TVG Großsachsen II: "Die gesamte Saison ist ein Prozess"
Die Reserve des Oberligisten steht in der Verbandsliga vor einer schweren Spielzeit. Nach dem großen Umbruch im Kader gilt es zunächst, zueinander zu finden.
Unter dem Motto „Jugend forscht“ greifen die Handballer des TV Großsachsen II in der Verbandsliga nach dem Klassenerhalt und sind dabei in der A-Jugend der SG Leutershausen fündig geworden. Mit Torhüter Magnus Fuhrer, Finn Sander (Linksaußen), Frederik Schmitt (Rückraum Mitte) sowie Benedict Grössl (Kreis) wechseln vier „hochtalentierte“ Spieler zum TVG, um sich im Seniorenbereich weiter zu entwickeln.
Trainer Herbert Fath bescheinigt allen Neuzugängen „ein großes Potenzial und eine gute Ausbildung“, findet aber auch mahnende Worte: „Die Generation Jugend heute kennt oftmals nur den Weg nach vorne, vergisst dabei aber, dass das Abwehrspiel elementar ist“, so Fath.
Fokus liegt auf der Defensive
Entsprechend lag der Fokus in der Vorbereitung auf dem Defensivverhalten. „Es heißt nicht umsonst Abwehr entscheidet Meisterschaften, in unserem Fall entscheidet sie über einen möglichen Klassenerhalt“, sagt Fath und ergänzt: „Uns ist bewusst, dass das ein Prozess ist. Wichtig ist, dass die Spieler wollen“, erwartet der 65-Jährige eine entsprechende Leidenschaft für das Abwehrspiel.
TVG Großsachsen II 2023/24:
- Kader: Tor: Kevin Mzyk, Magnus Fuhrer, Nicole Patermann; Außen: Finn Sander, Dominik Götz, Tim Lochbühler, Lars Arendt; Rückraum: Marc Homes, Jannis Neuner, Laurenz Keil, Fabian Joerchel; Frederik Schmitt, Jens Arendt; Kreis: Benedict Grössl, Sebastian Joerchel.
- Perspektivkader: Samuel Azar (Rückraum), David Kaulen (RM), Philip Maier (KM/RA).
- Neuzugänge: Magnus Fuhrer, Finn Sander, Frederik Schmitt, Benedict Grössl (alle SG Leutershausen A-Jugend), Dominik Götz (SV Waldhof Mannheim).
- Abgänge: Andreas Mixdorf, Maximilian Albrecht (beide Karriereende) Yannik Reidnebach (1. Mannschaft), Marcel Schindler (TSV Viernheim).
- Trainer: Herbert Fath (65).
- Saisonziel: Klassenerhalt.
- Meisterschaftsfavoriten: TSV Rintheim, SG Nußloch.
Nach den Abgängen der erfahrenen Andreas Mixdorf und Maximilian Albrecht kann der Übungsleiter die Situation realistisch einschätzen und weiß, dass viele Rädchen ineinandergreifen müssen, um am Ende „zwei, drei Teams hinter sich zu lassen.“
Zeit und Raum zur Entwicklung
Fath erwartet bei aller Jugendlichkeit und Unbekümmertheit die richtige Mentalität seiner Mannschaft: „Die gesamte Saison ist ein Prozess. Die Spieler müssen die Bereitschaft an den Tag legen, lernen zu wollen und Abstiegskampf richtig anzunehmen.“
Auf dem Weg zum angestrebten Klassenerhalt ist dem 65-Jährigen bewusst, dass seine Mannschaft Raum und Zeit braucht, um sich zu entwickeln. Jens Arendt, Tim Lochbühler und Marc Hommes sollen das junge Team, dessen fünfter Neuzugang Dominik Götz (SV Waldhof Mannheim) ist, anführen.
Testspiele bringen Problemzonen zum Vorschein
Mit der Vorbereitung auf die anstehende Spielzeit, die am 23. September (19.30 Uhr) mit einem Heimspiel gegen den TV Eppelheim beginnt, ist Fath durchaus zufrieden, auch wenn aufgrund von Urlaubszeit der komplette Kader nur selten zur Verfügung stand. Die Testspiele, unter anderem gegen den TSV Birkenau, brachten die Problemzonen des TVG II deutlich zum Vorschein: Vorne hui, hinten pfui.
„Wir wissen, dass wir die Abwehrproblematik schleunigst in den Griff bekommen müssen. Bis zum Saisonstart erhoffe ich mir weitere Fortschritte“, so Fath. Für das große Ziel Klassenerhalt hat Fath bei bis zu drei wöchentlichen Einheiten auf eine längere Pause verzichtet.
Die jungen Wilden wollen sich in einer „extrem schweren“ Verbandsliga behaupten, mit hartem Abwehrspiel und einer gewissen jugendlichen Leichtigkeit.