Offenbach

Drei Festnahmen bei Durchsuchungen im Rhein-Main-Gebiet

Eine Hand hält Handschellen vor einen Streifenwagen der Polizei. Foto: David Inderlied/dpa/Illustration
Eine Hand hält Handschellen vor einen Streifenwagen der Polizei.

Mühlheim/Offenbach (dpa/lhe) - Mehr als 40 Einsatzkräfte des Polizeipräsidiums Südosthessen und der Steuerfahndung Offenbach sind am Mittwoch gegen Angehörige eines Familienverbandes aus dem Rhein-Main-Gebiet vorgegangen. Dabei wurden zwei Wohn- und Geschäftsräume in Offenbach und Mühlheim durchsucht und drei Personen festgenommen, wie die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt und die Polizei am Mittwoch gemeinsam mitteilten.

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Demnach werden einem 22-Jährigen gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr, Straßenverkehrsgefährdung, gefährliche Körperverletzung sowie Sachbeschädigung zur Last gelegt. Er soll unter anderem nach einer Auseinandersetzung das Auto eines Familienangehörigen mehrfach gerammt und den Betroffenen dabei verletzt haben.

Eine 43 Jahre alte Frau sowie ein 46 Jahre alter Mann stehen im Verdacht, unter Mitwirkung weiterer beschuldigter Familienangehöriger bei einer Krankenkasse zu Unrecht Pflegegeldleistungen beantragt und in den Jahren 2022 bis 2023 in einer Größenordnung von mehreren Tausend Euro erhalten zu haben. Ihnen wird laut Mitteilung vollendeter banden- und gewerbsmäßiger Betrug in vier Fällen vorgeworfen.

Der 43-jährigen Beschuldigten wird zudem vorgeworfen, gemeinsam mit weiteren fünf Angehörigen des Familienverbands im Alter zwischen 22 und 70 Jahren beim Handel mit hochwertigen Kraftfahrzeugen die Umsatzsteuer aus deren Verkauf hinterzogen zu haben. Dem hessischen Fiskus soll dadurch ein Schaden in Höhe von über 360.000 Euro entstanden sein. Die drei Verdächtigen sollen noch am Mittwoch den Haftrichtern vorgeführt werden.

Der Einsatz, an dem auch mehrere Spürhunde beteiligt waren, ist den Angaben zufolge Teil eines umfangreichen Komplexes von Ermittlungs- und Strafverfahren. Sie richten sich demnach gegen über 50 Angehörige mehrerer miteinander verbundenen Großfamilien wegen des Verdachts von Betrugsdelikten und Steuerhinterziehungen im Zusammenhang mit Fahrzeughandel, Urkundenfälschungen, Sozialleistungsbetrug und Geldwäsche.

Bei bereits mehr als 30 Durchsuchungen insbesondere im Rhein-Main-Gebiet seien in diesem Zusammenhang 55 Fahrzeuge sowie Bargeld, hochwertige Uhren und Schmuck im Wert von etwa 360.000 Euro sichergestellt worden, hieß es. Zudem seien fünf Immobilen im In- und Ausland sowie Bankguthaben gesichert worden. Insgesamt zehn Personen wurden laut Mitteilung teilweise bereits rechtskräftig zu Gesamtfreiheitsstrafen und Jugendstrafen zwischen einem und bis zu fünf Jahren und neun Monaten sowie in Einzelfällen zu Geldstrafen verurteilt.