Handball

Birkenau braucht ein kleines Wunder

Kann der TSV den Tabellenführer SG Heddesheim in Bedrängnis bringen? Die Rollen sind eindeutig verteilt

Majirsky Jakub (Archivbild) wechselt das Trikot: Statt bei der HSG Weschnitztal geht der Linkshänder nun für den TSV Birkenau auf Torejagd. Foto: Gian-Luca Heiser
Majirsky Jakub (Archivbild) wechselt das Trikot: Statt bei der HSG Weschnitztal geht der Linkshänder nun für den TSV Birkenau auf Torejagd.

Mit einem 28:28-Remis in Knielingen haben sich die Handballer des TSV Birkenau in der Badenliga zurückgemeldet und ein Lebenszeichen im Abstiegskampf gesendet. „Am Ende müssen wir glücklich über den Punkt sein. Insgesamt haben wir zu viel liegen gelassen“, sagte Trainer Florian Sauer, der mit dem Auftreten seiner Mannen durchaus zufrieden war: „Die Mannschaft hat die Dinge gut umgesetzt, wir haben die Struktur gehalten und wollen daran jetzt anknüpfen.“

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Mit der SG Heddesheim gibt kein Geringerer als der Tabellenführer seine Visitenkarte am morgigen Samstag (19.30 Uhr) in der Langenberghalle ab. Die Rollen sind klar verteilt, Heddesheim strotzt nach sieben Siegen in Serie nur so vor Selbstvertrauen. „Wir haben mit Sicherheit die besser besetzte Mannschaft, sind auch in der Breite besser aufgestellt. Das alle nützt aber wenig, wenn wir die falsche Einstellung an den Tag legen und denken, dass die Partie ein Selbstläufer wird“, sagt SGH-Trainer Frank Schmitt.

Sauer sieht eine Chance

Schmitt warnt eindringlich vor der Qualität des Gastgebers, die er deutlich weiter oben in der Tabelle erwartet hätte. Sein Gegenüber Sauer baut in seinem ersten Heimspiel als TSV-Trainer vor allem auf die Komponente Derby: „Wir haben nichts zu verlieren und genau diese Chance wollen wir als klarer Außenseiter nutzen, Heddesheim vor Aufgaben stellen und vor allem über eine gute Abwehr kommen.“ Personell fehlt den Birkenauern Jan Sauer aus privaten Gründen, dafür wird erstmals Jakub Majirsk (kam von der HSG Weschnitztal) für die Schwarzen Falken auflaufen.

Acht Spiele haben die Frauen des TSV Birkenau in der Badenliga noch zu bestreiten. Und natürlich wollen sie den ersten Tabellenplatz verteidigen. Das Erreichen des Aufstiegsspiels hat die Mannschaft der Trainer Schäfer/Hofmann in eigener Hand. Soll das so bleiben, darf sich der TSV keinen Patzer erlauben. Am Samstag um 17.30 Uhr soll gegen den TB Brühl der nächste Heimsieg gelingen.

Routine gegen jugendliche Leichtigkeit: hier eine Anzahl „von Mamis, deren Priorität nicht immer der Handball ist“, dort eine junge, dynamische Mannschaft, die einfach rennen möchte. Im Duell zwischen der HG Saase II und der HSG Bergstraße in der Landesliga der Frauen könnten die Unterschiede nicht größer sein. Dennoch erwartet Andreas Pfrang, Trainer des Tabellendritten Bergstraße, anders als beim 37:27 im Hinspiel am kommenden Samstag (17.30 Uhr) ein Duell auf Augenhöhe. „Wir spielen mit Harz, zudem ist Großsachsen im Aufwind. Sie haben eine sehr gute individuelle Qualität und viel Erfahrung“, sagt Pfrang und ergänzt: „Ich erwarte ein völlig anderes Spiel, Ausgang offen.“ Als Dritter liegt die HSG nach Minuspunkten gleichauf mit Tabellenführer TV Handschuhsheim (22:6), als Favorit sieht Pfrang allerdings die HG Oftersheim/Schwetzingen II (20:8), die „unbedingt aufsteigen wollen und Spielerinnen aus der Oberligamannschaft runterziehen können.“

Erfahrung gegen junge Wilde

Aber auch die Damen von der Bergstraße würden zu einem Aufstieg nicht Nein sagen, nach der zuletzt erlittenen 23:27-Heimniederlage gegen Eppelheim gilt der Fokus nun aber erst mal dem Derby gegen Großsachsen. Pfrang muss dabei auf seine erste Torfrau Ida Drexler verzichten. Bei der HG Saase dagegen hofft man bis auf die Langzeitverletzten Steffi Meschke, Elena Schlag sowie Mara Trunk seinen kompletten Kader aufbieten kann.

„Wir haben viele Spielerinnen, die bereits höher gespielt haben. Und diese Erfahrung wollen wir auch am Samstag aufs Feld bekommen“, sagt Spielertrainerin Lisa Stein. Mit dem bisherigen Saisonverlauf ist Stein alles andere als zufrieden: „Wir schlagen uns oft selber, auch weil wir in jedem Spiel in unterschiedlichen Besetzungen auflaufen. Das Potenzial für mehr ist da.“ Derzeit rangiert Saase auf Platz sechs, aus den letzten sechs Partien musste man lediglich in der Partie gegen den kommenden Gegner eine Niederlage einstecken. Zeit also für eine Revanche.

Will der TVG Großsachsen II in der Herren-Verbandsliga die Chancen auf den Ligaverbleib offen halten, muss die Mannschaft von Trainer Herbert Fath langsam aber sicher anfangen zu punkten. In Rintheim wird das am Samstag ab 20 Uhr schwer, aber nicht unmöglich.

TV Hemsbach lauert

Nach der verdienten 30:35-Niederlage mit einer sehr dürftigen Abwehr-, aber einer noch schwächeren Angriffsleistung hat der TV Schriesheim die Tabellenspitze an die HG Königshofen/Sachsenflur abgegeben. Aus eigener Kraft kann der TVS den Aufstieg nun nicht mehr erreichen und muss auf einen Patzer des neuen Spitzenreiters hoffen.

Der TV Hemsbach lauert auf Rang drei und will die Michel-Halle auch am Samstag ab 19.30 Uhr gegen Mosbach zur Festung machen. Schlusslicht TSV Birkenau II wartet weiter auf den zweiten Saisonsieg und muss in Ketsch ran. Und Weinheim/Oberflockenbach braucht in der TSG-Halle unbedingt einen Heimsieg gegen die ebenfalls noch gefährdeten Handball Wölfe aus Plankstadt.