Anklage gegen mutmaßlichen Betreiber von Drogen-Plattform
Rund 2,3 Millionen Bestellungen und 330 Millionen Euro Umsatz: Der mutmaßliche Betreiber des Darknet-Marktplatzes «Archetyp Market» ist angeklagt.
Wiesbaden/Frankfurt am Main (dpa) - Millionen von Pillen und Hunderte Liter an Kokain, Fentanyl, Heroin oder Crystal Meth: Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main hat Anklage gegen den mutmaßlichen Betreiber des Darknet-Marktplatzes «Archetyp Market» erhoben. Auf der Plattform sollen bis zu ihrer Abschaltung im Jahr 2025 unter anderem Drogen, Cannabisprodukte, neue psychoaktive Stoffe und Arzneimittel gehandelt worden sein, wie das Bundeskriminalamt (BKA) mitteilte. Demnach soll der 31-jährige Angeklagte der Gründer und Administrator des Marktplatzes gewesen sein.
Allein seit November 2022 sollen bis zur Abschaltung auf dem Marktplatz rund 2,3 Millionen Bestellungen mit einem Gesamtumsatz von etwa 330 Millionen Euro aufgegeben worden sein. Den rund 600.000 Kundenkonten sollen etwa 17.000 Verkaufsangebote von etwa 3.000 professionellen Verkäufern zur Verfügung gestanden haben, teilte das BKA mit.
Millionen von Pillen gehandelt?
Nach den bisherigen Ermittlungsergebnissen wurden allein von November 2022 bis zur Abschaltung 2025 unter anderem rund 3,2 Millionen Pillen und 326 Liter verschiedener Betäubungsmittel gehandelt, wie das BKA mitteilte. Darüber hinaus sollen Cannabisprodukte, Arzneimittel, Dopingmittel und neue psychoaktive Stoffe angeboten worden sein. Als Zahlungsmittel sei ausschließlich Kryptowährung verwendet worden.
Der Angeklagte soll an den jeweiligen Verkäufen mit rund fünf Prozent beteiligt gewesen sein. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt soll er über das eingerichtete Treuhandsystem und weitere Gebühren etwa 20 Millionen Euro eingenommen haben. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, seit 2020 unerlaubt mit Betäubungsmitteln gehandelt zu haben. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm laut Mitteilung bis zu 15 Jahre Haft.
2025 in Spanien festgenommen
Der deutsche Beschuldigte wurde im Juni 2025 von einer Spezialeinheit der spanischen Nationalpolizei an seinem Wohnsitz in Barcelona festgenommen. Seitdem befindet er sich in Deutschland in Untersuchungshaft. Im Zuge der Ermittlungen wurden nach Behördenangaben bislang Kryptowährungen, Bargeld und Luxusfahrzeuge im Wert von insgesamt rund zehn Millionen Euro sichergestellt.
Der Angeschuldigte sei bislang nicht vorbestraft. Nun muss die Große Strafkammer des Landgerichts Frankfurt am Main über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden.