TV Hemsbach muss in der neuen Saison kreativ sein
Die derzeitige Personenbegrenzung in der Michel-Halle zwingt den Landesligisten zur Improvisation. Die wird auch von Trainer Jozef Bokol gefordert.
Dass dem TV Hemsbach eine spannende Saison bevorsteht, liegt nicht nur an der interessanten Konstellation mit gleich fünf Bergstraßen-Vereinen in der Landesliga. Bis die Brandschutzbestimmungen in der Hans-Michel-Halle, die zunächst einmal Maßnahmen einer Notbeleuchtung und aller Voraussicht nach auch eine Brandschutzwache der Feuerwehr nach sich ziehen, durchgesetzt sind, dürfen sich in der Hans-Michel-Halle nur 200 Personen gleichzeitig aufhalten. Ganz bitter für den Verein, der sich so auf die Derbyliga gefreut hatte.
Livestream statt Derby-Feeling
„Damit wollten wir bei den Fans eigentlich auf Werbetour gehen. Jetzt müssen wir alle Gästeteams anschreiben, dass ihnen nur ein kleines Kontingent an Fans zusteht. Vor allem beim Eröffnungsderby gegen den TV Schriesheim und die HSG Weinheim/Oberflockenbach, die noch in diesem Kalenderjahr stattfinden, trifft uns die Zuschauerbegrenzung hart“, sagt Handball-Abteilungsleiter Eric Ferber, der hofft, dass die notwendigen Arbeiten in der Halle bis zur Rückrunde beendet sind und die Zuschauerbegrenzung dann aufgehoben werden kann.
Der TVH will nun das Beste daraus machen und ein Mittel aus der Corona-Pandemie einsetzen: den kommentierten Livestream bei den Hinrunden-Heimspielen aus der Halle auf dem Online-Kanal Twitch. „Das hat gut funktioniert, da hatten wir damals so um die 150 Zugriffe. Aber weh tut uns das natürlich trotzdem.“
Keine Überschneidung von Spielen
Und das ist nicht alles, was zu beachten ist. Bislang spielte die erste Herrenmannschaft vor der zweiten, sodass nicht eingesetzte Spieler des Landesligateams dann in der Bezirksliga aushelfen konnten. Da es jetzt aufgrund der Personenbegrenzung zu keiner Überschneidung von Spielen kommen darf, funktioniert dieses Konzept nicht mehr.
TV Hemsbach 2023/24:
- Zugänge: Lars Häußer (HSG Weinheim/Oberflockenbach), Rion Lather (TVG Großsachsen), Lukas Kessler, Fabian Stahl (beide SV Waldhof), Eric Groß (TSV Birkenau).
- Abgänge: Daniel Leide, Christian Bähr (beide Karriereende).
- Der Kader: Tor: Lars Grotelüschen, Luca Roll, Lukas Kessler; Kreis: Jens Wiltz, Cohn Brückmann; Rückraum: Alexander Zschätzsch, Daniel Stempfle, Fabian Stahl, Felix Prisslinger, Jannis König, Marcel Heide, Timo Volk; Außen: Rion Lather, Lars Häußer, Fritz Fröhlich, Bastian Drost, Patrick Bauer, Eric Groß.
- Trainer: Jozef Bokol, Torwarttrainer: Juraj Pekar, Fitnesstrainer: Marcel Heide.
- Saisonziel: oben mitspielen.
- Favoriten: TV Schriesheim, Königshofen, Dittigheim/TBB.
Die Landesliga-Herren spielen wieder samstags um 19.30 Uhr, die Ib deutlich früher. Das Gerhard-Trautmann-Gedächtnisturnier im Januar wurde ebenso vorsorglich abgesagt, wie das Minihandball-Spielfest. Es ist ein Puzzlespiel. „Eins, das wirklich Ressourcen frisst.“
Und dennoch: Bei aller Organisation wird tatsächlich auch Handball spielt. Trainer Jozef Bokol ist von der sportlichen Vorbereitung auf die am 23. September mit dem Heimspiel gegen Titelkandidat TV Schriesheim startende Saison, aber vor allem von seiner Mannschaft, angetan. „Das sind alle tolle Persönlichkeiten, da hat keiner drei Geburtstage der Oma im Jahr. Das sind wirklich Kameraden, die respektvoll miteinander umgehen und sich auch privat treffen. Dieser Zusammenhalt ist unsere Stärke, darauf müssen wir aufbauen.“
Herausforderung für alle
Mannschaft und Vorstand wollen vorne mitspielen, Bokol natürlich auch. Allerdings ist vom Coach Kreativität gefragt. Denn nach dem Karriereende von Daniel Leide und Christian Bähr, der künftig Trainer der zweiten Mannschaft wird, fehlt es vor allem im Rückraum an Alternativen. Daniel Stempfle ist nach seinem Kreuzbandriss noch nicht wieder einsatzfähig, sodass das Training bisher mit nur drei, maximal vier Rückraumspielern stattfindet.
„Die Herausforderung wird sein, die Mannschaft so zu stellen, dass wir ansehnlichen Handball spielen und einzelne Akteure nicht überbelasten. Ich werde viel improvisieren müssen und dabei kann auch ich mich entwickeln“, sagt Bokol, dem seine Mannschaft „extrem ans Herz gewachsen ist.“
Und weil er weiß, wie die Jungs ticken, hat er in den Kerwezeiten auch keine Testspiele mehr ausgemacht. „Den Fehler mache ich nicht noch einmal“, lacht der 35-Jährige.