S3L macht 520 Fans 42 Vorweihnachtsgeschenke
Der Drittliga-Vierte macht mit dem jetzigen Schlusslicht Korschenbroich kurzen Prozess und schielt weiter auf Platz zwei
Die Drittliga-Handballer der S3L erfüllten im letzten Heimspiel des Jahres 2024 den Weihnachtswunsch ihres Trainers Thorsten Schmid und bescherten ihn, sich selbst und die über 500 Zuschauer mit einem 42:29-Kantersieg gegen den Tabellenvorletzten TV Korschenbroich. Damit bleibt die Mannschaft von Spielmacher Tim Götz einen Spieltag vor Beendigung der Vorrunde mit 20:8 Punkten auf dem vierten Tabellenplatz und hält sich für die Rückrunde alle Optionen offen, um den zweiten Tabellenplatz zu erreichen, der zur Aufstiegsrunde berechtigt.
S3L - Korschenbroich 42:29
S3L: Ullrich, Lacic (ab 48.); Schreiber (2), Mastrocola (6), Meddeb (6), Krämer (6), Schwarzer (4), Seitz (2), Spilger (2/1), Schetters (1), Götz (4), Keller (2), Kessler (7).
Siebenmeter: 1/1 - 3/2.
Zeitstrafen: 2:4 Minuten plus Rote Karte gegen Fritz Bitzel.
Beste Spieler: Meddeb, Krämer - Wolf, Schiffmann.
Zuschauer: 520.
Der Aufsteiger aus Korschenbroich, sechs Kilometer von Mönchengladbach entfernt, rutscht nach der Niederlage auf den letzten Platz ab und muss weiter um den Klassenerhalt kämpfen. Die Einteilung der S3L in die Süd-West-Staffel der 3. Liga machte dieses erstmalige Duell in der Vereinsgeschichte möglich, noch nie gab es ein Spiel gegen diese Mannschaft aus Nordrhein-Westfalen.
Warum das Team von Trainer Frank Berblinger auf einem Abstiegsplatz rangiert, wurde von Beginn an deutlich, phasenweise konnte man von einem Klassenunterschied sprechen. Das Endergebnis mit einer 13-Tore-Differenz entsprach dem Spielverlauf und war auch in dieser Höhe verdient. Die faire Partie mit insgesamt nur drei Zeitstrafen und vier Siebenmetern passte zur vorweihnachtlichen Stimmung, die Unparteiischen Christian Staszak und Christian Walter hatten zu keinem Zeitpunkt Probleme mit der Spielleitung.
Rot für Bitzel
Für den einzigen Ausreißer sorgte ausgerechnet der in Heidelberg geborene ehemalige Kreisläufer des TVG Großsachsen Fritz Bitzel, der für einen Schlag ins Gesicht an Luca Mastrocola in der 51. Minute zurecht die Rote Karte erhielt. Seine Entschuldigung nach dem Spiel des eher unbeholfen anmutenden, statt absichtlichen Foulspiels wirkte glaubhaft. Die Aufregung von Thorsten Schmid über diese Aktion beim Spielstand von 35:25 war wohl auch seiner ohnehin schon langen Verletztenliste geschuldet.
Ansonsten sah der Trainer einen souveränen Start-Ziel-Sieg seiner Jungs, wodurch er auch seiner „zweiten Reihe“ lange Spielanteile einräumte. Adis Lacic im Tor, Simon Spilger auf Rechtsaußen oder die Rückraumspieler Bastian Seitz und Leon Keller bekamen längere Einsatzzeiten, wofür sie sich zusammen mit insgesamt sechs Toren bedankten.
Torschützenkönig des Abends wurde Maximilian Kessler, der Linksaußen traf siebenmal bei neun Wurfversuchen und offenbarte dabei auch einen Schwachpunkt des Gegners. Deren 6:0-Abwehr samt Torhüter Mika Schoolmesters schien in vielen Situationen überfordert, auch gegen die Wurfgewalt eines Yessine Meddeb, Niklas Krämer oder Luca Mastrocola, die alle drei jeweils sechs Treffer zum Sieg beisteuerten.
„Die S3L hat ein paar gute Jungs auf der Platte, dem konnten wir heute wenig entgegensetzten“, war am Ende auch „Gastarbeiter“ Fritz Bitzel realistisch genug, die Niederlage einzuordnen. In seiner Mannschaft konnte über weite Strecken nur der agile Mittelmann Mats Wolf und Linkshänder Hennrik Schiffmann überzeugen.
Über den Spielverlauf 2:2, 8:7, 17:13 setzten sich die Gastgeber bereits bis zur Halbzeit auf 22:15 ab und dieser Vorsprung sollte auch bis zum Ende hin nicht mehr in Gefahr geraten. Nach einem Tempogegenstoßtreffer von Youngster Fabian Schwarzer zum 29:19 war in der 36. Minute zum ersten Mal der Zehn-Tore-Abstand erreicht, der sich gefühlt ohne Probleme bis zum deutlichen Endergebnis hochschaukelte. Dazwischen blieb mit drei sehenswerten „Kempa“-Toren sogar noch Zeit zum Zaubern.
Volker Glock vom S3L-Führungsteam war mit dem Ergebnis ebenfalls zufrieden und freut sich darauf, zusammen mit einem engagierten Team, auch im kommenden Jahr den Zusammenschluss der Spielgemeinschaft weiter zu forcieren. „Es läuft vieles gut an, aber es gibt natürlich auch noch viel zu tun“, so sein Fazit eines ereignisreichen Jahres für Saase3Leutershausen Handball. Am Freitag um 20 Uhr steht für die S3L noch das Derby bei der HLZ Friesenheim/Hochdorf II vor der Weihnachtspause an.
Eine Randnotiz des Abends war die Zuschauerzahl des am Vorabend stattgefundenen Spiels der 3. Liga Nord, zischen dem Spitzenreiter MTV Braunschweig und dem Lokalrivalen TSV Anderten, vor sage und schreibe 4750 Zuschauern.