Lorik Wittmann verdoppelt die Torbilanz
Dank des Viererpacks gegen den SC United Weinheim steigt auch die Stimmung bei A-Klassist SG Hemsbach. Und der 23-Jährige hofft auf mehr
Lorik Wittmann vom Fußball-A-Ligisten SG Hemsbach war im vergangenen Spiel beim Torfestival gegen den SC United Weinheim der Matchwinner für seine Gelb-Blauen. Beim wichtigen 6:3-Erfolg, mit dem die SG eine längere Durststrecke beendete, traf der 23-Jährige gleich vier Mal ins Schwarze. Im Interview blickt Wittmann auf die bisherige Runde.
Zur Person
Lorik Wittmann hat seine Tor-Ausbeute mit dem Viererpack gegen United Weinheim kurzerhand verdoppelt, steht nun bei acht Toren in ebenso vielen Partien.
Bayern-Fan wurde der 23-Jährige nicht zuletzt durch seinen Papa Gazmend. „Im Stadion war ich bisher noch nicht, aber das ist auf jeden Fall in Planung“, peilt Wittmann einen baldigen Besuch in der Allianz Arena an.
Sein Vater stammt aus dem Kosovo, wohin Lorik Wittmann noch viele familiäre und private Kontakte hat.
Die Situation der SG Hemsbach ist nicht die beste. Mit elf Punkten aus zwölf Spielen steht das Team auf dem Relegationsplatz. Wie blicken Sie auf die bisherige Runde?
Lorik Wittmann: Anhand der Ergebnisse ist es natürlich alles andere als zufriedenstellend gelaufen. Es ist aber auch so, dass nicht alle Niederlagen schlechte Spiele von uns waren. Wir arbeiten jede Woche viel im Training dafür, um erfolgreich zu sein – und das sieht man auch in den Spielen. Wir müssen nur noch dorthin kommen, unsere beste Leistung konstant abzurufen.
Das jüngste 6:3 gegen den SC United Weinheim war der erste Sieg seit längerer Zeit. War es denn auch ein Befreiungsschlag für die Mannschaft?
Wittmann: Ja klar, mit Sicherheit. Das hat man auf jeden Fall gemerkt. Die Stimmung war sehr gut am Sonntag. Wie wir nach jedem Tor und nach Schlusspfiff als Mannschaft gefeiert haben, war wichtig und hat uns allen sehr gutgetan. Ich hoffe, wir können genau daran anknüpfen und das entsprechende Selbstvertrauen daraus ziehen.
Sie selbst haben in diesem Spiel gleich vier Tore erzielt. Wie läuft es für Sie persönlich?
Wittmann: Auch ich habe es diese Saison bisher nicht geschafft, konstant meine besten Leistungen zu bringen. Leider musste ich wegen einer Grippe auch schon vier Spiele am Stück pausieren. Jetzt fühle ich mich wieder besser und werde versuchen, aus dieser Leistung Kraft und Selbstvertrauen zu ziehen, um der Mannschaft weiter bestmöglich zu helfen.
Es war nicht Ihr erster Viererpack im Aktivenbereich. Vor zweieinhalb Jahren haben Sie das Kunststück schon bei Ihrer vorherigen Station bei der TSG Lützelsachsen geschafft. Warum kam es daraufhin zum Wechsel nach Hemsbach? Und würden Sie sagen, dass die Partie gegen Weinheim Ihr bisher bestes Spiel für die SG war?
Wittmann: Ja, genau. Ich hoffe, dass es nicht wieder so lange dauert, bis ich das erneut schaffe (lächelt). Der Grund für den Wechsel war, dass bei Hemsbach ein paar sehr gute Freunde von mir spielen, mit denen ich einfach gerne zusammenspielen wollte. Und ja, es war definitiv eines der besten Spiele, die ich für die SG absolviert habe. Es hat wirklich alles gepasst.
Wie fühlen Sie sich generell bei der SG aufgehoben? Und wie lauten eure Ziele und Hoffnungen für die weitere Saison in der A-Klasse?
Wittmann: Ich fühle mich sehr gut bei der SG. Ich bin jetzt seit knapp einem Jahr in Hemsbach und wurde auf Anhieb sehr gut aufgenommen. Ich denke, wir sollten demütig und auf jeden Fall erst mal auf dem Boden bleiben, sollten unsere Ziele zunächst auf den Ligaverbleib beschränken. Wir müssen von Spiel zu Spiel denken und nach und nach die nötigen Punkte sammeln. Ich würde mir wünschen, dass wir uns als Team so weiterentwickeln, dass wir am Ende nichts mit dem Abstieg zu tun haben und in der Tabelle eher wieder nach oben schauen können –und bin überzeugt, dass wir das schaffen werden.
Ihr denkt von Spiel zu Spiel. Das nächste steht am Sonntag um 14.30 Uhr beim ESC Blau-Weiß Mannheim an, der als 13. einen Platz und vier Punkte vor euch rangiert.
Wittmann: Das nächste Spiel wird in der Tat sehr wichtig für uns. Wir müssen da an unsere Leistung und den Mut aus dem letzten Spiel anknüpfen – dann werden wir auch Erfolg haben. Mit einem Sieg würden wir nahe an den ESC heranrücken. Das wäre ein weiterer guter und wichtiger Schritt in die richtige Richtung.
Sie waren vor zweieinhalb Jahren schon mal unser Fußballer der Woche und damals nach der Ausbildung zum IT-Systemkaufmann beruflich „in einer Findungsphase“, wie Sie sagten.
Wittmann: Die Findungsphase ist seit einiger Zeit abgeschlossen (lächelt). Ich arbeite seit zwei Jahren Vollzeit im Bereich IT und bin damit zufrieden.
Beruflich also alles bestens. Und privat?
Wittmann: Auch privat läuft es bei mir sehr gut. Ich bin seit fast fünf Jahren glücklich mit meiner Freundin Ana Maria zusammen. Da sind wir über die Findungsphase längst hinaus (lacht).
Bliebe vielleicht noch ein Blick auf den Lieblingsverein: Wie machen es die zuletzt entthronten Bayern aus München denn bisher aus Ihrer Sicht?
Wittmann: Die Saison gefällt mir bisher sehr gut. Vor allem gefällt mir die Art und Weise, wie der neue Trainer (Vincent Kompany; Anm. d. Red.) Fußball spielen lässt. Ich denke, dass da noch ganz viel Potenzial in der Mannschaft steckt.