert wird. Die Anreise der Gegner wird angenehmer, die Punkte sollen jedoch in Rippenweier bleiben.