Fußballer vor der Saison

Der SV Schriesheim will die vergangene Saison vergessen machen

Mit neuen Gesichtern und neuem Schwung strebt der A-Klassist ins obere Tabellendrittel der A-Klasse. "Wer nicht wagt, der nicht gewinnt", lautet das Motto.

Die neuen Gesichter beim SV Schriesheim (hintere Reihe von links): Co-Trainer Bernd Schäfer, Alexander Seib, Hendrik Wendefeuer, Tim Möllenbeck, Trainer Marco Weber. Kniend (von links): Lasse Klahr, Juri Kühnle, Fabrice Chene. Es fehlen urlaubsbedingt: Dominik Buhl, Lukas Mijatovic, Sven Richter, Simon Ammann, David Werz und Joshua Ortmann. Foto: Sebastian Schromm
Die neuen Gesichter beim SV Schriesheim (hintere Reihe von links): Co-Trainer Bernd Schäfer, Alexander Seib, Hendrik Wendefeuer, Tim Möllenbeck, Trainer Marco Weber. Kniend (von links): Lasse Klahr, Juri Kühnle, Fabrice Chene. Es fehlen urlaubsbedingt: Dominik Buhl, Lukas Mijatovic, Sven Richter, Simon Ammann, David Werz und Joshua Ortmann.

Hinter Fußball-A-Klassist SV Schriesheim liegt eine zweijährige Berg-und-Tal-Fahrt sondergleichen: Schrammte die Elf um Trainer Ricardo Guimaraes 2022 nur um Haaresbreite am Aufstieg in die Kreisliga vorbei, so fand sich der zu Saisonbeginn noch hoch gehandelte SVS Ende Mai 2023 auf einmal auf dem 14. Tabellenplatz wieder.

Newsletter

Holen Sie sich den WNOZ-Newsletter und verpassen Sie keine Nachrichten aus Ihrer Region und aller Welt.

Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

„Unser größtes Manko war, dass wir zur Winterpause im Niemandsland der Tabelle standen. Fast alle im Verein dachten, dass in der Rückrunde weder nach oben noch nach unten großartig was passieren könnte. Dann kamen aber noch einige Abgänge dazu, in der Gesamtheit hat das dann zu einem echten Bruch geführt“, blickt der neue Trainer Marco Weber auf die Ereignisse der Rückrunde 2022/23 zurück.

13 A-Junioren rücken auf

Er selbst war zu dieser Zeit zwar noch nicht im Amt, stand Guimaraes als Coach der A-Jugend aber bereits in den Trainingseinheiten und Spielen mit Rat und Tat zur Seite. Und erlebte den Absturz des Vizemeisters somit hautnah mit.

Zur Erinnerung: Guimaraes hatte die SVS-Verantwortlichen bereits vor Weihnachten 2022 über seinen Rückzug zum Saisonende informiert, recht schnell wurde man bei der Suche nach einem geeigneten Nachfolger in den eigenen Reihen fündig – weil in der Sommerpause 13 A-Jugendliche in die Aktivität aufrückten. Aber vielleicht auch, weil durch die inzwischen fast beendete Sportplatzsanierung die finanziellen Mittel für eine externe Lösung knapp gewesen seien, scherzt Weber.

„Wir setzen unsere Philosophie, den Fokus auf eine gute Jugendarbeit und den Einsatz von im Verein ausgebildeten Spielern in den Herrenmannschaften zu setzen, kontinuierlich fort und sind überzeugt, das ideale Trainerteam für dieses Konzept gefunden haben“, nannte indes Spielausschussvorsitzender Sebastian Schromm im Frühjahr die Beweggründe für die Entscheidung. Unterstützt wird Weber fortan von seinem Co-Trainer, Bernd Schäfer.

Großes Lob vom neuen Trainer

Vorgefunden hat das neue Trainerduo bei seiner Amtsübernahme laut Weber eine Truppe, die das vergangene Jahr offenbar vergessen machen will – in jeder Hinsicht. „Wir sind bisher mehr als begeistert. Die Jungs legen eine super Einstellung an den Tag, alle Neuzugänge haben sich bereits sehr gut integriert“, lobt der Übungsleiter.

Auch über die Trainingsbeteiligung könne er sich nicht beschweren: „Selbst in der Urlaubszeit haben wir einen Stamm von 14, 15 Mann am Start, das ist nicht unbedingt üblich.“

Vor-Vorsaison ist der Maßstab

Als sportlicher Maßstab dient Trainerteam wie Spielern derweil eher die erfolgreiche Vor-Vorsaison. Für Marco Weber heißt das: „Wir wollen wieder zu dem altbekannten, ekligen SV Schriesheim werden, der sich in erster Linie über Zweikampfstärke und Laufbereitschaft definiert und in der Offensive einen schnellen und präzisen Fußball spielt.“

Sollte dies der runderneuerten Elf – allein der Kader der ersten Mannschaft umfasst stattliche 28 Spieler – gelingen, müsse sich der SVS vor keinem Gegner verstecken, sagt Weber. „Auch in einer stark besetzten A-Klasse, in der jeder jeden schlagen kann.“

Primär gehe es für den Verein darum, nach der verkorksten Spielzeit 2022/23 einen einstelligen Tabellenplatz zu erreichen, führt der Coach aus. Doch er selbst will mehr: „Als Fußballer will man immer gewinnen. Erfolg ist doch einfach etwas Tolles – ganz egal, ob in der Jugend oder in der Aktivität.“

"Wir wollen auch da oben rein"

Und so redet er bei der Frage nach den Favoriten auch gar nicht lange um den heißen Brei herum: United Weinheim oder SG Mannheim habe nahezu jeder Trainer auf der Rechnung, so Weber. „Aber dann kommt für mich der SV Schriesheim. Wir wollen auch da oben rein.“

Ist das angesichts der durchwachsenen Vorsaison nicht ein bisschen forsch? „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“, antwortet der neue SVS-Coach – und lacht.