Fußball

Der SV Schriesheim hofft auf eine Saison ohne Nebengeräusche

Schriesheim rettete auf dem Relegationsplatz gerade noch die A-Klasse. Jetzt soll es ruhiger zugehen

Erik Lux, Fabio Griesheimer, Furkan Öztürk und Fabian Braun (von links) gehören zu den neuen Spielern beim SV Schriesheim. In dieser Saison wollen die Bergsträßer nicht so lange zittern. Foto: Fritz Kopetzky
Erik Lux, Fabio Griesheimer, Furkan Öztürk und Fabian Braun (von links) gehören zu den neuen Spielern beim SV Schriesheim. In dieser Saison wollen die Bergsträßer nicht so lange zittern.

Freitags, wenn die Kleinsten des SV Schriesheim auf dem Sportplatz kicken, dann ist es so voll, dass die Verantwortlichen der Fußballabteilung sogar den Kiosk öffnen, damit die Eltern versorgt sind. Überhaupt ist der Bergsträßer Verein in einer komfortablen Situation. „Wir haben alle Jugenden besetzt. Auch die A-Junioren. Und im kommenden Jahr sind wir in der glücklichen Lage, auch wieder eigene Jugendliche in die Aktivität zu bringen“, sagt Sebastian Schromm.

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Schromm gehört zu den Menschen, ohne die es ein Verein schwer hätte. Der Familienvater trainiert mit drei weiteren Coaches die F-Junioren, war zuvor zehn Jahre lang Trainer von Jugend und Aktiven. Und ist Spielleiter der beiden Schriesheimer Herrenteams. Was er sich für die Zukunft wünscht? „Auch bei den Herren endlich mal eine ruhige Saison, in der es läuft. So eine wie vergangenes Jahr brauchen wir nicht noch mal.“

Das Trainerteam des SV Schriesheim mit Fabian Braun. Michael Eisenhauer und Daniel Beisel (von links). Foto: Fritz Kopetzky
Das Trainerteam des SV Schriesheim mit Fabian Braun. Michael Eisenhauer und Daniel Beisel (von links).

Die vergangene Runde hatte es für den SVS in sich. Nach neun Niederlagen zum Saisonstart der Fußball-A-Klasse musste Schromm die Reißleine ziehen, ersetzte das Duo Bernd Schäfer und Marco Weber durch Michael Eisenhauer (kleines Bild: Fritz Kopetzky). „Ein Schritt, der mir schwergefallen ist. Aber auch die beiden haben gemerkt, dass etwas passieren muss. Und mit Michael Eisenhauer haben wir einen routinierten Trainer bekommen, der auch ein Netzwerk mitgebracht hat.“

Unkomplizierter Trainerwechsel

Krummgenommen haben es Schäfer und Weber dem Verein nicht. Im Gegenteil. Schäfer kickte sogar selbst weiter, legt nun den Schwerpunkt auf die Familie. Weber übernahm die zweite Mannschaft. Und da brummt es: 28 Spieler tummeln sich auf dem Trainingsplatz. Etwas weniger sind es bei der ersten Mannschaft. 24 Spieler stehen im Kader, doch die Sommerferien reißen große Lücken in die Trainingsbeteiligung. „Deshalb spielen wir A-Klasse und keine Verbandsliga“, sagt Schromm. „Wenn alle mal da sind, werden wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Dann sollte ein einstelliger Tabellenplatz drin sein“, sagt Michael Eisenhauer.

Sogar ein türkischer Nationalspieler

Alle da sind sie allerdings die seltenste Zeit. Maurice Urban wohnt mittlerweile in Wien, Hendrik Wendefeuer in München, Samuel Rieger studiert in Erlangen. „Das sind drei Leistungsträger, die uns vielleicht in der Hälfte der Saisonspiele zur Verfügung stehen und maximal ins Abschlusstraining kommen können“, sagt Eisenhauer. Die drei halten sich bei Fußballvereinen vor Ort fit, absolvieren ihre Läufe, um dann fit zu sein, wenn sie an der Bergstraße gebraucht werden. Gut, dass Eisenhauers Netzwerk griff und er externe Verstärkung nach Schriesheim holen konnte. Mamadi Sussa ist der jüngste, der schon Erfahrung in Bensheim-Auerbach und Lorsch sammelte, Cenk Yüksel kommt aus der U23 des VfR Mannheim, Luca Rohr und Jan Täffner aus Feudenheim. Die aus der zweiten Mannschaft aufrückenden Erik Lux und Fabio Griesheimer sind aktuell noch verletzt. Und mit Furkan Öztürk hat Schriesheim sogar einen türkischen Nationalspieler. „Bei den Gehörlosen. Das ist jetzt schon eine Herausforderung. Aber ich kenne ihn noch aus Brühl und Ruchheim. Kicken kann er“, sagt Eisenhauer.

Fabian Braun in Co-Trainerrolle

Yusupha Sarr, Musa Comma und Simon Plewa kamen im Winter. Plewa war auch ein Grund, warum der SVS jetzt einen spielenden Co-Trainer hat. Plewas Kumpel Fabian Braun wechselte von der SG Unter-Abtsteinach nach Schriesheim. „Ich bin jetzt 33, will mich in Richtung Trainer orientieren. Zwischen Michael und mir passt es“, sagt der Verteidiger, der in Schriesheim die Sechs bekleiden soll. „Es war Zeit für etwas Neues.“

Am Sonntag geht es im Pokal gegen Enosis, ehe sich Trainer Eisenhauer selbst in den Urlaub verabschiedet und Fabian Braun und der ebenfalls neu dazugestoßene „Co“ Daniel Beisel die Verantwortung übernehmen. Am besten mit Aussicht auf eine total langweilige Saison frei von Nebengeräuschen.