Statistik

Anteil junger Verdächtiger bei rechtsextremen Taten geringer

Ein Justizbeamter steht in einem Gerichtssaal. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild
Ein Justizbeamter steht in einem Gerichtssaal.

Wiesbaden (dpa/lhe) - Bei rechtsextremistischen Straftaten in Hessen hat der Anteil junger Tatverdächtiger im Alter bis 20 Jahre seit 2013 tendenziell abgenommen. Das geht aus Daten zur Altersstruktur von Tatverdächtigen hervor, die das Innenministerium in Wiesbaden auf dpa-Anfrage zusammengestellt hat. Grundlage ist die Polizeiliche Kriminalstatistik, in der registrierte Fälle bei Abgabe an die Staatsanwaltschaft gezählt werden.

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Demnach sank in diesem Deliktbereich der Anteil junger Menschen im Alter bis 20 Jahre an der Gesamtzahl aller Tatverdächtigen von 26,4 Prozent (2013) auf 12,2 Prozent (2022).

Vergangene Woche waren mögliche Anschlagspläne eines 18-jährigen mutmaßlichen Rechtsextremisten aus dem Kreis Limburg-Weilburg bekannt geworden. Der Mann kam in Untersuchungshaft. Nach Angaben der Ermittlungsbehörden hatte der junge Deutsche in einschlägigen Foren mehrfach gedroht, zur Verfolgung seiner politischen Ziele Menschen töten zu wollen.

Wie das Innenministerium zur Altersstruktur mitteilt, gab es im Jahr 2013 bei den 239 polizeilich aufgeklärten Straftaten mit rechtsextremem Hintergrund 85 Tatverdächtige im Alter von bis zu 20 Jahren. Die Zahl der Tatverdächtigen summierte sich insgesamt auf 322.

Für das Jahr 2022 sieht die Relation anders aus: Hier wurden bei 502 polizeilich aufgeklärten rechtsextremistischen Straftaten 64 junge Tatverdächtige im Alter von bis zu 20 Jahren ermittelt. Die Gesamtzahl aller Tatverdächtigen summierte sich im vergangenen Jahr auf 526.