Kinder schwimmen kostenlos

Spender für freien Freibad-Eintritt: «Man schwebt im Wasser»

5.000 Euro für freien Badespaß: Ein Schwimm-Fan will Kindern unvergessliche Ferien schenken - und seine Freude am Schwimmen mit ihnen teilen. Denn diese Freude hat er schon seit vielen Jahren.

Die Freude am Schwimmen will der Mann mit den Kindern teilen. (Symbolbild) Foto: Martin Schutt/dpa
Die Freude am Schwimmen will der Mann mit den Kindern teilen. (Symbolbild)

Schwalmstadt (dpa) - Wenn er schwimmt, fühlt er sich, als ob er schwebt. Und dieses Gefühl möchte der anonyme Spender in Schwalmstadt allen Kindern und Jugendlichen ermöglichen, wie er der Deutschen Presse-Agentur sagt. Deshalb spendiert er ihnen in diesen Sommerferien den Eintritt in das örtliche Freibad Ziegenhain. Zuvor hatte er auch mit der «Hessischen/Niedersächsischen Allgemeine» (HNA) gesprochen.

«Da muss man doch irgendwas machen»

Doch wie kam er auf die Idee mit der Spende? «Vor dieser Hitzeperiode war auch schon mal eine warme Periode, und das Wasser war wunderschön warm. Ich schwimme im Sommer jeden Tag da», erinnert er sich. «Bademeister, Kasse, alles war besetzt, und ich war praktisch der Einzige.» Und da habe er sich gedacht: «So eine tolle Einrichtung, und dann wird die nicht genutzt, da muss man doch irgendwas machen, dass das vielleicht mehr genutzt wird. Und dann kam mir die Idee, das könnte man ja mit den Schülern machen.»

Also entschloss er sich, allen Kindern und Jugendlichen von 4 bis einschließlich 16 Jahren den Eintritt zu finanzieren. Jüngere Kinder können ohnehin kostenlos rein, alle zwischen 4 und 16 zahlen sonst einen Euro. Er sprach mit dem Freibad, dem Freibad-Verein, der Spenden annimmt und der Stadt - und pünktlich zum Ferienstart stand der Deal. 

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Seine Absicht sei, dass «die Kinder mehr ins Schwimmbad gehen, untereinander mehr Kontakt haben und Spaß haben», sagt der ältere Mann. «Die können da auch Fußball spielen, da gibt es ein Beachvolleyballfeld. Also es geht nicht nur ums Schwimmen. Sie kommen dann vielleicht von den digitalen Geräten auch so ein bisschen runter.» 

Ärgert ein bisschen das Portemonnaie – Freude aber überwiegt

Es gebe ja auch eine ganze Reihe Jugendliche, die mit ihren Eltern nicht in den Urlaub fahren könnten, weil das Geld nicht reiche. «Und die können vielleicht auch gar nicht jeden Tag ins Schwimmbad gehen, weil das dann zu teuer ist. Das war in meiner Jugend so, das ging bei mir auch nicht», sagt der Schwalmstädter. «Und dann ist es für die Jugendlichen auch mal eine gewisse Freude, sich da mit ihren Freunden zu treffen.»

Bürgermeister Tobias Kreuter schrieb zur Bekanntgabe der Spende, sie sei ein wunderbares Zeichen für den Zusammenhalt in der Stadt. «Sie kommt genau zur richtigen Zeit. Besonders für die Familien, die diesen Sommer nicht in den Urlaub fahren können, ist der freie Eintritt eine tolle Bereicherung.»

Er habe vorsichtshalber schon mal 5.000 Euro an die Stadt überwiesen, um den Eintritt zu finanzieren. «Und wenn es nicht reicht, dann ärgert es zwar ein bisschen mein Portemonnaie, aber die Freude darüber, dass dann noch mehr Jugendliche da waren, die überwiegt das dann.»

Wenn er schwimmt, fühlt er sich, als ob er schwebt. (Symbolbild) Foto: Patrick Pleul/dpa
Wenn er schwimmt, fühlt er sich, als ob er schwebt. (Symbolbild)

«Das letzte Hemd hat keine Taschen»

Die Reaktionen auf seine Spende könne er überhaupt nicht verstehen, sagt er. Der Mann möchte seinen Namen nicht in den Medien lesen. Dass das alle so toll und großartig fänden, überrasche ihn völlig. «Ich finde es gar nicht so großartig», sagt er. Er habe Geld genug. «Das letzte Hemd hat keine Taschen. Da kann man das ja auch mal so für solche Sachen ausgeben.»

Er habe schon gehört, wie Leute aus den Nachbargemeinden gesagt hätten, sie müssten jetzt auch mal nach Schwalmstadt ins Freibad gehen. «Es ist durchaus wahrscheinlich, dass durch diese Aktion eben insgesamt noch andere Leute kommen», hofft er. «Und dann kommt das ja auch der Stadt und dem Schwimmbad zugute. Und das wäre natürlich eine tolle Sache.»

«Es ist für mich so ein schönes Gefühl: Man schwebt ja im Wasser.» 

Er selbst zahle Eintritt, wenn er ins Freibad gehe, sagt er. Schon seit seiner Jugend gehe er schwimmen. Dann sei in den 80er-Jahren das schöne Schwimmbad gebaut worden. «Ab da bin ich dann jeden Tag gegangen im Sommer», sagt er. «Ich bin auch schon früher mal mit Handschuhen Fahrrad ins Schwimmbad gefahren, weil es so kalt war. Also das weiß ich nicht, ob ich das jetzt heute auch noch mache.» In seinem Alter müsse man ja ein bisschen auf den Körper achten.

Schwimmen sei ja sehr gesund, sagt der Spender. «Und es ist für mich so ein schönes Gefühl: Man schwebt ja im Wasser.» Es sei irgendwie toll. «Und durch die Fortbewegung im Wasser wird man massiert an der Haut, und ich finde es ein schönes Gefühl.» Beim Rückenschwimmen gucke er dann immer in den Himmel. Dann schaue er auf die Wolken, vorbeifliegende Segelflieger und Störche: «Es ist einfach entspannend und ein schönes Gefühl.»