Großeinsatz

Betrug mit Gebrauchtwagen? Zwei Festnahmen

Bei Durchsuchungen im Kreis Offenbach stellen die Ermittler Bargeld, Fahrzeuge und Luxusartikel sicher. Die Tatverdächtigen sollen Teil eines kriminellen Familienverbandes im Rhein-Main-Gebiet sein.

Bei den Durchsuchungen wurden zwei Männer festgenommen. (Symbolbild) Foto: Arne Dedert/dpa
Bei den Durchsuchungen wurden zwei Männer festgenommen. (Symbolbild)

Frankfurt (dpa/lhe) - Bei einer Durchsuchungsaktion unter anderem wegen Betrugsverdachts haben Ermittler im Landkreis Offenbach zwei Verdächtige festgenommen. Sie stellten außerdem mehrere hochwertige Fahrzeuge, Luxusuhren, weiteren Schmuck und Bargeld im niedrigen fünfstelligen Bereich sicher, wie die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt mitteilte. Es gehe bei den Ermittlungen um den Verdacht der Hinterziehung von Umsatzsteuer, des Betrugs beim Verkauf von Gebrauchtwagen sowie des Sozialleistungsbetrugs.

Drei Männern im Alter von 26, 30 und 45 Jahren sowie einer 30-jährigen Frau wird die bandenmäßige Hinterziehung von Umsatzsteuer in Höhe von rund 324.000 Euro vorgeworfen. Zwischen Mai 2023 und April 2026 sollen sie mit hochwertigen Gebrauchtfahrzeugen gehandelt haben, ohne Umsatzsteuer zu zahlen. Zudem sollen sie eine steuerfreie Warenlieferung zwischen Unternehmen innerhalb der EU vorgetäuscht haben. Der 30-Jährige und der 45-Jährige sind die beiden nun Festgenommenen.

Täuschung von Käufern und Jobcenter

Dem 30-Jährigen wird zudem vorgeworfen, im März und April 2026 Käufer von gebrauchten Autos über deren Laufleistung und eine Gebrauchtwagengarantie getäuscht zu haben. Damit soll er überhöhte Kaufpreise in Höhe von rund 34.000 Euro erhalten haben. Der 26 Jahre alte Tatverdächtige und eine weitere 46-jährige Frau sollen darüber hinaus seit 2023 zu Unrecht Sozialleistungen in Höhe von rund 36.000 Euro erhalten haben.

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Teil eines größeren Ermittlungsverfahrens

Rund 30 Beamte der hessischen Steuerfahndung und der Polizei sowie zwei Bargeldspürhunde waren im Einsatz. Die Aktion gehört zu einem Komplex von Ermittlungs- und Strafverfahren, die sich seit Juni 2018 gegen 60 Angehörige mehrerer miteinander verbundenen Großfamilien richten. Im Raum steht der Verdacht von Betrug und Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit Fahrzeughandel, Urkundenfälschungen, Sozialleistungsbetrug und Geldwäsche. 

Im Zuge der seit mehreren Jahren andauernden Ermittlungen seien bislang über 3,4 Millionen Euro an Vermögenswerten sichergestellt worden, darunter Immobilien im Wert von knapp 1,6 Millionen Euro, Fahrzeuge im Wert von über 1,1 Millionen Euro sowie Bargeld und Schmuck im Wert von über 650.000 Euro. Den Angaben zufolge wurde bereits gegen 52 Menschen Anklage erhoben.