Handball

Riesiger Frust beim TVG

Großsachsen enttäuscht seine Fans und den eigenen Trainer. Abstiegskampf statt Aufstiegsrunde.

Alexander Leibnitz versucht es mit dem Brecheisen gegen zwei Neuenbürger Abwehrspieler. Der TVG Großsachsen hinterließ bei der 19:33-Niederlage insgesamt einen desolaten Eindruck. Foto: Gian-Luca Heiser
Alexander Leibnitz versucht es mit dem Brecheisen gegen zwei Neuenbürger Abwehrspieler. Der TVG Großsachsen hinterließ bei der 19:33-Niederlage insgesamt einen desolaten Eindruck.

Dass Stefan Pohl nach einer Niederlage schlecht gelaunt ist, versteht sich von selbst. Doch so geknickt wie am Samstagabend ist der Trainer von Handball-Oberligist TVG Großsachsen selten zu erleben. Nach dem Schlusspfiff verschwand das Saasemer Urgestein schnell in den Katakomben, brauchte Zeit für sich. Und die Laune wurde nicht besser, als er später zum Trainergespräch im Foyer der Sachsenhalle auftauchte. „Wir können uns für diese Leistung nur entschuldigen. Ich habe das noch nie gemacht, dass ich meine Spieler vor den Bus geworfen habe. Aber heute muss ich mich zügeln. Das war heute gar nichts.“

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Schwierige Situation

Auch im dritten Spiel der Oberliga-Vorrundengruppe gab es für den TVG keinen Sieg, das angestrebte Ziel „Aufstiegsrunde“ ist fast schon ad acta zu legen. Nicht so sehr wegen der 0:6 Punkte, vielmehr aufgrund der Leistung, die Großsachsen am Samstagabend zeigte, wird sich Großsachsen vor allem damit beschäftigen müssen, den Oberliga-Abstieg zu vermeiden. „Wir hatten all das im Training angesprochen und trainiert, was heute genauso zugetroffen hat. Stefan hatte uns vorbereitet. Nur hatten wir nicht die richtige Einstellung, um darauf zu reagieren“, sagte Linksaußen Johannes Kadel. „Es ist eine schwierige Situation, aber wir machen weiter.“

Zu undiszipliniert

Beim 29:33 gegen den HC Neuenbürg hielten sich die Saasemer schlicht nicht an die taktischen Vorgaben. „Im Angriff wollten wir gegen die 3:2:1 viel in 1:1-Situationen und dort unsere Stärken ausspielen. Stattdessen haben wir lieber von zehn Meter gegen den Doppelblock geworfen und versucht, unsere Kreisläufer anzuspielen, die nicht frei waren. Wir hatten drei Auszeiten und danach wurde nicht das gespielt, was wir gesagt haben. Dann wird es schwierig. Das war ein ganz schlechtes Spiel von uns. Wenn der einzige, der sich heute eine blutige Lippe holt, der Torwart ist, sagt das alles. Es muss einfach die Bereitschaft da sein, sich zu quälen.“ Das quittierten einige der 200 Zuschauer demonstrativ damit, dass sie die Halle sogar noch vor dem Schlusspfiff verließen.

Mannschaft wirkt leblos

Es war kein Aufbäumen zu erkennen, die Mannschaft wirkte leblos. So bleibt der TVG am Tabellenende. Zwar muss man jetzt nicht alles schwarzmalen, und die Saison ist noch jung. Aber die Leistung gab eben auch nicht den kleinsten Ansatz zur Hoffnung. Klar ist, dass sich schnellstens etwas ändern muss, denn so geht Großsachsen schweren Zeiten entgegen.

Der Start in die Partie war noch vielversprechend, doch nach dem 9:6 (18.) war es mit der Herrlichkeit vorbei. Neuenbürg kam heran und übernahm in der Folge das Kommando. Dass die Gäste dabei eine gewisse Härte an den Tag legten, sorgte für weitere Verunsicherung beim TVG. Beim Halbzeitpfiff lag der Gast mit zwei Treffern in Führung und hatte Blut geleckt.

TVG macht zu viele Fehler

Zwar konnten die Saasemer nach dem 19:23 (43.) nochmals auf 22:24 (45.) verkürzen, aber etliche Fehler sorgten dafür, dass die Aufholjagd schnell beendet war und Neuenbürg immer wieder zu einfachen Treffern kam. So war es kein Wunder, dass am Ende die Gäste jubelten und Mannschaft wie Fans aufseiten des TVG schwer niedergeschlagen waren. Nächsten Samstag geht es zum Aufsteiger nach Heidelsheim, bevor die HG Oftersheim/Schwetzingen zum Derby wartet. Will man in den beiden Partie punkten, muss ein gewaltiger Ruck durch die Mannschaft gehen. hm/AT

TVG Großsachsen: Hoblaj, Fuhrer; Schneider (4), Anschütz (3), König, Weindl (6), Burkard (1), Kadel (2/1), Straub (1), Seganfreddo (6/3), Thierauf (2), Leibnitz (4), Reidenbach.