Handball

Schicksalsspiel für den TSV Birkenau, Topduell in Hemsbach

Der TSV muss im Kellerduell gegen Dossenheim ohne Trainer Florian Sauer auskommen. Und bei der HSG Bergstraße gibt es einen Trainerwechsel

Marian Kleis wird zusammen mit Frank Jöst das Traineramt beim TSV Birkenau ausfüllen. Foto: Fritz Kopetzky
Marian Kleis wird zusammen mit Frank Jöst das Traineramt beim TSV Birkenau ausfüllen.

Noch kein „Do or Die“, aber eine immens wichtige Partie steht den Handballern des TSV Birkenau am Samstag in der Badenliga (19.30 Uhr) gegen die TSG Dossenheim ins Haus. „Es ist sicher nicht der letzte Strohhalm, aber wir müssen diese Partie gewinnen, ansonsten wird es danach sehr, sehr schwer“, beschreibt Trainer Florian Sauer die Lage und ergänzt: „Wir spielen zu Hause, mit Harz, da gibt es keine Ausreden.“

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Mit Blick auf die Tabelle wird deutlich, dass Birkenau als Tabellenletzter gegen den Vorletzten zum Siegen verdammt ist, will man beim Klassenerhalt noch ein Wörtchen mitreden. Der Tabellenkeller ist eng beisammen, zwischen Ettlingen als Tabellenzehnten und dem TSV liegen gerade einmal drei Punkte. Zwei Punkte würden den Schwarzen Falken immens gut tun, auch die Rote Laterne würde man an die Dossenheimer abgeben, die im bisherigen Saisonverlauf in der Fremde gerade mal ein Pünktchen holen konnte. „Wir haben alle Möglichkeiten gegen Dossenheim zu gewinnen, müssen klar im Kopf sein und unser Ding durchziehen“, sagt Sauer. Der Interimstrainer selber wird am Samstag aus privaten Gründen nicht an der Seitenlinie stehen, dafür springen Frank Jöst sowie Marian Kleis ein.

Heddesheim mit Heimspielen

Heddesheim hingegen will seine Tabellenführung in der Liga behaupten und nach der 26:34-Niederlage in Wiesloch wieder zurück in die Erfolgsspur. Gegen die SG Pforzheim/Eutingen II gilt es vor allem in der Defensive wieder an Stabilität zu gewinnen. Anwurf in der Nordbadenhalle ist am Sonntag, 17.30 Uhr.

Die Frauen der SG Heddesheim empfangen als Badenliga-Vierter die nur zwei Punkte schlechter gestellte HSG Walzbachtal und wollen am Sonntag (15.30 Uhr) einen Heimsieg landen. Die Birkenauer Frauen wollen am Sonntag ab 17 Uhr ihren Lauf an der Tabellenspitze auch beim TSV Rot-Malsch fortsetzen.

Andreas Pfrang macht Platz

„Fünf Jahre bei einem Frauenteam, das sind eigentlich schon zwei Jahre zu viel“, lacht Andreas Pfrang (Bild: Marco Schilling), Trainer der HSG Bergstraße. Sein Entschluss nach dieser Runde Raum für frischen Wind zu schaffen, sei schon länger gereift, sagt der HSG-Vorsitzende, der seinen Nachfolger dann auch gleich selbst suchte: Carsten Gärtner, vor seiner Pause in diesem Jahr für die A-Jugend-Handballerinnen der HSG verantwortlich, rückt als „logischer Nachfolger“ nach. Pfrang selbst sucht nach Stationen in Weinheim, Ladenburg, Waldhof und Ilvesheim erst einmal nicht aktiv nach einem neuen Team. Als Vorsitzender des Handballbezirks hat er auch so genug zu tun. Doch zunächst einmal will er die Saison, in der für die Bergsträßerinnen bislang ein ganz starker dritter Tabellenplatz zu Buche steht, bestmöglich abschließen. Am Sonntag um 16 Uhr geht es für die HSG nach Rot-Malsch. „Ein sehr unbequemer Gegner, das wird für meine junge Truppe nicht einfach.“

Für Andreas Pfrang, hier umgeben von Jana Laumann (rechts) und Mara Fettel (links), ist nach der Saison als Trainer der HSG Bergstraße Schluss. Foto: Marco Schilling
Für Andreas Pfrang, hier umgeben von Jana Laumann (rechts) und Mara Fettel (links), ist nach der Saison als Trainer der HSG Bergstraße Schluss.

Spitzenspiel in Hemsbach

Showdown in der Landesliga und auch ein Vorentscheid in Sachen Meisterschaft? Im Duell Hemsbach (25:9 Punkte) gegen Königshofen/Sachsenflur (24:8) am Samstag (19.30 Uhr) können sich zumindest die Gäste mit einem Sieg in der sicher gut gefüllten und stimmungsvollen Hans-Michel-Halle einen Drei-Punkte Vorsprung auf Hemsbach herausarbeiten. Mit Schriesheim (23:9) und Heidelberg-Leimen (22:8, die am Samstag in Weinheim gastieren) sind allerdings zwei weitere Teams im Titelrennen.

Hemsbach will seine gute Form mit vier Siegen in Folge bestätigen. „Natürlich wollen wir da oben bleiben. Der Aufstieg wäre ein Traum“, sagt TVH-Trainer Jozef Bokol. „Und wir wollen der Stadt Hemsbach auf sportlichem Weg zeigen, wie wichtig der Erhalt der Hans-Michel-Halle für den Handball in Hemsbach ist“, sagt Bertram Pauli, 2. Vorsitzender des Hauptvereins. Die Michel-Halle scheint für die Stadt ein nicht bezahlbares Auslaufmodell zu sein, stattdessen sollen die BIZ-Hallen wohl mit Tribünen versehen werden.

Garant für die Erfolgswelle ist vor allem die Defensive: Mit durchschnittlich 24,6 Gegentoren stellt Hemsbach die beste Abwehr der Liga. Ein Faktor, der auch gegen Königshofen wieder zum Tragen kommen soll. Das Hinspiel entschied die Mannschaft von Jozef Bokol 31:24 für sich.

Teufel wollen durchziehen

Hirschberg. Die Roten Teufel erwarten am kommenden Samstag den HC Erlangen II in der Heinrich-Beck Halle. Es ist das erste Nachholspiel gegen Erlangen und eigentlich passt es Thorsten Schmid nicht so gut in den Kram. „Eine kleine Pause hätte uns jetzt ganz gutgetan“, sagt der Trainer der SG Leutershausen. Zumal einige Spieler gesundheitlich etwas angeschlagen sind und noch nicht sicher ist, ob am Samstag alle mit dabei sein können. Ursprünglich war die Partie für Anfang des Jahres geplant gewesen, musste dann aber verlegt werden.

SGL-Keeper Sebastian Ullrich war zuletzt wieder ein Garant für den Erfolg der SG Leutershausen. Auch am Samstag soll die Abwehr der Teufel wieder den Grundstein für einen Heimsieg gegen Erlangen legen. Foto: Marco Schilling
SGL-Keeper Sebastian Ullrich war zuletzt wieder ein Garant für den Erfolg der SG Leutershausen. Auch am Samstag soll die Abwehr der Teufel wieder den Grundstein für einen Heimsieg gegen Erlangen legen.

„Wir müssen alle Kräfte bündeln und ganz konzentriert am Ball bleiben“, sagt Schmid. Mit der U 23 des HC Erlangen kommt eine ganz junge und spielstarke Mannschaft nach Leutershausen. „Da sind viele Talente dabei, die sind sehr engagiert und wollen natürlich auch alle irgendwann nach oben und in der 1. Bundesliga mitspielen.“ Da spielt die erste Mannschaft des Handballclubs. Die ehrgeizigen Jungs werden unterstützt von dem einen oder anderen Spieler, der bereits Erstliga-Erfahrungen gesammelt hat. „Die ergänzen die junge Garde sehr gut. Und das macht dieses Heimspiel zu einer ganz großen Herausforderung.“

Bei einem Sieg könnte die SGL am VfL Pfullingen vorbeiziehen und auf den dritten Tabellenplatz kommen. Aber das sieht Thorsten Schmid eher gelassen: „Die Runde ist noch lang und theoretisch hätten wir die Power, um viele Spiele zu gewinnen.“ Wichtig ist ihm jetzt erst einmal, bis Ostern keine Niederlage zu kassieren. Dann habe man ein gutes Polster, um sich nach den Osterferien auf die Spitzenteams der 3. Liga Süd zu konzentrieren. Unter anderem kommt Mitte April auch Tabellenführer Konstanz in die Heinrich Beck-Halle. Die Spielpause wird ohnehin für die Teufel etwas kürzer, da am 30. März bereits das zweite Nachholspiel gegen Erlangen ansteht.

Doch das ist Zukunftsmusik, jetzt gilt es erst einmal, die Fans am Samstag mit einem Heimsieg zu begeistern. „Wir hoffen natürlich wieder auf ganz viel Unterstützung von der Tribüne“, sagt Schmid. Gäste vom TVG Großsachsen mit Dauerkarte haben freien Eintritt. Anwurf in der Heinrich-Beck Halle ist morgen um 19.30 Uhr.

Schwierige Aufgabe für den TVG

Der TVG Großsachsen hat momentan einen Lauf. Nach dem deutlichen Sieg in Herrenberg, folgte der verdiente, wenn auch hart erkämpfte Heimsieg gegen TuS Schutterwald. TVG-Trainer Stefan Pohl ist mit dem Start in die Nichtabstiegsrunde zufrieden, warnt aber auch davor, es sich schon zu „bequem“ zu machen. Der TVG will unter die Top zwei der Tabelle – und dafür wäre ein Sieg am Sonntag beim TSB Schwäbisch-Gmünd wichtig. Das Team aus dem Remstal ist vor zwei Wochen mit einem knappen Sieg gegen die TSG Söflingen in die Abstiegsrunde gestartet. Beim TSV Blaustein sah es bis zum 24:18 in der 40. Minute nach Sieg Nummer zwei aus, ehe man dann mit 30:34 den Kürzeren zog.

Dementsprechend genervt war TSB-Trainer Michael Stettner: „Es kann nicht sein, dass wir uns mit Anpfiff der zweiten Halbzeit nicht mehr an unseren Matchplan halten. Da erwarte ich so langsam, dass der nächste Schritt von den Jungs kommt.“ Die Gastgeber sind gegen den TVG also motiviert. Momentan haben die Saasemer vier Punkte Vorsprung auf den TSB, mit einem Sieg würde man sich deutlich absetzen, bei einer Niederlage hat man die Württemberger wieder im Nacken.

Stefan Pohl rechnet mit einem schweren Gang: „Der TSB ist sehr heimstark und geht ein hohes Tempo, was wir in der letzten Saison bei der 31:39-Niederlage bitter erfahren mussten. Mit Nicola Rascher und Tom Abt haben sie zwei überragende 1:1-Spieler. Wir sind gut drauf, dürfen aber nicht nachlassen, das wird ein ganz hartes Stück Arbeit.“ Der ungewohnte und ungeliebte Termin am Sonntagabend tut für den TVG noch sein Übriges. Doch wenn das Team so auftritt, wie in Herrenberg muss den heimischen Fans nicht bange sein. feh/hm/fs/AT