Rauschgift

21 Cannabis-Clubs in Hessen – Schwerpunkt Südhessen

Seit Juli 2024 dürfen Cannabis-Vereine in Hessen gemeinschaftlich anbauen. Der illegale Handel bleibt laut Innenministerium dennoch weiterhin ein Schwerpunkt der Polizeiarbeit.

Seit gut zwei Jahren sind Joints mit bestimmten Einschränkungen legal. (Symbolbild) Foto: Hannes P Albert/dpa
Seit gut zwei Jahren sind Joints mit bestimmten Einschränkungen legal. (Symbolbild)

Wiesbaden (dpa/lhe) - Rund zwei Jahre nach der Teillegalisierung von Cannabis in Deutschland sind hessenweit 21 Anbauvereine entstanden. Das geht aus der Antwort des hessischen Innenministeriums auf eine Anfrage des fraktionslosen Landtagsabgeordneten Sascha Herr hervor, der bis Herbst 2023 der AfD angehörte.

Die meisten Cannabis-Anbauvereinigungen gibt es aktuell in Südhessen. Den Angaben zufolge wurden bislang im Regierungsbezirk Darmstadt zwölf, im Regierungsbezirk Gießen sechs und im Regierungsbezirk Kassel drei von ihnen genehmigt. 15 der Vereine hätten die Produktion aufgenommen. «In der Regel wird die Höchstgrenze der Produktionsmenge nicht ausgeschöpft», teilte das Ministerium mit. 

Meisten Vereine haben etwa 100 Mitglieder

Die Mehrzahl der genehmigten Cannabis-Vereine in Hessen hat nach Kenntnis der Landesregierung derzeit circa 100 Mitglieder. Lediglich zwei der bereits länger erlaubten Anbauvereinigungen haben dem Innenministerium zufolge inzwischen über 300 Mitglieder. 

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Impressum

Deutschlandweit wurde zum April 2024 mit dem Cannabisgesetz grundsätzlich der Besitz und Eigenanbau begrenzter Mengen an Cannabis für Volljährige erlaubt. Seit Juli 2024 darf Cannabis in speziellen Vereinen gemeinschaftlich angebaut und an Mitglieder abgegeben werden. Der Konsum in den Räumen der Anbauvereinigungen ist nicht erlaubt, maximal 500 Mitglieder dürfen solche Vereine jeweils haben.

Anbau ausschließlich zum Eigenkonsum

Der Anbau in diesen Vereinigungen dient ausschließlich der Versorgung der Mitglieder zum Eigenkonsum. Die Erlaubnis für die Anbauvereinigungen ist auf festgelegte jährliche Eigenanbau- und Weitergabemengen beschränkt. Sie ergeben sich daraus, wie viel Cannabis für die Deckung des Eigenbedarfs der Mitglieder der Anbauvereinigung für den Eigenkonsum erforderlich ist. Die Kontrolle obliegt laut Ministerium den Kreisordnungsbehörden.

Statistische Daten, ob Mitglieder genehmigter Anbauvereinigungen zusätzlich weiterhin Cannabis über den illegalen Markt beziehen, liegen dem Innenministerium zufolge nicht vor. Ebenso wenig Erkenntnisse dazu, in welchem Umfang die Vereine zur Verringerung des illegalen Cannabishandels in Hessen beitragen konnten.

«Der illegale Handel mit Cannabis besteht weiterhin fort und stellt nach wie vor einen Schwerpunkt polizeilicher Bekämpfungsmaßnahmen im Bereich der Rauschgiftkriminalität dar», erklärte die Behörde.

Laut einer Umfrage des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) aus dem April gab es zu diesem Zeitpunkt bundesweit 413 Anbauvereine. Niedersachsen war nach den damaligen Zahlen mit 85 Cannabis-Clubs das Bundesland mit den meisten genehmigten Anbauvereinigungen im Verhältnis zur Einwohnerzahl.