In weitem Bogen um den Marbach-Stausee
Die knapp 13 Kilometer führen durch Wald, vorbei an Windrädern und an schönen Ausblicken vorbei zu interessanten Einkehrmöglichkeiten
Eine abwechslungsreiche Runde erwartet uns in einer der schönsten Wanderzeiten zum Herbstbeginn. Wir erlaufen die Gegend um den Marbach Stausee, wo nach dem Indie-Festival Sound of the Forest und dem Ende der Badesaison wieder Ruhe einkehrt, ist.
Wir starten die knapp 13 Kilometer lange Runde an einem der Parkplätze des 22 Hektar großen Sees, dessen tiefsten Stelle etwas über 8 Meter tief ist. Ursprünglich bis 1982 zum Hochwasserschutz angelegt, dient das Staubecken im hessischen Odenwaldkreis seit Langem auch als Erholungsgebiet. Der See an der B 460 wird vom Marbach und zwei weiteren Bächen gespeist. Über den 150 Meter langen, neun Meter breiten und 80 Meter hohen Staudamm führt eine Brücke bis zu einem Parkplatz am Wasserkraftwerk.
Marbach-Stausee - Hüttenthal
Länge und Dauer: 12,9 Kilometer (reine Gehzeit 3:30 Stunden), Variante kurz: 8,8 km (190/180, 2:30), lang über Elsbach, Günterfürst, Ebersberg: 19,6 km (400/380, 5:30).
Höhenmeter: 250 bergauf, 260 bergab; höchster Punkt 430, tiefster 270 Meter
Schwierigkeitsgrad: mittel
Wegbeschaffenheit: überwiegend Wald- und Feldwege
Wegmarkierung: Blaues Kreuz, Rotes N des Nibelungensteigs
Joggbar: ja
Kinderwagen: nein
Rastmöglichkeiten: Bänke, Molkerei Hüttenthal
Startpunkt: Parkplatz Marbach-Stausee
Haltestelle: Marbach Stausee oder Hüttenthal Molkerei
Einkehrmöglichkeiten: Baumgarten am Haisterbacher Hof, Molkerei Hüttenthal, Café Marbachtal.
Wanderkarte: Geopark-Karte Nr. 10, Oberzent
Komoot-App: bit.ly/3XUIIZb (WNOZ.Marbach), kurze Variante: bit.ly/3XVgNZ9, lange Variante: bit.ly/4eyrQ00
Den Stausee heben wir uns als Ziel auf und laufen unsere Runde immer dem Blauen Kreuz folgend zunächst hinauf in den Wald. Gleich auf dem ersten Kilometer erreichen wir auf einem kleinen Waldpfad mit zehn Prozent auch die höchste Steigung, ehe es nach zwei Kilometern Wegstrecke wieder hinaus auf die Felder und auf die Hohe Straße geht, die auch gern von Radwanderern genutzt wird. Die so ausgeschilderte Radstrecke verläuft aussichtsreich von Höchst-Hassenroth bis zur Staumauer des Marbach-Stausees. Nach zweieinhalb Kilometern erreichen wir eine Kreuzung mit Bank und schönem Blick auf Haisterbach. Dort ist auch schon die erste Einkehrmöglichkeit ausgeschildert: der Biergarten im Baumgarten von Haisterbach, durchaus einen Abstecher wert.
Zwischenstopp in der Molkerei
Wir biegen aber links ab und folgen dem Blauen Kreuz über den Geisberg, wo wir direkt unter den rauschenden Windrädern durch den Wald laufen. Eine gewaltige Erfahrung. Nach fünfeinhalb Kilometern biegen wir links ab und machen uns, jetzt dem roten N des Nibelungensteigs folgend, wieder auf den Rückweg bergab Richtung Hüttenthal, auf das man am Waldrand gehend immer wieder einen Blick erhascht. Nach achteinhalb Kilometern ist der tiefste Punkt der Strecke, vorbei am Café Marbachtal, an der Molkerei Hüttenthal erreicht.
In einem kleinen Hofladen sind die regionalen Milch-Produkte der Privatmolkerei zu erstehen, nette Sitzgelegenheiten laden zur Rast ein. Sollte der Hofladen (wie sonntags) geschlossen sein, bieten auch Automaten im Außenbereich Getränke, Eis, Milch- und Käseprodukte für den inzwischen doch hungrigen Wanderer – der Odenwälder Handkäs kommt gerade rechtzeitig vor dem letzten, ein Kilometer langen Anstieg. Der führt vorbei an Pferdekoppeln und Kuhweiden mit dem Blick zurück auf Hüttenthal und die Windräder. Auf den letzten Kilometern geht es nun bergab durch den Wald, der den Marbach-Stausee säumt. Durch die Bäume hindurch ist das Wasser jetzt zu erspähen. An der Uferpromenade angekommen, schlendern wir noch ein wenig am See entlang, beobachten einen einsamen Windsurfer, ehe es über den Parkplatz und die Staumauer zurück zum Ausgangspunkt der Wanderung geht.
Hinweis
Unsere Wandertipps sind Momentaufnahmen. Der Wald lebt. Ab und zu können Wegzeichen der ehrenamtlichen Wegmarkierer fehlen. Eine Wanderkarte oder die vor Wanderantritt offline aufs Handy geladene Komoot-Tour sorgen für Sicherheit.
Es gibt auch eine kürzere Variante, der Windräder und Hohe Straße auslässt (in der Karte gestrichelt). Unser Wanderexperte Peter Niklaus rät den Sportlichen zur ganz langen Tour (nicht auf der Karte, aber in Komoot unter WNOZ.Marbach_lang zu finden). Die knapp 20 Kilometer über Günterfürst, Lauerbach und Elsbach (blauer Punkt, rotes Dreieck, umgekehrtes gelbes T und Nibelungensteig) bieten natürlich einiges mehr an Odenwald.