Anonyme Aktion

2.400 Mal kostenlos ins Freibad - «Das fand ich rührend»

Eine Spendenaktion, die Wellen schlägt: Dank eines Spenders kommen Kindern in den Ferien kostenlos ins Freibad. Letztlich braucht er dafür weniger Geld als gedacht – aber schon Pläne für den Rest.

Den Sprung ins kalte Nass wollte der Spender mehr Kindern und Jugendlichen ermöglichen. (Symbolbild) Foto: Thomas Warnack/dpa
Den Sprung ins kalte Nass wollte der Spender mehr Kindern und Jugendlichen ermöglichen. (Symbolbild)

Schwalmstadt (dpa) - Der anonyme Spender aus Schwalmstadt hat in den Sommerferien Jugendlichen und Kindern 2.400 Mal den kostenlosen Eintritt in das örtliche Freibad ermöglicht. Von seinen ursprünglich 5.000 bei der nordhessischen Stadt hinterlegten Euro seien 2.400 Euro benötigt worden, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. «Die restlichen 2.600, die die mir dann zurücküberwiesen haben, die spende ich eben für andere Zwecke.» 

Er denke da an Organisationen wie die Christoffel-Blindenmission und die SOS-Kinderdörfer. «Denn die Kinder dieser Welt, die haben ja eigentlich an den Kriegen, die die Erwachsenen ausbrechen lassen, am wenigsten Schuld und müssen am meisten leiden», sagt er. «Und dann kann man das da noch ein bisschen unterstützen.»

«Ich brauche das Geld nicht»

Dass seine Spendenaktion «solche Wellen geschlagen» habe, habe ihn sehr gewundert aber auch sehr erfreut, sagt der Spender, der anonym bleiben möchte. «Ich habe gehört, dass in anderen Städten auch andere Leute gesagt haben, sie machen das auch.» Das habe ihn natürlich schon gefreut.

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Spenden ist für ihn aber nichts Neues, sagt er. «Immer wenn ich einem Autounfall entkommen bin und irgendwelche Ungeschicke, Unfälle» glimpflich ausgegangen seien, «dann bedanke ich mich bei meinem Schutzengel» – und dann spende er jedes Mal 200 Euro. «Ich habe eine gute Altersversicherung und ich brauche das Geld nicht alles. Und meine Kinder sind gut versorgt.»

Wein, Gedicht und viel Dankbarkeit

Er sei bei einer seiner vielen Schwimmrunden von einer Schülergruppe angesprochen worden. «Da hatte einer ein Blatt in der Hand, da stand ganz groß aus "Danke" und ringsum waren Namen eingetragen», erzählt er. Alle hätten ihm die Hand geben wollen. «Das fand ich schon ganz rührend.» Auch sei etwa ein Brief mit einem Gedicht und auch mal eine Flasche Wein für ihn im Schwimmbad abgegeben worden.

Wenn man ihn nach den Beweggründen für seine Spende fragt, wird er politisch. Er sei unheimlich dankbar, dass er «so viele Jahrzehnte hier in Europa in Frieden gelebt» habe, sagt er. Er wolle sich vor allem bei dem früheren französischen Außenminister Robert Schumann bedanken, sagt er. Denn die europäische Einigung sei seiner Ansicht nach letztlich der wirkliche Grund dafür, dass es in Westeuropa lange keinen Krieg gegeben habe. 

«Wenn ich mal Millionär sein sollte, dann wird das Freibad saniert»

«Das Schlimme ist ja, viele Menschen heute, vor allen Dingen die Jugendlichen, die denken gar nicht darüber nach», sagt er. «Und dass es dann eine Partei gibt in Deutschland, die aus der Europäischen Union austreten will und praktisch dieses Geschenk sozusagen zerstört für uns, also das ist für mich unbegreiflich.»

Und wie geht es in Schwalmstadt weiter? Er denke schon ans nächste Jahr, sagt er. Es gebe eine eigene Saisonkarte für Jugendliche. «Da würde ich dann vielleicht sagen, ich zahle vielleicht die Hälfte von dem Geld.» Er werde das aber noch mit dem Schwimmbadverein und der Stadt besprechen. Und: «Wenn ich mal Millionär sein sollte, dann wird das Freibad saniert.»