TSV Birkenau lässt sich nicht provozieren
TSV-Frauen feiern gegen Hohenacker-Neustadt, allerdings mit Nebengeräuschen.Trainerin Leinert spricht von Grenzüberschreitung des Gegners.
Birkenau. Die Oberliga-Handballerinnen des TSV Birkenau stellten beim ungefährdeten Heimsieg gegen den SV Hohenacker-Neustadt von Beginn an ihre Dominanz unter Beweis und ließ sich auch durch Provokationen von der Tribüne nicht aus der Ruhe bringen. Gleichzeitig feierte Mariella Schütz ein gelungenes Debüt vor heimischem Publikum.
Mit Blick auf das Hinspiel, das die Birkenauerinnen knapp mit 25:23 für sich entscheiden konnten, war klar, dass die Gäste auf Revanche aus sein würden. Doch früh zeigte sich, dass der TSV an diesem Abend nichts anbrennen lassen wollte. Eine kompakte und aggressive Abwehrarbeit legte den Grundstein, auch wenn im Angriff zunächst noch etwas Pech im Abschluss hinzukam. Linn Gutsche brachte ihr Team mit drei Treffern in Folge mit 3:1 in Front, ehe Jacqueline Tines per Gegenstoß und sehenswertem Heber auf 4:1 erhöhte. In der 11. Minute kam Mariella Schütz zu ihrem ersten Einsatz für die Birkenauerinnen – und traf direkt mit ihrem ersten Ballkontakt zum 5:1. Die Gäste fanden weiterhin kein Mittel gegen die starke TSV-Abwehr und sahen sich früh zu einer Auszeit gezwungen – ohne Erfolg. Der 7:0-Lauf der Hausherrinnen, abgeschlossen durch Treffer von Tines und Schütz, sorgte früh für klare Verhältnisse.
Schiris lassen sich anstecken
Torhüterin Johanna Meyer erwischte – wie schon so oft in dieser Saison – einen Sahnetag und musste erst in der 16. Minute den zweiten Gegentreffer hinnehmen. Bis zur 26. Spielminute hatte sich der TSV bereits eine komfortable 12:5-Führung erspielt. Mit 13:8 ging es in die Halbzeitpause. Der Spielverlauf sorgte bereits Mitte der ersten Hälfte für zunehmenden Frust im Gästeblock, der sich lautstark bemerkbar machte und eine hitzige Atmosphäre erzeugte. Ein Eingreifen war notwendig, um die Situation zu beruhigen.
Nach der Pause knüpften die Gastgeberinnen zunächst nahtlos an ihre starke Leistung an. Besonders Alexa Becker übernahm Verantwortung und traf bis zum 20:10 (38.) gleich viermal. Doch die aufgeheizte Stimmung von den Rängen schien sich zunehmend auf das Spiel zu übertragen. Das Schiedsrichtergespann wirkte davon nicht unbeeindruckt und traf mehrere schwer nachvollziehbare Entscheidungen. Beim Stand von 23:13 (41.) geriet der TSV in doppelte Unterzahl, was die Gäste nutzten, um auf 23:15 zu verkürzen.
Es folgte eine umstrittene glatt Rote Karte gegen Josi Leinert sowie eine weitere Zeitstrafe gegen Birkenau. Trainerin Katharina Leinert reagierte beim Stand von 23:17 mit einer Auszeit, um die Wogen zu glätten. Kaum war das Spiel wieder angepfiffen verhängte das Schiedsrichterduo erneut eine Zeitstrafe gegen den TSV und entschied auf Siebenmeter. Meyer parierte den fälligen Strafwurf, und Harbarth traf noch in Unterzahl für den TSV. In der Schlussphase sorgten Schütz und Becker mit ihren Treffern zum 27:20 für die endgültige Entscheidung.
Am Ende stand ein verdienter Sieg in einer intensiven und zwischenzeitlich hitzigen Partie, die leider auch von unschönen Szenen abseits des Spielfelds geprägt war. Der Freude über die starke Leistung tat dies jedoch keinen Abbruch. Mariella Schütz feierte einen gelungenen Einstand: Wie Alexa Becker und Linn Gutsche war sie mit fünf Treffern erfolgreich und überzeugte zudem mit stabiler Abwehrarbeit.
Gast überschreitet Grenzen
„Ich bin heute einfach nur glücklich über die zwei Punkte. Die Partie hat uns, wie erwartet, mental und physisch alles abverlangt. Wie wir das über weite Strecken weggearbeitet und bei uns geblieben sind, war schon sehr gut. Dass die Gäste mit allen Mitteln versuchen, uns zu bezwingen, ist nachvollziehbar. Allerdings wurden hier auch Grenzen überschritten, die wir so in unserer Sportart und Halle nicht akzeptieren. Kompliment an meine Mannschaft, wie sie das weggesteckt haben und mit einer Mannschaftsleistung auf dem Feld Paroli geboten haben“, sagte Trainerin Katharina Leinert. Der TSV untermauert mit diesem Erfolg seine Ambitionen auf den Relegationsplatz. pb
TSV Birkenau: Meyer, Bussek; Becker (5), Gutsche (5), Schütz (5), Leinert (4), Rajic (4), Havemann (2), Tines (2), Harbarth (1), Falter, Hanke, Hassel, Knapp, Knogler, Pfisterer.