S3L-Ladies gewinnen intensives Derby beim TV Schriesheim
Die Gastgeberinnen leisten beim 18:21 allerdings erbitterte Gegenwehr. Weniger gut läuft es für die S3L II bei der HSG Bergstraße, die jetzt nach oben schaut.
Schriesheim. Zum Derby in der Frauenhandball-Verbandsliga empfing der TV Schriesheim die Mannschaft der S3L. Das Nachbarschaftsduell war geprägt von starker Abwehrarbeit, taktischer Disziplin und einer hohen Intensität auf beiden Seiten. Trotz einer engagierten Leistung musste sich der TVS dem favorisierten Tabellenzweiten am Ende knapp mit 18:21 (7:11) geschlagen geben.
Bereits in den ersten Minuten war die Intensität des Spiels deutlich spürbar. Die Schriesheimerinnen eröffneten mit offensiven Impulsen und versuchten, früh Akzente zu setzen. Die Gäste aus Hirschberg reagierten mit einer konsequent strukturierten Defensivorganisation und einer klaren taktischen Marschrichtung. Erkennbares Ziel der S3L-Ladies war es, Fehler zu vermeiden, Ballgewinne zu sichern und diese in schnelle Gegenstöße umzuwandeln.
Beide Mannschaften agierten auf hohem Niveau, wobei die Abwehrreihen zunächst dominierten. Es entwickelte sich ein spannender Schlagabtausch mit wenigen klaren Torchancen. Die Schriesheimerinnen hielten das Spiel in der Anfangsphase offen und begegneten der spielerischen Qualität der S3L mit großer Einsatzbereitschaft.
Mit zunehmender Spielzeit übernahmen dann aber die Hirschbergerinnen die Initiative. Durch präzise Pass- und Laufwege erspielten sich die Gäste eine knappe Führung, die sie bis zur Halbzeit auf vier Tore ausbauen konnten. Beim Stand von 7:11 ging es in die Kabinen – ein Resultat, das die Spielanteile durchaus widerspiegelte.
Gäste passen ihr System an
Nach dem Seitenwechsel zeigte sich der TV Schriesheim kämpferisch und versuchte, den Rückstand aufzuholen. Mit hohem Tempo und mutigem Angriffsspiel drängten die Gastgeberinnen auf den Ausgleich. In dieser Phase erwies sich jedoch die taktische Flexibilität der S3L als entscheidend. Die Gäste passten ihr Spielsystem gezielt an und setzten weiterhin auf schnelle Gegenangriffe, die sie konsequent zu nutzen wussten.
Trotz stabiler Defensivarbeit auf Schriesheimer Seite und mehreren starken Einzelaktionen im Angriff blieb der ersehnte Umschwung aus. Immer wieder verhinderten technische Fehler oder eine zu geringe Chancenverwertung den Anschluss. Gleichzeitig präsentierte sich die S3L in der Abwehr äußerst stabil und ließ auch in der Schlussphase kaum etwas zu.
Besonders in den letzten Minuten wurde deutlich, dass die defensive Organisation der S3L hervorragend funktionierte. Wichtige Paraden und abgewehrte Strafwürfe sicherten den Gästen die Führung. Schriesheim gab sich trotzdem nicht auf, kämpfte bis zur letzten Sekunde, konnte die Niederlage aber letztlich nicht verhindern.
Erkennbare Weiterentwicklung
Trotz der knappen Niederlage zeigte der TV Schriesheim eine deutliche Weiterentwicklung im Vergleich zum Hinspiel, das die S3L im November des vergangenen Jahres noch mit 38:19 klar dominiert hatte. Die Schriesheimerinnen präsentierten sich kompakt in der Defensive, variabel im Angriff und ließen über weite Strecken des Spiels erkennen, dass sie mit den Spitzenteams der Liga mithalten kann. Wenn es gelingt, die Chancenverwertung zu verbessern und die technischen Fehler weiter zu minimieren, dürften auch bald die verdienten Punkte auf das Konto des TVS wandern.
Die S3L hat ihrerseits bis zu ihrem nächsten Spiel noch etwas Arbeit vor sich, denn auch im Spiel des Tabellenzweiten waren technische Fehler keine Seltenheit. Während das Team um Interimstrainerin Lisa Stein am kommenden Sonntag um 14.30 Uhr den Tabellenletzten TS Mühlburg in der Sachsenhalle empfängt (anschließend spielt die zweite Herrenmannschaft der S3L gegen den MTG Hagen), sind die Schriesheimerinnen am Samstag um 16 Uhr bei der drittplatzierten SG KIT/MTV Karlsruhe gefordert. mp/aks
TV Schriesheim: Schmitt, Baumann; Weitzel (2), Flicker (3/1), Kunkel (3/1), Lenhoff, Pfisterer (4/1), Nieter (3), Behnke (2/2), Bast, Baur (1), Schmidt, Schröder.
S3L Handball: Dörr, Scheef; Röllinghoff (2), Striening (3), Pfenning (2), Reisig (2), Rahn (1), Habermaier (4), Heinemann (4), Rinke (2), Schott, Steitz, Tabery (1).
Platz vier ist der HSG Bergstraße sicher
Ein überaus spannendes Derby bekamen die zahlreichen Zuschauer am Samstagabend in der Laudenbacher Bergstraßenhalle geboten. Nach einem intensiven Spiel konnten sich die Frauen der heimischen HSG Bergstraße in der Handball-Landesliga mit 27:24 (14:10) gegen die S3L II durchsetzen.
Die HSG erwischte – wie schon im Hinspiel – den besseren Start, hielt von Anfang an das Tempo hoch und konnte bereits bis zur sechsten Minute einen Vier-Tore-Vorsprung erzielen. Die S3L sah sich früh zur Auszeit genötigt, um den Spielfluss der Gastgeberinnen zu unterbrechen. Doch die HSG ließ sich hiervon nicht beirren: Viki Wacker traf in der 15. Minute zum 11:4. Im Gefühl des komfortablen Vorsprungs schlichen sich in der Folgezeit einige Nachlässigkeiten in das Spiel der Gastgeberinnen ein.
Vier-Tore-Führung zur Pause
Im Angriff häuften sich zum einen technische Fehler, zum anderen konnten herausgespielte Torchancen nicht genutzt werden. In der Abwehr wurden dem Gegner einfache Torerfolge ermöglicht. Kurz vor der Halbzeit war es Paula Rauch vorbehalten, per Siebenmeter-Nachwurf zum 14:10 für die HSG einzunetzen und zumindest eine Vier-Tore-Führung in die Pause mitzunehmen.
Die Anfangsphase in der zweiten Hälfte gehörte eindeutig der S3L-Reserve. Binnen sechs Minuten hatten die Hirschbergerinnen den Rückstand egalisiert; die an diesem Abend mit acht Toren treffsicherste Spielerin auf dem Parkett, Tamara Mohr, traf zum 16:16-Ausgleich. In der Folgezeit konnte sich keine der beiden Mannschaften entscheidend absetzen. Zwar konnte die HSG immer wieder vorlegen, doch die Gäste hatten stets die passende Antwort in Form weiterer Treffer parat.
Büntig und Bock machen den Sack zu
Anna Zahn läutete mit ihrem Treffer zum 23:23 – und somit dem erneuten Ausgleich für die S3L – in der 50. Spielminute die Crunch-Time ein. Die an diesem Abend bereits stark parierende Ida Drexler im HSG-Tor legte nun nochmals nach, entschärfte zahlreiche Großchancen der Gäste und ließ in den letzten zehn Spielminuten nur noch einen Gegentreffer per Siebenmeter zu. Der HSG hingegen gelangen vier weitere Treffer: Sophie Büntig und Marlene Bock trafen für die HSG Bergstraße zum viel umjubelten Heimsieg.
Bereits drei Spieltage vor Saisonende hat das junge HSG-Team damit den vierten Platz in der Tabelle sicher. In den verbleibenden Partien gegen den Tabellennachbarn Nußloch II, Schlusslicht Walldorf sowie in Wieblingen geht es nun um die Meisterschaft. Die S3L rangiert mit etwas Abstand und der Ausbeute von 16:16 Punkten aus 16 Spielen weiter auf Rang fünf des Landesliga-Tableaus. cg
HSG Bergstraße: Drexler; Wacker (5), Hutzl, Eckardt, Schmitt (3), Büntig (6), Bock (2), Marx (3), Gärtner (4), Siegel, Rauch (4), La. Falter, Le. Falter.
S3L Handball II: Scheef, Schütz, Voigt; Kling, Weber, Zahn (5), Stein (3), Mohr (8), Seifert (2), Bürgy (3), Baumann (1), Meschke, Florig (2).