Bodenpreise

Baulandkäufer müssen deutlich tiefer in die Tasche greifen

Vom günstigen Willingshausen bis zum teuren Frankfurt: In Hessen werden für Grund und Boden ganz unterschiedliche Preise verlangt. Wie sich die Werte seit 2016 entwickelt haben.

Landwirtschaftliche Flächen kosteten laut Gutachtern Anfang dieses Jahres durchschnittlich 2,79 Euro pro Quadratmeter. (Symbolbild) Foto: picture alliance / Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/ZB
Landwirtschaftliche Flächen kosteten laut Gutachtern Anfang dieses Jahres durchschnittlich 2,79 Euro pro Quadratmeter. (Symbolbild)

Wiesbaden (dpa/lhe) - Die durchschnittlichen Boden- und Baulandpreise in Hessen haben sich in den zurückliegenden zehn Jahren deutlich erhöht. Bei Wohnbauflächen kletterten sie seit 2016 von 220 Euro pro Quadratmeter auf mehr als 410 Euro pro Quadratmeter in diesem Jahr, wie aus einer Antwort des Wirtschaftsministeriums in Wiesbaden auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen-Landtagsfraktion hervorgeht.

Datengrundlage sind demnach generalisierte Bodenwerte, die von Immobiliengutachtern zu Beginn jedes geraden Kalenderjahres ermittelt werden. Der Bodenpreis bezeichnet den im Einzelfall tatsächlich gezahlten Kaufpreis eines konkreten Grundstücks. Er hängt unter anderem von Lage, Größe, Zuschnitt und den individuellen Eigenschaften des Grundstücks, aber auch Präferenzen der Käuferinnen und Käufer ab.

Auch Gewerbeflächen und Äcker wurden teurer

Bei Gewerbeflächen stiegen die Bodenpreise den Angaben zufolge von 93 Euro pro Quadratmeter (2016) ebenfalls deutlich auf 121 Euro pro Quadratmeter (2026). Landwirtschaftliche Flächen kosteten laut Gutachtern Anfang dieses Jahres durchschnittlich 2,79 Euro pro Quadratmeter, zehn Jahre zuvor waren es noch 2,40 Euro gewesen.

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Impressum

«Die Preise für Grund und Boden bilden sich auf dem Immobilienmarkt grundsätzlich durch das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage», erläuterte das Ministerium. Wichtige Rolle spielten zudem die Nähe zu Arbeitsplätzen, Einkaufsmöglichkeiten, Schulen und Ärzten.

Höchster Bodenrichtwert wurde für Frankfurt ermittelt

Der hessenweit niedrigste Bodenrichtwert für Wohnbauflächen zum Stichtag 1. Januar 2026 wurde im nordhessischen Willingshausen gemessen, wie aus den Angaben hervorgeht. Dort ermittelten Gutachter 18 Euro pro Quadratmeter, für Philippsthal (Werra) wurden 19 Euro angesetzt. Am anderen Ende der Skala steht Frankfurt, wo der höchste Bodenrichtwert für einen Quadratmeter Wohnbaufläche mit 7.200 Euro angegeben wird.

Die Gutachterausschüsse für Immobilienwerte erfassen die tatsächlich gezahlten Kaufpreise in einer Kaufpreissammlung und leiten daraus für Grundstücke eines Gebietes, für die im Wesentlichen gleiche Nutzungs- und Wertverhältnisse vorliegen, regelmäßig Bodenrichtwerte ab.